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Ein Date für vier, Eine deutsch-englische Love Story Roman von Rylance, Ulrike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2010
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Ein Date für vier, Eine deutsch-englische Love Story

Eine deutsch-englische Lovestory mit kurzen englischen Passagen Marleen ist 14 und überglücklich. Bald wird sie mit ihrer Freundin nach Italien fahren und ihren Schwarm vom letzten Sommer wiedertreffen. Vergessen sind die katastrophale Englischzensur und ihre nervige ältere Schwester. Ihre Eltern haben allerdings andere Pläne: Marleen soll einen Sprachkurs in England machen, gemeinsam mit ihrer Schwester! Schlimmer kann keine Folter sein. Doch dann lernt sie die beiden Söhne ihrer Gastgeberin Lady White kennen...

Ulrike Rylance schreibt gern Kinderbücher und hat die zwei süßesten Hunde der Welt. Sie wohnt in Seattle, USA, und hat auch die zwei süßesten Töchter der Welt - und einen relativ süßen Ehemann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 01.12.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423402729
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Taschenbücher 78247
    Größe: 2144 kBytes
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Ein Date für vier, Eine deutsch-englische Love Story

1

Unsere Englischlehrerin gebärdet sich, als ob sie gefoltert wird. Immer wieder reißt sie die Hände in die Luft, zeigt auf ihren Mund und verzieht schmerzhaft das Gesicht.

Wir sehen ihr schweigend zu. Ihre pantomimischen Darstellungen sind nichts Neues. Gleich am Anfang des achten Schuljahres hat sie uns erklärt, dass in diesem Raum kein Deutsch mehr geredet wird.

»Sie haben Sprechverbot?«, rät Max.

»Zahnschmerzen?«, kommt es von Lisa.

Frau Kupfer, pardon, Mrs Kupfer, wedelt wild mit ihren Armen und zeigt auf die Tafel.

I suffer from a cold sore steht da. Wir sollen herausfinden, was das auf Deutsch heißt. Wir wissen es nicht. Wir können kein Englisch, deswegen sind wir ja hier.

Wie immer platzt ihr nach ein paar Minuten der Kragen und sie brüllt uns auf Deutsch an.

»Herrschaften, nun überlegt doch mal! Das haben wir alles schon einmal durchgenommen! Wie wollt ihr denn je im englischsprachigen Ausland zum Arzt gehen?«

Hoffentlich nie, denke ich.

Sie sieht empört aus. »Schlagt im Wörterbuch nach!«

In diesem Raum wird also doch deutsch geredet.

Ich kritzele eine kleine Sonne auf meinen Hefter. Mrs Kupfer und ihr Mund sind mir so was von egal! In sechs Wochen sind Ferien und ich werde mit Tanja und ihren Eltern nach Italien fahren. Sie haben da ein Ferienhaus, in dem wir schon letztes Jahr waren. Ob ich Francesco wiedersehen werde? Ich male ein F in die Sonne hinein.

»Marleen?«

Francesco sieht aus wie ein griechischer Gott.

»Marleen? Hättest du vielleicht die Güte, mir zu antworten?«

Mist! Mrs Kupfer steht vor mir, sie ist stinksauer.

Ich greife mir das Wörterbuch und fange an, hektisch darin herumzublättern.

Suffer heißt leiden oder dulden. Sore heißt schlimm, entzündet oder auch Wunde. An einer kalten Wunde leiden? Es ergibt keinen Sinn.

Ich hasse Englisch. Deshalb fahre ich auch nach Italien!

 

Zu Hause herrscht dicke Luft. Meine große Schwester Ella hat wieder irgendwas verzapft. Ich mache es mir in der Küche bequem, um das Drama live mitzuverfolgen. Da mich keiner beachtet, esse ich Nutella mit dem Löffel aus dem Glas.

»Aber ich liebe ihn!«, kreischt Ella gerade.

»Dass ich nicht lache«, erwidert meine Mutter. »Du bist sechzehn Jahre alt. Du hast dich auf deine Schule zu konzentrieren! Weißt du eigentlich, was hier drin steht?« Sie schwenkt kampfeslustig einen Brief hin und her.

Ella sagt nichts. Sie beißt sich auf die Lippe und zieht einen Ring an ihrer linken Hand an und ab.

»Was ist das denn?«, frage ich neugierig. Ella ignoriert mich, aber meine Mutter ist nur allzu bereit, mich einzuweihen.

»Deine alberne Schwester hat sich verlobt!«

»Etwa mit dem Riesenbaby?« Gelächter steigt in meiner Kehle auf. Sie ist gerade mal zwei Jahre älter als ich!

Ella fährt wütend zu mir herum. »Du sollst Guido nicht so nennen! Ich weiß nicht, warum alle in diesem Haus glauben, sie könnten sich über meine Gefühle lustig machen! Was geht es euch eigentlich an, ob ich mich verlobe oder nicht?«

»Solange du die Schule vernachlässigst, geht es mich sehr wohl etwas an! Deine Noten in Mathe und Physik sind seit Weihnachten in den Keller gerutscht! Von Englisch ganz zu schweigen!«

Meine Mutter klatscht den Brief auf den Küchentresen.

»Wenn du dich nicht zusammenreißt, fliegst du noch vom Gymnasium!«

Das Lachen bleibt mir im Hals stecken, denn auch ich habe schlechte Nachrichten in meiner Tasche. Schon wieder eine Fünf in Englisch, mit besten Grüßen von Mrs Kupfer ...

»Futter nicht so viel!« Meine Mutter reißt mir das Nutella-Glas aus der Hand. Hat die Frau Augen am Hinterkopf?

Lautlos wie eine Siamkatze schleiche ich in mein Zimmer. Wenn meine Mutter solche schlechte Laune hat, ist es am besten, aus ihrem Blickf

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