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Ein Kuß als Belohnung von Danielsson, Bernt (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.10.2015
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Ein Kuß als Belohnung

Krimis gibt es nur im Fernsehen! Davon ist der 15-jährige Teenager Kevin felsenfest überzeugt. Doch dann trifft Kevin auf Schröder, einen alternden Detektiv, und sein ganzes Leben wird von heute auf morgen auf den Kopf gestellt. Schröder überredet Kevin dazu, bei der seit Wochen verschwundenen Lena einzubrechen. Ein gefährliches Unterfangen, denn beide geraten dadurch auf die Spur der schwedischen Gangstermafia und stecken plötzlich mittendrin in ihrem eigenen, gefährlichen Krimi. Auf der Suche nach Lena müssen Kevin und Schröder jede Menge Abenteuer durchleben und geraten hinein in einen Strudel aus Verbrechen, Intrigen und brenzligen Situationen. - knisternde Spannung, atemberaubendes Tempo und aberwitzige Aktionen erwarten die beiden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 13.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711444375
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 591 kBytes
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Ein Kuß als Belohnung

1

Der Stilettpsychopath

Ich hatte keine Chance.

Hätte ich nicht die Kopfhörer vom Walkman aufgehabt und hätte nicht John Vollem mit seiner heiseren Stimme gerade den Song "We're leaving this place, mate" gesungen, dann hätte ich natürlich gehört, wie die Schrottschüssel von Lieferwagen aus der Querstraße kam.

Aber dem war, wie gesagt, nicht so.

In der nächsten Sekunde krachte das Vorderrad meines Mopeds in den großen Kotflügel, ich wurde in die Luft geschleudert, machte einen Riesensaltomortale und klatschte ein paar Meter weiter auf den Asphalt.

Ich konnte nichts denken, aber ich war ganz sicher, daß ich sterben würde.

Ich erinnere mich nur noch an die riesige Windschutzscheibe des Lieferwagens, die starken Scheinwerfer und den verdreckten Kühlergrill.

Bei meinem Flug durch die Luft wurden mir die Kopfhörer abgerissen, und John Vollem verstummte abrupt. Ich war plötzlich so hoch, daß ich über eine Hecke in ein Wohnzimmer schauen konnte, wo zwei grauhaarige alte Tanten auf einem Sofa saßen und fernsahen.

Dann kam der Asphalt auf mich zugerast.

Dann kam der Aufprall.

Erst jetzt dachte ich etwas, aber es war mehr wie ein gurgelndes Brüllen, weil es in meinem linken Knie unglaublich weh tat.

Die eine Tür des Lieferwagens wurde aufgestoßen, und ich sah, daß jemand herauskletterte. Obwohl es dunkel und diesig war und obwohl ich einen Tränenschleier vor den Augen hatte, sah ich genug, um zu denken: "Was für eine Type!"

Er hatte einen langen, schmutziggrauen Trenchcoat an, der ihm um die Jeansbeine flatterte. Unter dem orangefarbenen Schein der Straßenlampe sah er aus wie eine Art Musketier. Er stiefelte mit langen Schritten auf mich zu. Er hatte schwarze, wirre Haare und trug eine dunkle Sonnenbrille.

Sonnenbrille? dachte ich. Abends um halb acht? Am fünfzehnten Oktober?

Er stolperte über mein Moped und blieb vor mir stehen. Die schwarze Brille starrte mich an, wie ich da auf dem nassen Asphalt lag und mein Knie mit beiden Händen festhielt. Ich glaube, ich habe mich sogar hin- und hergewiegt. Vielleicht glaubte ich, daß es dann weniger weh täte.

"Kannst du nicht besser aufpassen, du blöder Eimer?!" Er klang genauso verrückt wie er aussah. "Verdammt!!" stöhnte er, breitete beide Arme aus und ließ sie laut klatschend wieder an den Körper zurückfallen. "Du hättest ja sterben können, du Trichtertüte!!"

Ich bekam kein Wort heraus. Mein Knie tat wahnsinnig weh, und ich bemühte mich verzweifelt, nicht zu heulen - so kindisch wollte ich mich schließlich auch nicht zeigen.

"Also wirklich, verdammte Scheiße!!" schimpfte er weiter.

" Verdammte scheisse ! Lernt ihr denn heutzutage überhaupt nichts mehr in der Schule?!" Er holte tief Luft und schaute in den nachtschwarzen Himmel, ehe er sich runterbeugte und mit normaler Stimme sagte: "Ist dir was passiert?"

"Das Knie!" jammerte ich kleinlaut und spürte, wie die Tränen sich in den Augenwinkeln sammelten. "Das Knie - aua, das Knie! Ich glaub, es ist - aua!"

"Bleib ruhig liegen, ich werde es mir mal anschauen", sagte er und hockte sich neben mich.

Was für eine Type, dachte ich immer wieder. Er war bestimmt schon über vierzig, aber der Trenchcoat, die Jeans und die wirren, ziemlich langen dunklen Haare ließen ihn etwas jünger aussehen.

Er schob die Brille hoch, so daß sie in seinem lockigen Schopf hängenblieb, und steckte die Hand in die Manteltasche. Er wühlte und wühlte, und trotz der Schmerzen im Knie fragte ich mich, was er wohl vorhatte.

"Ah!" rief er dann mit einem Seufzer. "Hier ist es!"

Dann schaute er mich an und holte grinsend einen länglichen, schwarzglänzenden Gegenstand hervor.

Ich hatte zwar noch nie ein richtiges Stilett in natura gesehen, aber ich wußte sofort, was es war. Dann versuchte ich, mich zu beruhigen. Mit einer unglaublich gefaßten, ruhigen Gedankenstimme sagte i

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