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Eine Tüte grüner Wind von Schulz, Gesine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.03.2011
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Eine Tüte grüner Wind

Eigentlich sollte Lucy mit ihrer Mutter die Sommerferien in den USA verbringen. Doch dann fällt der Trip ins Wasser und Lucy muss stattdessen ganz alleine nach Irland fliegen. Zu einer Tante, die sie gar nicht kennt und die angeblich ein bisschen verrückt ist. Ob ihr altes Haus ein Dach hat, ist auch nicht sicher. Dabei regnet es in Irland pausenlos! Außerdem sollen alle Leute dort rote Haare haben. Lucy will da nicht hin, kein bisschen. Aber sie hat keine Wahl, darum färbt sie sich trotzig die Haare (irisch-rot!) und fliegt los ... Fünf Wochen später wird sie zugeben müssen, dass dies ihre bisher allerschönsten Ferien waren!

Gesine Schulz wurde in Niedersachsen geboren und ist im Ruhrgebiet aufgewachsen. Weil sie Bücher mochte und die Welt sehen wollte, wurde sie Bibliothekarin und ging für ein paar Jahre ins Ausland. Die meiste Zeit verbrachte sie auf Inseln (Irland, Manhattan), war aber auch in den Bergen (Schweiz, Bogotá, La Paz) und an einigen anderen Orten. Sie leitete, beriet oder reorganisierte Bibliotheken, war Frühstücksköchin in einem Hotel, entwarf und verkaufte Schmuck, eröffnete einen Trödelladen am Meer und nahm an Ausgrabungen teil. Zur Zeit lebt sie wieder im Ruhrgebiet, verbringt aber nach wie vor viel Zeit in Irland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 21.03.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646922349
    Verlag: Carlsen Verlag GmbH
    Größe: 417 kBytes
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Eine Tüte grüner Wind

"Nein, nein, nein!", schrie Lucy. Sie hielt sich die Ohren zu.

Ihre Mutter zog Lucys Hände herunter und hielt sie fest.

"Kind, versteh doch", sagte sie. "Es ist eine wunderbare Gelegenheit für mich, ein paar Wochen mit Kurt zusammen zu sein. Er rief vorhin an und ich musste mich sofort entscheiden."

"Aber unsere Sommerferien? Du hast mir versprochen, wir fahren nach Kalifornien."

"Wir fahren ein andermal nach Amerika, Lucy. Kurt würde es auch gar nicht verstehen, wenn ich diese Gelegenheit ausschlagen würde, mit ihm auf dem Schiff zu sein. Es ist ein glücklicher Zufall, dass eine Kabine frei wurde."

Lucys Blick bohrte sich hinter der Schulter ihrer Mutter in die Tapete. Dahinter sah sie Kalifornien. Den blauen, kalten Pazifik. Breite Strände. Die hügeligen Straßen von San Francisco. Und das Weingut von Mamis Freunden, auf dem sie zwei Wochen verbringen wollten. Ein großes, altes weißes Haus mit Säulen und Terrassen. Und für Lucy ein Zimmer mit ihrem eigenen Balkon. Lucy seufzte.

"Ich habe mich aber so darauf gefreut, Mami."

"Ich weiß, mein Schatz. Es tut mir Leid."

"Warum kann ich denn nicht mit aufs Schiff?"

"Ich habe dir doch erzählt, es ist ein Forschungsschiff. Kurt und die anderen Wissenschaftler arbeiten dort. Es gibt nur einige Kabinen für Besucher. Kinder sind an Bord nicht erlaubt. Es wäre auch langweilig für dich."

"Aber –"

"Es geht nicht, Lucy. Ende der Diskussion. Sei ein vernünftiges Mädchen, ja? Sonst bekommt Mami Kopfschmerzen."

Lucy schwieg. Manchmal wünschte sie, sie könnte auch Kopfschmerzen bekommen.

Über Lucys Bett hing eine Weltkarte. Mit einem dicken roten Stift hatte sie die Reiseroute markiert. Im Flugzeug von Düsseldorf über den Atlantik, quer durch Amerika bis nach San Francisco. Lucy löste die Reißzwecken von der Wand. Sie faltete die Karte mehrmals und riss sie in kleine Stücke, die sie in den Papierkorb rieseln ließ.

"Bye-bye, California", murmelte sie.

"Ich geh ein bisschen zu Kora, Mami."

"Ist gut, Schatz", rief ihre Mutter aus dem Wohnzimmer. "Nimm den Schirm mit, es sieht nach Regen aus."

"Mmh", sagte Lucy. Den Schirm ließ sie stehen. Dann würde sie eben nass werden. Ein blöder Sommer war das bisher. Kühl und nass. In Kalifornien schien bestimmt die Sonne. Jeden Tag.

"Waaas? Nicht nach Amerika? Ich glaub es nicht!" Kora machte große Augen. "Bist du nicht total sauer? Ich wäre stinksauer."

"Och ..." Lucy langte in die Riesentüte Chips, die zwischen ihr und Kora auf dem Sofa stand. "Sauer? Ich weiß nicht. Ich bin ganz leer. Als wäre ein Luftballon geplatzt."

"Ich wäre sauer", sagte Kora.

Sie griffen in die Tüte und kauten knisternd die Chips. Von draußen klatschten die ersten Tropfen eines schweren Schauers an die Fensterscheiben.

"Ich hab keinen Schirm mit", sagte Lucy.

"Bleib hier. – Was machst du denn jetzt in den Ferien?"

"Was?"

"Du fährst doch nicht allein in den Wilden Westen, oder?"

"Ach", sagte Lucy. "Ach, ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was ich in den Ferien machen werde."

Die Freundinnen sahen sich schweigend an.

"Sie hat nur vergessen es dir zu sagen", meinte Kora schließlich. "Oder? Doch, ganz bestimmt."

"Ich muss gehen", sagte Lucy.

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