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Elfengift Die Arena Thriller von Berger, Tamina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2015
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Elfengift

Leni freut sich auf die Ferien am Meer, ohne Eltern in der Strandhütte ihrer Tante. Nicht mal ihr Halbbruder Christopher, der plötzlich auftaucht, kann ihr die Ferien vermiesen. Doch schon bald merkt Leni, dass etwas mit der Hütte nicht stimmt: Nachts hört sie Geräusche, und Albträume suchen sie heim. Leni weiß nicht, dass an diesem Ort eine Gefahr lauert, der sie längst zu nahe gekommen ist.

Tamina Berger, geboren 1969, hat das Schreiben schon früh für sich entdeckt - schon immer schlug ihr Herz besonders für Krimis und Thriller. Neben dem Schriftstellerdasein arbeitet sie in einem Wohnprojekt mit Jugendlichen und lebt mit ihrer Familie in Niederösterreich. Foto © Günther Berger

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 31.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401802336
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1148 kBytes
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Elfengift

Kapitel 1

D ie Nudeln waren fertig, die Pilzsoße roch verführerisch. Ich stellte den Herd ab und betrachtete prüfend den Tisch. Alles so weit klar. Mit ein paar letzten Handgriffen richtete ich das Besteck, gerade rechtzeitig, um Mom mit dem Abendessen zu überraschen.

Der Schlüssel wurde im Schloss umgedreht und gleich darauf kam sie herein. "Oh Gott, das duftet bis nach draußen, was ..." Sie stockte, als sie den gedeckten Tisch sah. "Essen, Kerzen, sogar Servietten? Hab ich Geburtstag oder was?"

Bei dem Lob wurde ich ein wenig rot. Zugegeben: Die Mühe, die ich mir gemacht hatte, war nicht ganz uneigennützig. Kein Geburtstag, kein Jubiläum, nicht mal eine Sechs in Physik.

Erst vor knapp drei Monaten hatte ich einen sehr amtlich aussehenden Brief von einem Notar erhalten, in dem ich eingeladen wurde, zur Testamentseröffnung von meiner Tante Helene zu kommen. Sie war die ältere Schwester meines Vaters, zu dem ich jedoch kaum Kontakt hatte. Ich hatte sie das letzte Mal besucht, als ich sieben war, sodass ich mich leider nur noch vage an sie erinnern konnte. Doch eins wusste ich genau: Ich hatte sie sehr gemocht. Wie traurig, dass ich sie vor ihrem Tod nicht noch einmal gesehen hatte! Dennoch hatte sie mich in ihrem Nachlass berücksichtigt. Weshalb nur? Mein Kopf war voller Fragezeichen.

Als ich mit Mom schließlich zum Notar fuhr, erhielt ich Gewissheit. Er eröffnete uns, dass ich gemeinsam mit meinem Bruder - okay, Halbbruder - das Haus meiner Tante geerbt hatte. Nun, eigentlich war es bloß ein Häuschen, es gab dort nur zwei winzige Schlafzimmer, einen Wohnraum, die Küche und die Diele, dafür einen wahnsinnig tollen Garten. Früher, als meine Eltern noch nicht getrennt lebten, sind wir ab und an hingefahren - Christopher, Papas Sohn aus erster Ehe, war häufig ebenfalls dabei. Wir spielten Verstecken oder gingen auf Entdeckungsreise.

Nach der Trennung meiner Eltern hörten die Besuche in Riedeshagen auf, eine Weile vermisste ich das Meer und den Strand. Noch mehr vermisste ich allerdings Paps und ein bisschen auch Christopher. Doch dann kamen die neue Wohnung, die neue Stadt, die neue Schule, neue Freunde - und all das verdrängte die Erinnerungen an das Vergangene.

Bis zur Testamentseröffnung hatte ich, ehrlich gesagt, gar nicht mehr daran gedacht. Und nun war ich stolze Besitzerin eines Ferienhäuschens an der Ostsee. Na gut, stolze Besitzerin eines halben Ferienhäuschens, wenn man es genau nahm. Oder, wenn man es noch genauer nehmen wollte: Das Häuschen würde mir an meinem achtzehnten Geburtstag gehören, also erst in einem Jahr. Bis dahin war Mom als meine gesetzliche Vertreterin eingesetzt.

Wir wollten eigentlich gemeinsam hinfahren, um uns anzusehen, was alles repariert werden musste. Doch dann wurde ihr Urlaub gestrichen und ich hatte beschlossen, dass ich alt genug sei, um allein zu reisen. Nur wusste Mom noch nichts davon. Und genau deshalb hatte ich mich so ins Zeug gelegt, das Abendessen gekocht, den Tisch gedeckt und mir auf alle Argumente, die sie gegen meine Reise vorbringen würde, Antworten überlegt.

Mom setzte sich und blickte mich mit ihren grünen Augen, die so anders waren als meine braunen, an. Einzelne lange blonde Haarsträhnen hatten sich aus ihrem französischen Zopf gelöst. Sie sah müde aus. Darüber konnte auch ihr Lächeln nicht hinwegtäuschen.

"Also, Leni, rück raus mit der Sprache. Was hast du angestellt?"

Ich blies empört die Luft aus den Wangen. "Warum denkst du, ich hätte was angestellt? Ich wollte dich einfach überraschen, wo du doch so viel arbeiten musst."

Gut, erster Punkt erfüllt. Sie sollte ruhig ein schlechtes Gewissen bekommen, weil sie die ganzen Ferien über kaum Zeit für mich hatte.

Mom kostete einen Bissen. "Köstlich. Trotzdem kenne ich dich gut genug, um zu wissen, dass du etwas im Schilde führst."

Mist! Eiskalt erwischt. Ich legte die Gabel beiseite. "Okay, d

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