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Emily Bones Die Stadt der Geister von Schwartz, Gesa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.07.2018
  • Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Emily Bones

Ein Schmöker mit atmosphärischem Setting und eine Geschichte, die Tim Burton verfilmen würde Emily glaubt zu träumen, als sie sich eines Nachts in einem Grab wiederfindet. Aber es ist kein Traum. Entsetzt stellt sie fest, dass sie gestorben ist und nun als Geist auf dem Friedhof Père Lachaise herumspuken muss. Aber sie denkt gar nicht daran, sich damit abzufinden. Denn sie ist keines natürlichen Todes gestorben, und fortan hat Emily nur noch ein Ziel: Sie will ihren Mörder finden und sich das Leben zurückholen, das er ihr gestohlen hat. Doch das ist selbst für einen Geist viel gefährlicher, als Emily es je für möglich gehalten hätte ... Für Kinder ab 10 Jahren. Gesa Schwartz wurde 1980 in Stade geboren. Sie hat Deutsche Philologie, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache studiert. Ihr besonderes Interesse galt seit jeher dem Genre der Phantastik. Nach ihrem Abschluss begab sie sich auf eine einjährige Reise durch Europa auf den Spuren der alten Geschichtenerzähler. Für ihr Debüt 'Grim. Das Siegel des Feuers' erhielt sie 2011 den Deutschen Phantastik Preis in der Sparte Bestes deutschsprachiges Romandebüt. Zurzeit lebt sie in der Nähe von Hamburg in einem Zirkuswagen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 17.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783522653923
    Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
    Größe: 2196 kBytes
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Emily Bones

1

Es war die Dunkelheit, die Emily weckte. Sie war so vollkommen, dass sie den Augen keinen Halt bot. Emily konnte sie fühlen wie ein lebendiges Wesen, das sie von allen Seiten umdrängte, und sie seufzte verschlafen. Sie hatte nicht das Geringste dafür übrig, mitten in der Nacht aufzuwachen und sich in völliger Finsternis wiederzufinden. Deshalb achtete sie normalerweise darauf, dass die Vorhänge in ihrem Zimmer vor dem Schlafengehen ein wenig geöffnet waren. Aber sie ging jede Wette ein, dass Sophie sie wieder heimlich zugezogen hatte. Ihre kleine Schwester hatte nämlich ständig Angst, dass jemand hereinsah. Vampire. Monster. Irgendwelche Fantasiegestalten eben, von denen sie in ihren Büchern gelesen hatte. Nicht, dass Emily diese Furcht nicht bekannt vorkam. Aber immerhin war sie dreizehn Jahre alt. Sie war kein Kind mehr. Und das bedeutete, dass sie sich zumindest nicht anmerken lassen durfte, dass sie in schwachen Momenten noch genauso an all die Hirngespinste glaubte wie ihre Schwester. Abgesehen davon fand sie es bedeutend schlimmer, sich gefährliche Kreaturen in ihrem Zimmer vorzustellen als durch eine Glasscheibe von ihr getrennt jenseits davon. Der Gedanke an mögliche Ungeheuer ließ sie schaudern. Sie brauchte Licht. Sofort. Entschlossen richtete sie sich auf - und schlug mit der Stirn gegen etwas Hartes. Der Schmerz zuckte durch ihren Schädel, und als sie nach ihrer Schläfe griff, stieß sie mit dem Ellbogen gegen eine Wand, wo für gewöhnlich gar keine war.

"Verflucht, was ...", murmelte sie und stellte fest, dass ihre Stimme seltsam dumpf klang. So als wäre sie anstatt in ihrem Zimmer in einem sehr viel kleineren Raum. Fieberhaft suchte sie nach einer Erklärung, doch ihre Hände waren schneller als ihr Verstand. Sie tasteten über eine dritte Wand direkt neben ihr. Aber sie war nicht glatt wie in ihrem Zimmer, sondern mit weichem Stoff verkleidet, und darunter ... Sie grub ihre Finger durch das Gewebe. Holz. Kaltes, raues Holz. Emily konnte nicht verhindern, dass ihre Hände anfingen zu zittern. Die Wände waren viel zu nah und überall um sie herum, so als wäre sie in einer Kiste oder ... Die Erkenntnis schoss eiskalt durch ihren Leib. Oder in einem Sarg.

Emily lag da wie erstarrt. Erst jetzt nahm sie das Satinkissen unter ihrem Kopf wahr, das Spitzentuch, das über ihren Beinen lag, und den Rosenkranz, der nun mit leisem Klackern von ihrem Brustkorb rutschte. Das Geräusch ließ sie zusammenfahren. Sie war in einem Sarg! Haltlose Panik stieg in ihr auf und sie brauchte ihre gesamte Kraft, um sie niederzukämpfen. Es musste eine Erklärung dafür geben, irgendeine, die nicht vollkommen entsetzlich war. Ihre Gedanken jagten durch ihren Schädel, und plötzlich tauchte ein Name in ihr auf, der Emily erleichtert die Luft ausstoßen ließ. Lisa!

Sie kannte ihre beste Freundin seit Kindertagen. Fast ebenso lange verband sie eine Vorliebe für düstere Filme und Bücher, und weil einfach partout kein Vampir an ihr Fenster klopfen und für den entsprechenden Nervenkitzel sorgen wollte, hatten sie irgendwann angefangen, sich gegenseitig Streiche zu spielen. Emily erinnerte sich daran, wie sie sich über Monate hinweg mit unheimlichen Masken erschreckt hatten, und sie musste noch immer grinsen, als sie an ihren letzten Streich zurückdachte. Lisa hatte bei ihr übernachtet und war um Punkt Mitternacht in solche Panik verfallen, dass Emily geglaubt hatte, sie würde sich überhaupt nicht wieder beruhigen. Der Grund war Lisas Spinnenphobie gewesen - und der riesige Karton krabbelnder Plastikspinnen, der sich plötzlich über dem Bett entleert hatte. Lisa war kreischend durchs ganze Zimmer gesprungen und hatte wie wild mit den Armen gefuchtelt, während die winzigen Viecher sich in ihren Haaren verfangen hatten. Noch Wochen später war sie bei dem mechanischen Surren der Spinnen zusammengezuckt. Und jetzt hatte sie also die Gelegenheit der Rache genutzt und Emil

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