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Emma oder der weibliche Robinson von Woillez, Natalie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2015
  • Verlag: RUTHebooks
eBook (ePUB)
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Emma

Natalie Woillez - Emma oder der weibliche Robinson 'Emma oder der weibliche Robinson' ist ein Abenteuerroman von Natalie Woillez. Emma gerät mit Ihrem Vater und seiner Besatzung in Seenot und wird durch eine hohe Welle aus dem Schiff geworfen - zu ihren Glück springt ihr Hund hinterher und hält sie über Wasser, bis die beiden die nahe gelegene, einsame Insel erreichen ... Für RUTHeBooks Klassiker lassen wir alte und schon lange vergriffene Werke als eBooks wieder auferstehen. Wir möchten Ihnen diese Bücher nahe bringen, Sie in eine andere Welt entführen. Manchmal geht das einher mit einer für unsere Ohren seltsam klingenden Sprache oder einer anderen Sicht auf die Dinge, so wie das eben zum Zeitpunkt des Verfassens vor 100 oder mehr Jahren "normal" war. Mit einer gehörigen Portion Neugier und einem gewissen Entdeckergeist werden Sie beim Stöbern in unseren RUTHeBooks Klassikern wunderbare Kleinode entdecken. Tauchen Sie mit uns ein in die spannende Welt vergangener Zeiten!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 15.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959230339
    Verlag: RUTHebooks
    Größe: 304kBytes
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Emma

Erstes Kapitel

Wachet, Eltern, mit Sorgfalt über die erste Erziehung eurer Kinder; diese zarten Pflanzen tragen einst Früchte, und diese Früchte werden eure Freude.



Der Aufstand der Neger gegen die Weißen, der im Jahre 1791 in St. Domingo ausbrach, hatte auch Herrn von Surville genötigt, seine schöne Besitzung die er ererbt, und in einem Zeitraume von zehn Jahren zu einer der blühendsten in der Umgegend erhoben hatte, der Wut seiner zahlreichen Sklaven Preiß zu geben.

Ein Flüchtling vom heimatlichen Boden, die Erinnerung an die blutigen Szenen, deren Zeuge er gewesen war, im gebeugten Herzen, und ohne eine andere Unterstützung als eine gute Erziehung und gründliche Kenntnis des Ackerbaus, kam er nach Frankreich, um die Hilfe einiger alten Freunde seiner Familie anzusprechen, welche ihm auch eine Stelle als Verwalter eines, von seinem Eigentümer schon lange vernachläßigten, herrschaftlichen Gutes nicht weit Blois verschafften.

Schwerlich hätte Herr von Surville , nach dem Unglück, das ihn betroffen hatte, eine seinem Geschmack und seinen Gewohnheiten mehr zusagende Lage finden können. Da das ihm übertragene Gut sehr vernachläßigt war, und von seinem Herrn beinahe nie besucht wurde, so blieb ihm freie Hand, jede nützliche Verbesserung zu treffen, so daß er sich bald, in angenehmer Selbsttäuschung, mitten in seine reichen Pflanzungen auf St. Domingo zurückversetzt glauben konnte. Ein Neger, mit Namen Dominicho , sein Retter im Augenblicke der Gefahr, der ihm nach Frankreich gefolgt war, erhöhte noch diese Täuschung, indem er keine Mühe sparte, um den weitlaufen Garten des Schlosses, welche seiner Aufsicht anvertraut waren, jenen ähnlich anzupflanzen, welche einst die lachend" Wohnung seines Herrn umgeben hatten.

Dieser heiratete eine junge Waise, welche, wie er, vom heimatlichen Boden vertrieben war, und wenn auch diese Verbindung seine Glücksumstände nicht verbesserte, so verscheuchte sie doch alle traurigen Erinnerungen und machte den lieblichsten Hoffnungen Platz. So erschöpft sich das Leben in Extremen, welche die Zukunft bald in die düstersten Farben, bald im Glanz des schönsten Tages zeigen.

In seinen Mitteln sich für gesichert haltend, und als Gatte des liebenswürdigsten, tugendhaftesten Weibes, vergaß Herr von Surville beinahe, daß ein Unglück ihn bereits betroffen habe, und ein anderes ihn noch treffen könne: ach, es ist so süß, an die Dauer des gegenwärtigen Glücks zu glauben! Doch das seine sollte nur Augenblicke währen. Nach einem Jahre starb seine Frau an der Geburt einer Tochter, die sie kaum noch segnend an ihre Brust drücken konnte, und der unglückliche Vater, gebeugt von der Gewalt dieses neuen Schlages, erkrankte so schwer, daß man beinahe ein ganzes Jahr hindurch das unschuldige Geschöpf von ihm entfernt halten mußte, das dem Gegenstande seiner Zärtlichkeit das Leben gekostet hatte.

So ward Emma , dies ist der Name, den er seinem Kind gab, schon von ihrer Geburt an zu jener traurigen Abgeschiedenheit verurteilt, welche die Vorsehung ihr zum Los bestimmt hatte, und wenn es wirklich wahr ist, was nur schwer sich bezweifeln läßt, daß die Eindrücke nie verschwinden, welche das Herz in zarter Kindheit empfing, so mußte ihr Charakter notwendig jene schwermütige Färbung annehmen, welche die ersten Tage ihres Lebens bezeichnet.

Um durch ihre Gegenwart ihres Vaters Verzweiflung nicht zu steigern, ward sie von den Ärzten in ein abgelegenes Gartenhaus verbannt, wo Niemand um sie war, als eine Bäuerin und ein armer, häßlicher, grämlicher Neger. Ihre Amme, über welche Dominicho die Aufsicht führte, befriedigte zwar alle ihre Bedürfnisse, aber diese Frau, welche nur der Reiz einer großen Belohnung vermocht hatte, sich ihren eigenen Kindern zu entziehen, reichte ihrem Säuglinge nur ungerne die Brust, die von rechtswegen ihrem Jüngstgebornen gehört hätte.

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