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Engel und Schokolade Roman von Butterfield, Karla J. (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Engel und Schokolade

Es ist alles wie im Paradies in der roten Fabrik am Waldrand. Hier wohnt die schokoladengefärbte Mutu, die Peter heimlich verehrt, Sandra, die Geliebte seines Vaters, die Seiltänzerin Gerda und HL-5, der Freund der Zahlen. Und dann ist da noch Engelhard, Peters Schutzengel, der alles durcheinander bringt. Peter muss einiges klären und das geht nicht ohne Risiko. Er leiht sich Vaters Roller und wird prompt von der Polizei erwischt. Dazu kommt auch noch die fünf in Englisch auf dem Zeugnis. Peter wird nach England geschickt. Hier wird er von einem militanten Ersatzengel getriezt, da Engelhard es vorzieht, bei Mutu zu bleiben. Eine Geschichte über die Jugend, die Freundschaft und die Liebe - lustig, spannend und unglaublich menschlich. Karla J. Butterfield wurde auf der Seitenbühne des Nationaltheaters Prag während des fünften Aktes einer Macbeth Aufführung geboren. Als auf der Bühne das Volk: Heil, König von Schottland! rief, gab sie den ersten Schrei von sich. Was hätte sie sonst machen sollen, als Schauspielerin zu werden? Später wechselte sie auf die andere Seite der Bühne und führte Regie, dann fing sie mit dem Schreiben an. Sie gewann den ersten Preis mit dem Theaterstück: Dinner bei Graf Woronow. Zurzeit widmet sie sich dem Tanz. Sie ist Mitglied der Prosablüten und der Solinger Autorenrunde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 232
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783746050669
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 455 kBytes
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Engel und Schokolade

1.

Es war die Schulglocke, die mich aus einem realen Alptraum riss und die letzten Brocken aus meinem Kurzzeitgedächtnis löschte. Der Schweiß lief mir den Rücken herunter, in meinen Ohren rauschte es, und meine Hände zitterten. Mit schlotternden Knien ging ich zum Lehrerpult und gab das fast leere Blatt ab. Es war eine sichere Sache: Unter dieser Arbeit wird eine Sechs sitzen. Nicht einmal die Fragestellung hatte ich verstanden. Verdammt! Und dabei hatte ich gelernt! Na ja, ich hatte mir den Stoff kurz vorher angeguckt.

In Gedanken versunken stolperte ich aus der Klasse und ging die breite Treppe des Gymnasiums hinunter, ohne auf die Zurufe der Anderen zu achten, die aus den benachbarten Klassen wie Auswurf quollen. Ich konnte mir wieder mal gratulieren. Meine Eltern werden enttäuscht sein, und auf das tadelnde Gesicht von Frau Dieckens konnte ich auch verzichten. Warum muss sie auch zu jeder Arbeit ihren Senf dazu geben? Bei mir wird sie die Stirn runzeln, die Augen verdrehen und sagen:

"Peter Bester! Wieder mal mehr als schwach!"

Und die Klasse wird rufen:

"Peter Bester ist der Schlechteste!"

Mit diesem Nachnamen hat man im Leben schon von vornherein verloren.

Auf dem Geländer vor der Schule wippte ein Typ, den ich noch nie gesehen hatte. Blondes, fast weißes Haar, metallblaue Augen und ein schlecht sitzendes Käppi auf dem Kopf. Dazu eine schneeweiße Gesichtsfarbe.

"Sorry, ich war zu spät. Ich steckte im Stau", sagte er zu mir.

Hinter mir stand niemand, also war ich gemeint. Was wollte dieser Looser von mir?

"Ich wüsste nicht, dass ich mit dir ein Date hätte", sagte ich und machte, dass ich wegkam.

"Oh", hauchte er, sprang vom Geländer und klebte sich an meine Fersen. "Wohin gehst du?", wollte er wissen.

"Schätze zu Mac'es, hab' einen Bärenappetit auf einen Burger."

Der Typ folgte mir wie ein Schatten.

"Dort wollte ich auch hin, was für ein Zufall!", sagte er fröhlich und hüpfte leichtfüßig neben mir hin und her.

Bei Mac'es bestellte ich einen Hamburger, Pommes und zwei Cola. Er wollte nichts essen, kippte nur die eiskalte Cola hinunter. Es ging so schnell, dass ich meinte, das dunkle Getränk durch seinen durchsichtig schimmernden blassen Hals fließen zu sehen.

"Ich hole mir noch eine Cola. Willst du auch? Ich lade dich ein."

Ich ließ mich nicht zweimal bitten und nickte.

Er nahm das Tablett und verdünnisierte sich. Gott, war der dünn, dieser Typ. Total dürre Beine und seltsam abstehende Schulterblätter.

Während ich wartete, ging ich vor die Tür und zündete mir eine Kippe an. Wie aus dem Nichts stand er neben mir und reichte mir den Colabecher.

"Rauchen solltest du nicht!"

"Bist du meine Mutter?", fragte ich ihn gereizt und zog genüsslich den Rauch ein.

"Nein, deine Mutter nicht.... aber dein Schutzengel", hauchte er mir ins Ohr.

"Phuu!", prustete ich los, dass mir die Cola in die Nase stieg. "Nicht schlecht! Was hast du denn geschluckt, Alter?"

"Nichts. Es ist wahr! Ich wurde dir zugeteilt. Schau mal!"

Er hoppelte ungeduldig auf der Stelle und hob sein Käppi kurz hoch.

Wenn der Vormittag in der Schule ein Horrortrip war, war es nichts gegen das hier. Unter seinem Käppi leuchtete, wenn auch nur zaghaft, ein Heiligenschein.

Ich musste mich an der Wand festhalten, um nicht aus den Latschen zu kippen.

"Und hier, sieh mal, damit du mir glaubst!" Er drehte sich mit dem Rücken zu mir und krempelte sein T-Shirt hoch. Und das, was ich sah, waren nicht seine abstehenden Schulterblätter, sondern zwei weißgraue eingeklappte Flügel.

Diese Neuigkeit musste ich zuerst verdauen. Ich zerquetschte den Colabecher und kickte ihn über die Straße. Dann nahm ich ihn an der Hand und zog ihn zum nächsten Hauseingang. "Rein!", befahl ich und drängte ihn in den Hausflur und weiter zum Innenhof.

"Ausziehen!", herr

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