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Falsche Nähe von Kui, Alexandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.05.2013
  • Verlag: cbt Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Falsche Nähe

Um ihr nah zu sein, geht er über Leichen. Der frühe Unfalltod der Eltern hat Noa und ihre große Schwester Audrey zusammengeschweißt. Durch deren Erfolg als Krimiautorin konnten die beiden gerade in die schicke Hamburger Hafencity ziehen, als plötzlich eine unveröffentlichte Romanidee als reale Mordserie in der Tageszeitung auftaucht. Noa bekommt Zweifel, wie gut sie ihre Schwester eigentlich kennt. Was geschah wirklich an dem Tag, als ihre Eltern starben? Je mehr Noa herumschnüffelt, desto klarer wird: Es gibt jemanden in ihrem Umfeld, der nichts Gutes im Sinn hat, und diese Person ist hochgefährlich ... Alexandra Kui wurde 1973 in Buxtehude geboren. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Sozialgeschichte in Hamburg und arbeitete für verschiedene Tageszeitungen, bevor sie anfing, Bücher zu schreiben. Nach den Krimis "Blaufeuer", verfilmt fürs ZDF unter dem Titel "Der Tote im Watt", und "Wiedergänger" erschienen inzwischen drei Jugendthriller, "Lügensommer", "Falsche Nähe" und "Stille Feindin". Mit "Marias letzter Tag" veröffentlicht die Autorin, die auf der Geest bei Hamburg lebt und zuletzt für "Die Welt ist eine Scheibe" von den Kritikern hochgelobt wurde, ihren ersten literarischen Roman bei cbt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 28.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641105945
    Verlag: cbt Jugendbücher
    Größe: 897 kBytes
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Falsche Nähe

Giftwind

D ie Hitze hat Biss. Wie jedes Mal, wenn sie ein Flughafengebäude verlässt, begierig etwas Neues kennenzulernen, atmet Noa tief durch. Ihr erster Gedanke: Wüste! Dabei ist es noch keine zehn Uhr. Spätestens mittags wird die Luft glühen, dann hilft nur noch ein Bad im Mittelmeer. Darauf freut sie sich am meisten. Was ihr vorschwebt: glasklares Wasser in einer Felsenbucht, Aquamarinblau, ein Schimmer von Türkis. Der Strand feinsandig und natürlich privat - ein Hochglanzidyll, nur besser, weil echt. Ja, sie ist verwöhnt. Ein neues, aufregendes Lebensgefühl.

Um den durchaus greifbaren Traum wahr werden zu lassen, müssen sie allerdings der Vorhölle des Ankunftsbereichs entkommen. Ringsum Ströme von Reisenden und Fahrzeugen: Privatwagen, Taxis, Busse. Es wird gedrängelt und gehupt, als ginge es um Leben und Tod, die Autos parken in zweiter und dritter Reihe, blockieren teilweise rettungslos verkeilt den nachfolgenden Verkehr, während ein Polizist mit Trillerpfeife sich redlich bemüht, für Ordnung zu sorgen. Noa ist fasziniert, aber nicht überrascht, solche Zustände kennt sie, neuerdings weitgereist, von Rom und Barcelona. Im Süden ticken die Leute anders. Wie das Wetter.

Ob Audrey diesmal mit ihr schwimmen geht? Eher nein. Noa sieht zur Seite. Entgegen ihrer Absicht, die Schwester die ganze Zeit im Blick zu behalten, ist sie ihrer Neugier und der Versuchung erlegen, sich einfach treiben zu lassen. Nun sind sie getrennt worden. Nachdem sie sich mehrmals um die eigene Achse gedreht hat, beschließt sie den Parkplatz der Mietwagenfirma allein ausfindig zu machen. Sie ist ein großes Mädchen.

Während sie ihren Rollkoffer durch Horden verschwitzter Pauschaltouristen manövriert, von denen zwar nicht alle, aber erschreckend viele so früh am Tag bereits Dosenbier konsumieren, überlegt Noa, warum ihre Schwester ausgerechnet für einen Wochenendtrip nach Mallorca den eigenen Prinzipien untreu wurde. Denn Audrey hasst Inseln. So gern sie auch um die Welt fliegt, solange es irgend möglich ist, steigt sie überall nur auf dem Festland ab. Von der bevorstehenden Geburtstagsparty am Abend - Anlass der Stippvisite auf den Balearen - muss sie sich einiges versprechen. Aber was? Noa hat probiert, Audrey zu löchern. Bislang vergeblich.

Über einen Seiteneingang erreicht sie das Parkhaus und sucht nach den Stellplätzen des richtigen Anbieters. Die Beschilderung ist nicht besonders hilfreich. Von draußen treibt ein heißer Wind die Abgase durch die Reihen, ein süßlicher Gestank. Es herrscht Hochbetrieb. Das Quietschen der Reifen auf glattem Beton, das Aufheulen, wenn jemand den Motor startet und im Leerlauf aufs Gaspedal tritt. Manche Fahrer lassen es sich sogar hier drinnen nicht nehmen, dauerhaft die Hupe zu betätigen. Der Lärm hallt von den Wänden wider, multipliziert mit seinem eigenen Echo.

Wo steckt bloß Audrey? Allmählich wird Noa doch etwas nervös, was mit Sicherheit auch an der Wärme liegt. Ihr wird schwindelig davon. Sie wünschte, sie hätte vorhin am Mietwagenschalter besser aufgepasst, als die Formalitäten erledigt wurden. Dann wüsste sie vielleicht noch die Nummer des Stellplatzes.

Als sie Audrey endlich entdeckt - neben dem geöffneten Kofferraum eines mintfarbenen Cabrios - ist die Schwester sogar noch aufgelöster als Noa selbst. Sie fallen sich in die Arme.

"Wo warst du denn bloß?"

"Wo warst du ? Erst warst du doch hinter mir und dann plötzlich weg."

"Ich musste noch ein Buch signieren, stell dir vor. Irgend so eine alte Schachtel hat sich an mich geheftet und ließ sich nicht abschütteln."

"Tja, du bist eben eine Berühmtheit."

"Übertreib nicht gleich."

Von Übertreibung kann keine Rede sein. Audreys Thriller stehen seit einiger Zeit auf den Bestsellerlisten. Einer wurde bereits sehr erfolgreich verfilmt, weshalb Audrey ziemlich oft fürs Fernsehen interviewt wurde, seitdem kennt sie fast jeder, was einers

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