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Familie Flickenteppich 1 Wir ziehen ein von Taschinski, Stefanie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.07.2019
  • Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
eBook (ePUB)

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Familie Flickenteppich 1

Emma und ihre Familie sind die Neuen in der Nummer 11! Aber viel spannender wäre es doch, wenn alle Nachbarn zusammen eine große Familie wären - wie bei einem Flickenteppich. Gesagt, getan! So wird aus der alten Frau Becker einfach Oma Becker und Emmas Papa wird zum Papa für alle Kinder im Haus. Nur ein Nachbar will bei Familie Flickenteppich nicht mitmachen: der mysteriöse Graf aus dem Erdgeschoss! Aber es wäre doch gelacht, wenn Familie Flickenteppich dem Geheimnis des unsichtbaren Nachbarn nicht gemeinsam auf die Spur kommen würde! Stefanie Taschinski, 1969 geboren, studierte Geschichte, Soziologie und Drehbuch in Hamburg und Berlin. Sie schreibt Kinderbücher voller Wärme, Witz und Poesie, die zu Leseabenteuern einladen. Ob Lumi versucht, für Rus im 'Funklerwald' mit seiner Familie ein neues Zuhause zu finden oder 'Die kleine Dame' chamäleonisiert - die Schriftstellerin, deren Bücher mehrfach ausgezeichnet wurden und in zahlreiche Sprachen übersetzt sind, nimmt ihre Zuhörer mit in Welten voller Fantasie. Die Autorin ist Mitbegründerin der 'Elbautoren Kinder-und Jugendbuch' und Schreibcoach für das Projekt 'Schulhausroman' am Literaturhaus Hamburg. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Töchtern und Hund in Hamburg. Anne-Kathrin Behl, geboren 1983, veröffentlichte schon während ihres Illustrationsstudiums in Hamburg ihr erstes Bilderbuch. Heute lebt, zeichnet und schreibt sie in Leipzig. Manchmal singt sie auch Lieder für Erwachsene mit ihrer Kabarettgruppe 'teewurst'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 216
    Erscheinungsdatum: 18.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960521471
    Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
    Größe: 9234 kBytes
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Familie Flickenteppich 1

Kapitel 2 Meine zwei Glücksdaumen

"Wir fangen im Erdgeschoss an", brummt Ben, und ohne meine Antwort abzuwarten, poltert er die Stufen hinunter.

Ich würde ja viel lieber bei der Wohnung direkt gegenüber klingeln. Erstens wäre Papa dann ein bisschen näher, und zweitens bin ich neugierig, wer in der Wohnung mit der himmelblauen Sternchenfußmatte wohnt.

Aber große Brüder müssen eben immer den Ton angeben. Vor allem, wenn sie erschöpft und ausgehungert sind. Also sage ich nichts, sondern flitze Ben nach.

Unten auf dem Klingelschild steht "C.v. Freudenhain". Freudenhain, was für ein schöner Name! Und wie die silberne Briefklappe in der Tür schimmert. Als wäre sie frisch poliert! Ich bin schon kribbelig, wer die Tür aufmachen wird.

"Emma", sagt Ben.

"Ben?", sage ich.

"Klingelst du jetzt endlich, oder sollen wir hier versteinern?"

"Muss ich? Aber ich dachte, du klingelst und wir fragen zusammen."

Ben schüttelt den Kopf. "Du hast unsere Eier geschrottet. Du fragst. Ich hab keine Lust, fremde Leute anzubetteln."

"Wir betteln gar nicht", stelle ich klar. "Wir wollen uns nur etwas leihen."

Dann atme ich ein und drücke die Klingel. Durch die Tür hören wir ein leises Läuten. Nichts rührt sich. Ich klingle noch einmal. "Da ist niemand", sage ich.

Aber auf der anderen Seite habe ich mehr Glück. Denn noch bevor ich überhaupt klingeln kann, geht die Tür auf. Vor uns steht eine Frau mit roten Stachelhaaren und Doppelkinn.

"Aha", sagt sie. "Seid ihr also doch noch gekommen, um euch vorzustellen, wie es sich gehört?"

Ich wusste gar nicht, dass sich das so gehört, und blinzle schnell rüber zum Klingelschild. "Hallo, Frau Neumann. Ich bin Emma Engl. Engl ohne E", sage ich mit einem großen Lächeln. So wie Mama immer gelächelt hat, wenn neue Gäste in Papas Restaurant gekommen sind.

"Und ich heiße Ben", sagt Ben mit einer kleinen Verbeugung.

Ich finde, wir haben uns sehr schön vorgestellt. Jetzt kann ich unsere neue Nachbarin bestimmt nach den Eiern fragen.

"Also, wir sind heute eingezogen, und weil mir die ...", beginne ich mit meiner Eierschlamasselgeschichte, als Frau Neumann die Lippen noch ein bisschen fester zusammenpresst.

"Na, das haben mein Mann und ich allerdings bemerkt. So ein Getrampel! Das war ja ohrenbetäubend! Und was für einen Dreck ihr gemacht habt! Ich musste die Treppe einmal komplett frisch wischen, so schmutzig war alles!" Ihr Doppelkinn wackelt.

"Wirklich?", rutscht es mir raus. Das hatte ich gar nicht gemerkt.

"Das war keine Absicht", sagt Ben. "Aber jetzt haben wir alles oben."

"Trotzdem sagt ihr euren Eltern bitte, dass wir hier Wert auf ein sauberes Ambiente und eine gute Nachbarschaft legen. Und einmal im Monat seid ihr mit dem Treppe-Putzen dran."

In meinem Kopf beginnen die Worte zu tanzen. "... könnt ihr euren Eltern sagen, euren Eltern, Eltern, Eltern."

An Bens Gesichtsausdruck sehe ich, dass auch er mit aller Kraft versucht, die "Elterntür" in seinem Kopf zuzuhalten.

Frau Neumann verschränkt die Arme vor ihrer Brust. "Gut, das musste mal gesagt werden." Sie greift nach der Klinke.

"Wir ... wir wollten fragen, ob Sie uns ein paar Eier und etwas Öl leihen können. Wir haben nämlich sonst gar kein Abendbrot", sage ich ganz schnell, damit Frau Neumann nicht die Tür zumacht.

"Ein paar Eier? Und Öl?", fragt sie. So wie sie uns jetzt mustert, fühlt es sich doch so an, als wären wir zwei Bettelkinder, und plötzlich weiß ich, welcher Garten den Neumanns gehört.

"Eier kaufe ich erst morgen auf dem Markt. Aber etwas Öl kann ich wohl entbehren."

Sie kommt mit einer winzigen Ölpfütze in einem gespülten Joghurtbecher zurück an die Tür. "Und vergesst nicht, mir das Öl gleich morgen zurückzubringen."

"Machen wir", sage ich.

"Danke", sagt Ben.

"Blöde Erbsenzä

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