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Finnas Pferde von Gürtler, Claudia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.03.2015
  • Verlag: Verlag Jungbrunnen
eBook (ePUB)
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Finnas Pferde

Pferde stehen im Mittelpunkt im Leben der Isländer. Und es ist ein großartiges Ereignis im Leben eines Kindes, wenn es reiten lernt und schließlich so weit ist, dass es sein eigenes Pferd bekommt. Seit sie ein kleines Mädchen war, kommt für Finna nur ein Pferd in Frage - Garpur, der tapfere Hengst, der eine kleine Stute in allen Situationen beschützt und verteidigt, der sich sogar gegen seinen Eigentümer Einar stellt. Und das ist etwas, was der sture Einar gar nicht vertragen kann - ein Pferd, das ihm die Stirn bietet. Er muss den Willen dieses Pferdes brechen, wider besseres Wissen und gegen alle Ratschläge. Da ist sogar Stefanja, die Weise und Heilerin, machtlos. Einar treibt sein Training so weit, dass das Pferd fast daran zugrunde geht. Aber Garpur ist stark, und im Hintergrund arbeiten die anderen Pferdezüchter und Stefanja daran, den Hengst zu retten.

Claudia Gürtler wurde eigens zum Geschichten erzählen am 26. April 1954 in Basel geboren. In einer winzigen Dorfschule im Kanton Baselland lernte sie lesen und kannte damit den Zauberspruch, um sich selbst fortzuzaubern auf die Leseinsel, wo sich abenteuerliche Gestalten umtreiben, von Feen bis Seeräuber. Lesen blieb das Wichtigste im Leben. So wurde sie nach der Matura Buchhändlerin, Radiomitarbeiterin, Rezensentin und schließlich Bibliotheksassistentin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 196
    Erscheinungsdatum: 25.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783702658809
    Verlag: Verlag Jungbrunnen
    Größe: 1092 kBytes
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Finnas Pferde

Sie hatten die Anhöhe erreicht, und der freie Blick auf den breiten Fluss öffnete sich ihnen.

"Da vorn!" Lars und Sigrid entdeckten sie gleichzeitig, die Pferde einer mittelgroßen fremden Herde, die unten am Fluss aufgeschreckt die Köpfe hoben. Sie hatten das Vorwärtsdrängen fremder, dahinstürmender Pferde gehört, und nun wollten sie sich mit dieser Herde vereinen. Die Pferde am Fluss wurden von nur drei Reitern bewacht, die sie verzweifelt in Schach zu halten versuchten. Die Führer um Lars und Sigrid ritten schneller. Einar und die ganze Nachhut schlossen dicht auf die frei laufenden Tiere auf.

"Schneller!"

Schneller sollten sie laufen, um außer Sichtweite zu kommen, bevor die fremden Pferde ihren Hirten entkamen. Aber es war bereits zu spät. Zwei Füchsen mit hellen Mähnen, die wie Zwillingsbrüder aussahen, gelang der Ausbruch. Sie galoppierten den Hügel hinauf, und ihre Herde drängte durch die Bresche hinter ihnen her. Die drei Hirten gaben auf. Die Herden würden sich mischen und wieder aussortiert werden müssen.

Lars, Sigrid und die anderen Führer drosselten das Tempo. Hinter ihnen wieherten Hengste und Wallache, Stuten quietschten aufgeregt. Schließlich kam die vereinte Herde zum Stillstand. Alle Reiter stiegen ab und gaben sich die Hände. In ihren wettergegerbten Gesichtern waren weder Ärger noch Unruhe auszumachen.

"Wir waren zu wenige", entschuldigte sich einer der fremden Pferdehirten, "unsere Treiber sollten erst noch kommen."

Einar holte eine lange, weiße Schnur aus seiner Satteltasche. Jeder Reiter fasste mit an, und sie kreisten die große Herde damit ein. Die Pferde wurden unruhig, aber ihre Hirten wussten, dass keines versuchen würde, aus dem Schnurkreis auszubrechen.

"Teilen wir sie doch einfach durch zwei", schlug der Witzbold Birkir vor. "Ihr nehmt alle Füchse und Schimmel, und wir behalten den Rest."

"Nicht die Schimmel", sagte Einar schnell, und Birkir und Lars lachten laut.

"Die Füchse nehmen wir", sagte einer der fremden Hirten. "Mein bester Hengst ist ein Fuchs."

"Na dann", seufzte Birkir theatralisch, "dann müssen wir sie eben doch aussortieren.

Die Pferde waren verunsichert. Die Schnur, die sie gefangen hielt, machte ihnen Angst. Auch die Männer, die sich entschlossen zwischen den wogenden Leibern hin und her bewegten, machten ihnen Angst. Sie packten ein Pferd nach dem anderen an den Stirnfransen, sahen ihm prüfend ins Gesicht und ließen es entweder wieder los, oder aber sie hoben die Schnur, um es von der Herde zu trennen. Die Pferde versuchten, den zupackenden Händen auszuweichen und gleichzeitig der Schnur fernzubleiben. Wildes Trampeln und aufgeregtes Schnauben waren zu hören, aber die Hirten bewegten sich ruhig und sicher zwischen den Pferdeleibern.

Erst zwei Stunden später ritten die fremden Hirten mit ihrer Herde davon. Einar und seine Kollegen hielten ihre Tiere noch so lange im Schnurkreis fest, bis die anderen nicht mehr zu hören waren. Einar wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn, hinter der die Müdigkeit hockte. Er holte die Wasserflasche und etwas Salzfisch aus der Satteltasche.

"Es ist zu spät", sagte er, "heute werden wir es nicht mehr schaffen."

"Oh, oh", jammerte Lars, "meine Liebste wartet unten am Rundkorral auf mich!"

"Sie wird auch morgen noch warten - vielleicht", witzelte Birkir.

Aber Einar hatte recht. Wenn sie nicht in die Dunkelheit geraten und riskieren wollten, Tiere zu verlieren, mussten sie nochmals übernachten. Einar und Birkir waren als Erste mit der Wache dran. Einar beobachtete Stefanja, die mit hängendem Kopf döste. Sie war zu alt, um sich hinzulegen. Sie wusste, dass sie mit ihren in der Nacht steifer werdenden Gelenken am Morgen n

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