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Flieh in die Nacht, mein Herz Arena X-Thriller von Martini, Manuela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2015
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
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Flieh in die Nacht, mein Herz

Bloß nicht nach New Mexico! Das Austauschjahr wird gähnend langweilig, da ist sich Annanina sicher. Doch dann stellt ein einziger Tag ihr Leben auf den Kopf: Mit ihrem Gastbruder Corey befreit sie den von einer Gang entführten Rico. Sie geraten in einen Bandenkrieg und müssen fliehen. Die allgegenwärtige Gefahr schweißt sie enger zusammen: Annanina verliebt sich - in Corey und in Rico. Was die drei jedoch noch nicht wissen: Sie stehen längst auf der Fahndungsliste der Polizei. Manuela Martini wurde 1963 in Mainz geboren. Nach ihrem Studium - Geschichte und Literaturwissenschaft - arbeitete sie als Regie- und Produktionsassistentin im Filmgeschäft. Sie lebte in München, Südspanien und Australien, wo auch ihre ersten Krimis entstanden. Heute schreibt Manuela Martini insbesondere Thriller für Jugendliche. Die Autorin lebt in Süddeutschland. www.manuela-martini.de Foto © Alex Felez Buchholz, LF Fotoagency

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 27.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401802367
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1720 kBytes
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Flieh in die Nacht, mein Herz

Sechs Monate früher

1

D ie winterliche Nachmittagssonne schien durch die halb zugezogenen roten Gardinen und tauchte alles in dieses warme Licht, das oft so etwas Tröstliches hat. Aber an diesem Nachmittag nutzte es nichts. Ich fühlte mich so allein. So unverstanden.

"Annanina, andere können nur davon träumen!", sagte meine Mutter. "Es ist das Beste für dich, glaub mir. Dein Vater ist derselben Meinung." Meine Mutter stand vor mir. Sie war gerade schon wieder in mein Zimmer gekommen, um es mir noch mal zu erklären.

"Einer Meinung sein, nennt ihr das Rumgeschreie!" Dass ich jetzt auch schrie, war mir egal. Sie taten es ja die ganze Zeit. Wegen der kleinsten Kleinigkeit stritten sie. Sie konnten seit Monaten schon gar nicht mehr normal miteinander sprechen.

"Annanina, ich weiß, die ganze ... Situation ist nicht einfach für dich ...", sagte meine Mutter in ihrer typischen Es-tut-mir-so-leid-Tonlage. Aber sie war doch schuld. Sie und mein Vater.

"Du weißt gar nichts! Du hast doch keine Ahnung!", fauchte ich. Ich hatte das alles so satt, so satt, so satt.

"Annanina, bitte!" Jetzt flehte sie. Es war immer dasselbe Programm. "Warum können wir nicht wie erwachsene Menschen ..."

"Weil ich nicht erwachsen bin. Ich bin nämlich erst sechzehn!" Und das war ja das Problem. Sonst wäre ich bestimmt längst ausgezogen. Oder weggerannt oder ...

"Annanina!"

"Lasst mich einfach in Ruhe! Lasst euch doch scheiden! Ist mir doch egal! Ihr seid mir egal!" Nein, es war mir überhaupt nicht egal. Warum konnte denn nicht alles so sein wie früher, als alles noch irgendwie gut war? Ich war einfach so: Manchmal wollte ich alles Schöne festhalten, wollte, dass es immer so bliebe und nie zu Ende ging.

"Aber Schatz", fing meine Mutter wieder an, "andere Mädchen aus deiner Klasse wären glücklich, wenn sie nach ..."

"Andere Mädchen aus meiner Klasse", fuhr ich sie an. "Du willst immer, dass ich wie andere Mädchen bin!"

"Was ist daran so falsch, Annanina? Warum machst du dir das Leben so schwer? Warum machst du dich nicht mal hübsch, wie ... wie zum Beispiel Vanessa. Ich hab sie gestern mit Benjamin gesehen. So einen wie ihn könntest du auch haben ..."

Vanessa, die kannte meine Mutter doch nur, weil Vanessas Mutter zum selben Friseur ging wie meine Mutter. Ich gab einen verächtlichen Laut von mir. "Vanessa ist einfach anders! Okay? Anders als ich. Und Benjamin ist nett, aber das war's auch. Hör endlich auf, mich immer mit anderen zu vergleichen!" Ich fuhr mir durch meine kurzen Haare. Meine Mutter kannte mich überhaupt nicht.

"Annanina, jetzt lass uns doch mal vernünftig miteinander reden", versuchte es meine Mutter erneut. Sie konnte ziemlich hartnäckig sein. "Glaub mir, es wird eine tolle neue Erfahrung für dich."

"Ich hab aber keine Lust auf eine tolle neue Erfahrung."

"Ich hätte meinen Eltern auf Knien gedankt, es war mein Traum!"

"Deiner vielleicht, aber nicht meiner!"

Ich rannte aus meinem Zimmer, die Treppe hinunter.

Geschwungene, knarrende, mit dickem Teppichboden belegte Holzstufen in einem Zuhause, um das mich andere Kids wirklich beneideten - und das meine Eltern bestimmt verkauften, wenn sie sich scheiden lassen würden. Wir wohnten in einer restaurierten Altbauvilla in Berlin, umgeben von einem großen Garten. Einem Garten, der im Sommer grün wie ein Dschungel ist. Mit alten, hohen Bäumen und dichtem, saftigem Gras, mit einem dunklen Teich und Fröschen und einem Baumhaus. Das Baumhaus war schon vor mir da gewesen. Wahrscheinlich hatten es Kids gebaut, die vor uns hier wohnten. Im Baumhaus hatte ich früher oft auf einem Berg Kissen gelegen und gelesen. Eine ganze Zeit lang im letzten Sommer war ich auch mit Celina oft da oben. Jeden Nachmittag nach der Schule war sie zu uns mitgekommen, weil ihre Eltern erst am Abend von der Arbeit heimkehrten und sie nicht den ganzen Tag allein zu H

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