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Freaks in geheimer Mission von Larwood, Kieran (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.04.2013
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH
eBook (ePUB)
10,99 €
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Freaks in geheimer Mission

London 1851 Sie sind die einzige Hoffnung für die Kinder, die unter mysteriösen Umständen in der Themse verschwinden. Nachts treten sie als schaurige Attraktionen in einer Freakshow auf. Aber bei Tage ermitteln sie. Und bald finden Sheba, das Wolfsmädchen, Sister Moon, die schneller ist als der Blitz, der Riese Gigantus und Monkeyboy, die menschliche Stinkbombe, eine erste Spur. Doch wer ist der geheimnisvolle Fremde, der die Freaks plötzlich verfolgt? Was haben Baupläne für eine Maschine in Krabbenform damit zu tun? Und welche Rolle spielt die verschleierte Frau in Schwarz? Die Freunde dürfen keine Zeit verlieren ... Kieran Larwood hat mit seinem Debüt den Times-Chicken-House-Schreibwettbewerb 2011 gewonnen. Im Hauptberuf ist er einer von nur zwei männlichen Vorschul-Erziehern auf der britischen Insel 'Isle of Wight'. Sein Alltag besteht darin, Kinderlieder zu singen, Schnürsenkel zuzubinden und zu erriechen, wem ein 'kleines Missgeschick' passiert ist, sowie endlose Berge von Papierkram zu bearbeiten. Er lebt mit seiner Familie auf der Isle of Wight, und träumt davon nur noch Bücher zu schreiben und die 'kleinen Missgeschicke' jemand anderem zu überlassen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 25.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646924619
    Verlag: Carlsen Verlag GmbH
    Originaltitel: Freaks
    Größe: 3722 kBytes
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Freaks in geheimer Mission

1

Kapitel

In welchem wir unsere Heldin kennenlernen - und ein Lamm mit zwei Köpfen

Little Pilchton-on-Sea, August 1851

Sheba spähte durch ihr winziges Fenster zum Meer hinaus. Es war ein wunderschöner Sommermorgen. Strandgeräusche waberten herüber, und sie schloss die Augen, um sie besser hören zu können. Kinder planschten und lachten. Die Schreie der Möwen. Sie konnte den stechenden Geruch von frischem Seegras riechen. In Gedanken ging sie über den Sand, zu den Kieseln weiter unten. Fast konnte sie die Sonne auf ihrem Gesicht spüren und die Wellen, die ihre Zehen umspülten, fast das Salz auf ihren Lippen schmecken.

Aber so etwas war ihr nicht vergönnt, und davon zu träumen machte es nur noch schlimmer. Sheba seufzte tief und fuhr sich mit dem Elfenbeinkamm durch die kastanienbraunen Locken, kämmte die Knoten aus. Sie gab immer sehr acht auf ihre Locken, bürstete und kämmte sie, damit sie ihren Seidenglanz behielten. Alle sagten, dass sie schöne Haare hatte. Nicht nur auf dem Kopf.

Auch im Gesicht. Und auf den Händen.

Tatsächlich war sie von Kopf bis Fuß damit bedeckt.

Die Haare waren natürlich nicht überall gleich. Im Gesicht und am Körper hatte sie einen feinen, hellen Flaum, den man von Weitem auch für gebräunte Haut halten konnte. In einer Menschenmenge wäre sie damit durchaus als normal durchgegangen, nur wies sie noch weitere Eigentümlichkeiten auf.

Ihre Augen waren von einem dunklen Bernsteingelb; in einem gewissen Licht schienen sie sogar orange zu glühen. Sie hatte eine rosa, haarlose Nase - wie ein Hündchen - und kleine, scharfe, weiße Zähne. An ihren Fingerspitzen hatte sie Nägel, die mehr als nur ein wenig nach Krallen aussahen. Und wenn sie Angst bekam oder wütend war oder aufgeregt, dann stülpten sich Mund und Nase zu einer Schnauze aus, ihre Augen blitzten, ihr Fell sträubte sich und manchmal knurrte sie sogar. 'Sheba das Wolfsmädchen' nannten sie dann alle und das hasste sie mit Abstand am meisten.

Die Haare und die Zähne waren das Erste, was den Leuten auffiel, aber sie waren nicht das Interessanteste. Sheba war wirklich ein außergewöhnliches Mädchen. Ihr Geruchssinn war erstaunlich; sie konnte einer Fährte folgen wie ein Spürhund und Düfte lesen wie die Seiten eines Buches. Sie hatte die Mechaniken einer Reihe von Schlössern gelernt und knackte praktisch jedes mit zwei alten Haarnadeln, die sie am Pier aufgestöbert hatte. Und im Alter von fünf Jahren hatte sie sich selbst mit Hilfe von Reklametafeln und weggeworfenen Zeitungen das Lesen beigebracht. Sie hätte auch noch viele andere Sachen gelesen, aber es war ziemlich schwierig, in der örtlichen Bücherei vorbeizuschauen, wenn man in dichtes Fell gehüllt war und als Ausstellungsstück in einer Freakshow am Meer arbeitete. Dort hatte sie jeden wachen Moment eines jeden langen Tages verbracht, soweit sie zurückdenken konnte.

Grunchgirdles Welt der Skurrilitäten hockte am Ende des wackeligen Piers von Little Pilchton wie eine Dohle auf einem Ast. Mr Grunchgirdle, der Besitzer, war ein gichtkranker, klapperdürrer alter Mann mit der Ausstrahlung einer vertrockneten Forelle. Außer Sheba gab es noch zwei Attraktionen: ein ausgestopftes Eichhörnchen, dem statt der Beine das Hinterteil eines Karpfens angenäht worden war ('die einzige echte Meerjungfrau der Welt!') und ein Lamm mit zwei Köpfen namens Flossy. Sie waren alle in einer Schaubude zusammengezwängt, die kaum größer als ein geräumiger Schrank war und durch ihre Käfige noch kleiner wurde. Dort schliefen und aßen sie, dort wuschen sie sich (Letzteres sehr selten).

Es war ein Loch von einem Zuhause, und Sheba verbrachte viele Stunden mit der Frage, wie es sie hierher verschlagen hatte. Davor war sie in einem Armenhaus gewesen, aus dem Grunchgirdle sie herausgekauft hatte, aber die Zeit davor ... Sie besaß keine bewussten Erinnerungen an früher, nur die allerwinzigsten

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