text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Freestyler Roman von Brandis, Katja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.02.2016
  • Verlag: Beltz & Gelberg
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Freestyler

Was zählt, ist nur der Sieg ... Für ihren Traum vom Olympischen Gold optimieren "Freestyler" ihre Körper ganz legal mit High-Tech-Prothesen und Implantaten. Die junge Sprinterin Jola ist nicht sicher, ob sie sich operieren lassen will. Der Druck ist hoch: Mit einem modifizierten Körper hätte sie vielleicht eine Chance auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen 2032 - so wie Ryan, der beinamputierte Sprinter, in den sie sich verliebt hat. Aber die neue Technik birgt Gefahren. Und bald geht es nicht mehr nur um den Sieg, sondern um Leben und Tod ... Katja Brandis, geboren 1970, studierte Amerikanistik, Anglistik und Germanistik und arbeitete als Journalistin. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat inzwischen zahlreiche Romane für Jugendliche veröffentlicht. Sie lebt mit Mann, Sohn und drei Katzen in der Nähe von München. Bei Beltz & Gelberg erschienen von ihr die Romane "Freestyler", "White Zone - Letzte Chance", "Floaters. Im Sog des Meeres", "Und keiner wird dich kennen", "Vulkanjäger", sowie zusammen mit Hans-Peter Ziemek "Ruf der Tiefe" und "Schatten des Dschungels".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 438
    Erscheinungsdatum: 02.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783407747112
    Verlag: Beltz & Gelberg
    Größe: 3455 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Freestyler

Nur ein Lächeln

München, September 2030

Wieder mal zu spät. O Mann. Besser, sie verpasste die nächste Bahn nicht. Jola warf sich den Rucksack mit ihren Sportsachen über die Schulter und machte sich auf den Weg zur Station der U -Bahn-Linie 5, die erst letztes Jahr fertig geworden war. Am Knie hieß die, weil die Straße hier abknickte wie ein Gelenk. Zum Glück hatten ihre Freunde inzwischen aufgehört, Witze darüber zu reißen, wenn sie Jola besuchten. Ja, schon klar, Am Knie zu wohnen war deutlich besser als Am Arsch, total witzig.

Zwei Männer lungerten vor dem Café an der Kreuzung herum, rot unterlaufene Augen, Bierbäuche, mahlende Unterkiefer. Was hatten die da im Mund, Intelli-Maxx- Kaugummis? Ob die in diesem Fall noch was halfen? Leider musste sie an den Typen vorbei, war nicht zu ändern. Deren Blicke hatten sich an sie geheftet, gleich würden die ersten Bemerkungen kommen. Und jetzt musste sie auch noch stehen bleiben, weil die Fußgängerampel rot war und Autos vor ihr die Straße entlangströmten. Mist.

"Na, Süße?", sagte einer der beiden Männer, sie konnte ihn selbst aus einer Armlänge Entfernung riechen. "Hast du ein bisschen Zeit für uns? Ich geb dir auch 'n Kaugummi aus. Oder 'nen Drink."

Bloß nicht reagieren. Sonst kommen die richtig in Fahrt. Eisern starrte Jola auf den Eingang der Station, keine 50 Meter entfernt.

"Willste etwa noch die U -Bahn erwischen?" Der zweite Mann rülpste und warf einen Blick auf seinen Communicator, der die Form eines gewölbten rosa Busens hatte. "Vergiss es, Kleine. Die fährt in 30 Sekunden."

"Krieg ich", sagte Jola, ohne ihn anzusehen.

"Ja, ja, wer's glaubt, wird ..."

Die Fußgängerampel wurde grün.

Im Hochstart war Jola immer gut gewesen. Wie der Satz endete, hörte sie nicht mehr, weil ihre Füße bereits über den Asphalt flogen. Schon hatte sie den Eingang der Station erreicht und federte leichtfüßig die Treppen hinab.

Natürlich war sie rechtzeitig auf dem Bahnsteig. Sie ging oft zu spät los, aber sie hatte noch nie eine Bahn verpasst.

Die anderen waren schon vor ihr auf dem Olympiagelände eingetroffen - als Jola durch die Glasfront in die Werner-von-Linde-Halle hineinspähte, sah sie aus ihrer Sprintergruppe Samuel und Koray. Die beiden waren dabei, sich mit ein paar Steigerungsläufen aufzuwärmen. Es war unmöglich, dieses Duo zu übersehen, Samuel, der Star ihrer Trainingsgruppe, war über 1,90 und blond; Koray - dessen Eltern als Technologiebotschafter nach München gekommen waren - dunkelhaarig und fast einen Kopf kleiner.

Die gewaltige überdachte Leichtathletikanlage hatte mit der Turnhalle von Jolas Schule zum Glück überhaupt nichts gemeinsam: Es war warm und hell hier, und die Luft roch gut, keine Spur von Medizinball-Mief. Hier hatten sich damals, bei der Olympiade 1972, die besten Athleten der Welt aufgewärmt. Und durch diesen Tunnel dort - er war jetzt gerade abgeschlossen - waren sie ins riesige Stadion geleitet worden ...

Auf dem Weg zur Ecke der Halle, in der sich ihre Gruppe traf, ließ Jola den Blick über die Sandgrube der Weitspringer schweifen, über die Masten und dicken Matten der beiden Stabhochsprunganlagen, über die mit Netzen abgetrennten Bereiche, in denen die Kugelstoßer trainierten. Unter ihren Laufschuhen federte der raue rote Kunststoffbelag, aus dem auch das Herzstück der Halle bestand, die 200-Meter-Bahn. Auf der sie schon so oft gesprintet war, mit aller Kraft und hämmerndem Herzen.

Jetzt entdeckte sie auch Leni, das andere Mädchen in ihrer Trainingsgruppe - sie warf gerade ihre Sachen auf die Bank, verstaute die Datenbrille in ihrer Jacke und begann ihre braunen Locken zurückzubinden. Sie pendelte dreimal die Woche aus Rosenheim hierher. Gutes Training war buchstäblich Gold wert und hier

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen