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Freundschaftsprobe Eine wahre Pferdegeschichte von Berger, Margot (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2016
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Freundschaftsprobe

Sarahs geliebtes Pferd Nestor ist das, was man gemeinhin 'schwierig' nennt. Von seinem vorherigen Besitzer misshandelt, fasst Nestor nur sehr langsam Vertrauen zu seiner neuen Reiterin. Doch Sarah gibt nicht auf. Sie überredet ihre Eltern, sie mit ein paar Freundinnen auf einen einwöchigen Wanderritt gehen zu lassen. Sie hofft, dass die ununterbrochene Nähe sie und ihr Pferd zusammenschweißen wird. Was allerdings als schöne Ferien beginnt, wird zu einer Herausforderung für Pferd und Reiter ...

Margot Berger wuchs im Osnabrücker Land in bäuerlicher Umgebung auf. Ihre ersten Geschichten-Fans waren die beiden Brüder, die sie mit selbst erdachten Gute-Nacht-Erzählungen versorgte. Nach einem Redaktionsvolontariat besuchte sie das Düsseldorfer Institut für Publizistik. Es folgten Stationen als Redakteurin bei Tageszeitungen, Illustrierten, Fachzeitschriften und Jugendmagazinen. Hamburg wurde ihre Wahlheimat, wo sie als selbstständige Journalistin und Buchautorin mehr als 40 Bücher verfasste, in denen ihre Lieblingstiere die Hauptrolle spielen. Margot Berger starb im Oktober 2012.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 01.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401805641
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 3103 kBytes
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Freundschaftsprobe

1. Kapitel

M it der Handkante hämmerte Sarah gegen den klemmenden Eisenriegel, der die mannshohe Tür im Zaun vor dem Offenstall verschloss. Der Schieber gab um keinen Zentimeter nach, dafür tat ihr mittlerweile ganz schön die Hand weh.

Verflixt, sie war doch kein Schwächling. Das blöde Holztor war einfach total verzogen, schon seit Tagen. Sarah rieb sich die vom Märzregen klammen Finger und versuchte es noch einmal.

Verzögerungen konnte sie heute überhaupt nicht gebrauchen! Sie hatte nur eine knappe Stunde Zeit, um auszumisten, Heu zu verteilen und die drei Pferde vom Auslauf zu holen. Denn danach stand gleich der nächste Termin an: Paul, ihr neunjähriger Bruder. Um sechs Uhr wartete er wie üblich vor dem Sportzentrum auf sie. Dass sie ihn regelmäßig abends vom Fußballtraining abholte, gehörte zu Sarahs freiwilligem Familien-Dienst.

Wer, außer mir, dachte Sarah, während sie ihre Schulter gegen den Türrahmen presste, ist eigentlich so verrückt, sich ein ganzes Jahr lang zusätzliche Aufgaben aufzuhalsen? Nur um den Eltern zu beweisen, dass sie sich voll auf ihre Tochter verlassen können!

Dieses Vertrauen ihrer Eltern brauchte Sarah, damit sie ihr grünes Licht für den Wanderritt gaben, von dem sie seit einem Jahr träumte. Alles wollte sie tun, wirklich alles, um sich diesen Herzenswunsch zu erfüllen - mit ihren Freundinnen Anna und Leonie eine Woche nur reiten, reiten, reiten. Und nicht nur das allein. In erster Linie sehnte Sarah die Reittour herbei, damit sie und ihr Pferd Nestor endlich enger zusammenwachsen konnten. Anderthalb Jahre nach dem Kauf war sie ihrem Haflinger noch längst nicht so nahe gekommen, wie sie sich das erträumt hatte. Nestor war alles andere als einfach. Genau genommen hatte er zwei Gesichter: Während er sich unter Pferden normal aufführte - freundlich, regelrecht kontaktfreudig -, war Nestor im Umgang mit Menschen das genaue Gegenteil. Vermutlich hatte er früher schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und zog es daher jetzt vor, ihnen aus dem Weg zu gehen. Spröde, scheu und distanziert benahm sich Nestor, sobald sich ihm jemand näherte. Zwar gab es zwischen Sarah und ihm mittlerweile eine zarte, freundschaftliche Verbindung, aber nach wie vor trennte sie eine unsichtbare Wand von ihrem Pferd. Wenn es darauf ankam, wenn Gefahr drohte, suchte Nestor nicht ihre Nähe, sondern folgte dem Wiehern von Miro, dem Herdenchef.

Unzählige Fachbücher über Pferdeverhalten hatte Sarah durchforstet. Den Aufbau von Vertrauen studiert. Dabei war ihr der Einfall für die Gemeinschaftstour gekommen. Ein entspannter Wanderritt schien Sarah die ideale Therapie zu sein. Tag und Nacht könnte sie an Nestors Seite sein - und ihr Haflinger hätte auch seine vertraute Herde dabei. Tierärztin Dr. Ehrmann fand die Idee hervorragend. Ganz nebenbei versprach ein solcher Ritt ein prickelndes Abenteuer zu werden. Mit Leo und Anna im Heu schlafen . . . mit den Pferden picknicken . . . im See schwimmen. Grandios.

Was hatte sie zu Hause geredet, um ihre Eltern herumzukriegen! Zuerst hatten sie rundweg abgelehnt.

"Du bist erst vierzehn, Sarah."

"Leonie und Anna sind auch nicht viel älter, gerade 15 - und die dürfen."

"Wir lassen unsere minderjährige Tochter doch nicht allein durch die Weltgeschichte reiten. Außerdem ist Nestor zu unruhig."

"Wegen Nestor wollen wir den Ritt ja machen! Wir sind total sicher, dass er sich enger an Menschen anschließt, wenn wir immer mit ihm zusammen sind. Sagt Dr. Ehrmann auch."

Zäh hatte Sarah jeden Tag aufs Neue versucht, ihre Eltern zu überzeugen, dass dieser Wanderritt unbedingt notwendig war. In Fachbüchern suchte sie nach entscheidenden Stellen und hielt ihren Eltern die markierten Sätze unter die Nase.

"Hier, lest selber. Man soll mit dem Pferd viele Stunden außerhalb der Reitzeiten zusammen sein. So baut man eine positive Beziehung auf."

"Zugegeben, so eine Aktion bekäme Nestor be

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