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Gefährten des Windes 2 Romane in einem Band von Frank, Astrid (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.08.2015
  • Verlag: Thienemann Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Gefährten des Windes

Doppelter Lesespaß für Pferdefans: 'Fliegen wie Pegasus': Ganz oben auf der Siegerstraße ist er - Pegasus, das Springwunder. Und plötzlich der Sturz. Von einer Sekunde auf die andere ist alles anders: Der Wallach ist nicht mehr als seinen Fleischpreis wert. Doch dann rettet eine völlig andere Eigenschaft dem ehemaligen Turnierpferd das Leben, denn Pegasus versteht es, auf die Bedürfnisse behinderter Kinder einzugehen. 'Gigant': Ohrenbetäubender Lärm. Sirenengeheul. Dichter Rauch, der dem Pferd die Sicht nimmt. Doch Gigant bleibt ruhig. Das Polizeipferd und seine Reiterin Antonia sind ein eingeschworenes Team, das in gefährlichen Situationen perfekt funktioniert. Und sich aufeinander verlassen kann. 2 Romane über außergewöhnliche Pferde

Astrid Frank,1966 in Düsseldorf geboren, studierte Germanistik, Biologie und Pädagogik. Sie war als Lektorin und Übersetzerin in mehreren und für mehrere deutsche Verlage tätig und machte außerdem eine Ausbildung zur 'Zoobegleiterin des Kölner Zoos'. Nach dem Studium arbeitete sie für ein halbes Jahr in einer Buchhandlung und beleuchtete das Medium Buch damit von einer weiteren Seite. Seit 1998 schreibt sie Geschichten (für Kinder und Jugendliche). Astrid Frank lebt mit Mann, zwei Söhnen und Hund Aimee in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 10.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783522621250
    Verlag: Thienemann Verlag GmbH
    Größe: 2267kBytes
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Gefährten des Windes

1

E in klassischer Fehlalarm." Der Tierarzt Dr. Strauch sammelte seine Untersuchungsinstrumente ein. Er lächelte Fina mit seinem typischen schiefen Grinsen wohlwollend und tröstend an.

Augenblicklich hatte die junge Frau das Bild eines kleinen, schelmischen Jungen vor Augen, der jemandem erfolgreich einen Streich gespielt hat und sich darüber freut. Dabei war Dr. Strauch achtundzwanzig!

Herr Lothrop, der Besitzer des Gestüts, schnaubte. Sein Schnauben klang alles andere als wohlwollend oder tröstend.

Fina senkte den Blick und starrte auf den sorgfältig mit Stroh ausgepolsterten Stallboden. Von Hunden und ihren Besitzern sagt man, dass sie sich im Lauf der Zeit immer ähnlicher werden. Galt das auch für Menschen, die mit Pferden zu tun hatten?

"Machen Sie sich keine Sorgen", sagte Dr. Strauch und legte Fina eine Hand auf die Schulter, während er sich an ihr vorbei zur Boxentür drängte. "Der Stute geht es gut. Es ist alles in Ordnung." Seine Berührung hatte nicht die beruhigende Wirkung, die sie vielleicht haben sollte.

Fina nickte stumm. Sie war sich hundertprozentig sicher gewesen, dass Fleurie kurz vor der Niederkunft stand. Bewegungslos wartete sie, bis der schlaksige, junge Arzt und ihr korpulenter Chef, dem alles Schlaksige im Verlauf seiner sechsundfünfzig Lebensjahre abhanden gekommen war, den Abfohlstall verlassen hatten. Herr Lothrop warf ihr im Vorübergehen einen missbilligenden Blick aus seinen kleinen Schweinsaugen zu. Auch ohne diesen Blick war Fina bewusst, dass sie, die beste Bereiterin des international erfolgreichen Züchters, ihn enttäuscht hatte.

Die Kirchturmuhr schlug gedämpft. Mitternacht. Fina überprüfte noch einmal Einstreu und Tränke. Natürlich war alles in Ordnung. Mit einem letzten skeptischen Blick auf Fleurie, die unbeteiligt dastand und ihr gelangweilt hinterherschaute, schloss sie die Boxenklappe hinter sich.

Kaum hatte sich die Stalltür zugezogen, stöhnte die Stute leise. Ihre Flanken vibrierten. Fleurie wandte den Kopf und hob den Schweif. Sie drehte sich einige Male im Kreis wie ein Hund, der eine bequeme Schlafposition sucht, dann sank sie zu Boden.

Fina wälzte sich in ihrem Bett hin und her. Es lag nicht nur an der ungewohnt weichen Matratze im Gästezimmer des Gestüts oberhalb des neuen Stalls, dass sie keinen Schlaf fand. Immer wieder kontrollierte sie den Wecker, der sie in einer Stunde daran erinnern sollte, nach Fleurie zu sehen. Obwohl Dr. Strauch behauptet hatte, die Geburt würde mindestens noch vierundzwanzig Stunden auf sich warten lassen, wollte Fina sichergehen, dass mit der Stute wirklich alles stimmte. Warum musste auch ausgerechnet heute der Geburtsmelder spinnen?

Fina knipste das Licht an und starrte auf den Wecker. Sie verfolgte, wie die einzelnen Sekunden verstrichen. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig. Eine Minute schien ewig zu dauern.

Cäsar, Finas Mischlingshund, der vor dem Bett lag, grunzte missmutig und drehte ihr demonstrativ den Rücken zu.

Vielleicht hat er recht, dachte Fina, und ich sollte versuchen, etwas zu schlafen.

Fleurie zitterte vor Anstrengung. Sie war schweißüberströmt. Ihre Augen traten hervor, während ihr Körper von der Austreibungswehe erfasst wurde. Als die Wehe abklang, hob sie den Kopf und versuchte neugierig einen Blick auf die Vorderbeine des Fohlens zu erhaschen, die bereits zwischen ihrem Schweif zu sehen waren, bevor der Schmerz der nächsten Wehe sie zwang, sich wieder zurückzulehnen.

Der Atem des Pferdes ging schwer. Seine Nüstern weiteten sich und zogen sich wieder zusammen, als der Wehenschmerz erneut von ihm Besitz ergriff. Aber dies war nicht das erste Fohlen, das die Stute zur Welt brachte. Sobald der Schmerz für einen Augenblick nachließ, wandte sich Fleurie zum wiederholten Mal um und betrachtete zufrieden den Kopf des Fohlens, der mittlerweile, auf den Vorderbeinen ruhend, auf dem Stroh

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