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Gepardensommer von Brandis, Katja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.04.2020
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Gepardensommer

Wenn aus einem Abenteuertrip eine Reise zu sich selbst wird! Für alle Leserinnnen, die dem Ruf der Freiheit in die weite Welt folgen wollen. Vor allem aber für alle größer gewordenen Woodwalkers-Fans. Auf Lilly wartet ein unvergessliches Erlebnis: Sie darf auf einer Farm in Namibia mitarbeiten, die sich dem Schutz der bedrohten Geparden widmet. Dort soll die deutsche Tierarzttochter bei der Pflege verletzter Großkatzen, der Aufzucht verwaister Jungtiere und der Feldforschung im Busch mithelfen. Ein Traum wird für sie wahr! Lillys Aufenthalt klappt so lange gut, bis sie sich in Erik verliebt, den Sohn eines benachbarten Farmers. Seine seltsame Familie und seine Geheimnisse stürzen ihr Leben völlig ins Chaos. Katja Brandis, die mit ihrer Woodwalkers-Serie regelmäßig die Bestsellerliste stürmt, mit einem naturverbundenen Roman über den Schutz von Geparden in Namibia. Authentisch, sympathisch und völlig frei von kitschigem Sonnenuntergangspathos. Katja Brandis, geb. 1970, studierte Amerikanistik, Anglistik und Germanistik und arbeitete als Journalistin. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat inzwischen zahlreiche Romane für junge Leser veröffentlicht. Sie lebt mit Mann, Sohn und drei Katzen in der Nähe von München. www.katja-brandis.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 07.04.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401808918
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 2444 kBytes
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Gepardensommer

EIN UNFALL UND EIN GESCHENK

Wäre ich in diesem Winter zu einer Wahrsagerin gegangen, hätte sie mir - wenn sie etwas taugte - ziemlich seltsame Dinge erzählt. Dass für mich die Sonne bald aus dem Norden scheinen würde statt aus dem Süden. Dass ich Dutzende Raubkatzen persönlich kennenlernen würde ... und einen Jungen, der es sogar wert war, dass ich für ihn das Gesetz brach.

Nur die wenigsten Wahrsagerinnen hätten sich getraut, mir zu sagen, dass erst jemand sterben musste, bevor all diese Dinge geschehen konnten.

Es war Frodo, der starb. Nicht der Hobbit natürlich, der ist immer noch irgendwo in Mittelerde dabei, seine haarigen Füße zu kämmen. Frodo war mein Kater. Ich hätte nie gedacht, dass er überfahren werden würde, weil er ein Stadtkater und so klug war, dass er ungelogen einmal nach rechts und links guckte, bevor er eine Straße überquerte. Aber diesmal hatte es ihn erwischt und ich kniete auf der Straße neben ihm, streichelte ihn zum letzten Mal und sah kaum noch etwas vor lauter Tränen.

"Es ist bestimmt schnell gegangen, Lilly, er hat sicher kaum was gemerkt", versuchte mich meine Mutter zu trösten.

Was für eine dämliche Bemerkung. Wie kann man "kaum was merken", wenn einem ein Metallmonster das siebte Katzenleben aushaucht? Frodo würde mich nie wieder wecken, indem er morgens auf der Bettdecke herumtrampelte und mir zärtlich ins Ohr prustete. Und das wahrscheinlich nur, weil jemand unbedingt austesten musste, ob sein blöder BMW es auf einer Landstraße im Odenwald bis hundertsechzig schafft, auch wenn Schnee liegt und jeder vernünftige Mensch die Karre sowieso in der Garage lässt.

Ich verzog mich zu Harry, unserem Eichhörnchen, das in einem hohlen Baum hinter unserem Haus lebt. Harry könnte jederzeit in den Wald zurück, bleibt aber bei uns, weil er süchtig nach Cashewnüssen ist. Außer ihm tummeln sich bei uns noch drei Border Collies, zwei Schildkröten, ein Papagei, fünf Wüstenspringmäuse und ein pensioniertes Springpferd namens Silver. Aber die Schildkröten hatten sich für den Winter irgendwo eingegraben und eigneten sich sowieso nicht zum Knuddeln und Trösten, Silver lebte in einem Stall auf der anderen Seite von Michelstadt, der Papagei schlief noch und Harry und die Springmäuse hatten eher Grund zum Feiern - sie waren immer in Gefahr gewesen, als Frodos Snack zu enden.

Harry turnte von einem Ast herunter, sprang mir auf die Schulter und untersuchte meine Hand mit den winzigen Pfötchen, um herauszufinden, ob ich ihm eine Cashew mitgebracht hatte. Traurig kraulte ich sein samtweiches rotes Fell und ging gleichzeitig das Telefon holen, um Sofia anzurufen.

"Ach du große Scheiße", sagte sie, als sie hörte, was passiert war. "Ich komme gleich rüber."

Sofia hat eine Menge dunkler Locken, ganz liebe Augen und einen ihrer Meinung nach viel zu großen Hintern. Sie gehört zu denjenigen, die den Test bestanden haben - den Test, bei mir daheim einzulaufen und weder das Gesicht zu verziehen noch nach einer Viertelstunde zu flüchten. Als Sofia zum ersten Mal zu Besuch kam, war ihre Hose nach fünf Minuten von Frodos Haaren übersät, eine der Schildkröten lief stur wie ein Panzer immer wieder gegen ihren Schuh und Harry machte sich daran, in ihren Locken ein Nest zu bauen. Sofia verzog keine Miene. Alles, was sie sagte, war: "Kann ich ihn mitnehmen, falls er in meiner Frisur einschläft?"

Dann mussten wir beide furchtbar lachen.

Jetzt gerade war mir aber nicht nach Lachen zumute. Sofia nahm mich in den Arm und versprach: "Wir organisieren ein tolles Begräbnis für Frodo."

Ich nickte und wieder stieg die Traurigkeit in mir hoch, erstickte mich fast. Geduldig reichte Sofia mir noch ein paar Taschentücher.

"Hoffentlich versuchen meine Eltern nicht, mir eine neue Katze zu besorgen", presste ich hervor.

"Sag ihnen doch einfach, dass du das nicht willst", meinte Sofia und gab mir gleich die ganze Packung.

In drei Wochen war

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