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Gladiatorin - Freiheit oder Tod von Livingston, Lesley (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.08.2019
  • Verlag: cbt Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Gladiatorin - Freiheit oder Tod

Gefangene. Rebellin. Legende. Fallon ist die Tochter eines Keltenkönigs und Schwester der legendären Kämpferin Sorcha. An ihrem siebzehnten Geburtstag brennt Fallon darauf, im Schlachtfeld ihre von Caesars Armee getötete Schwester zu rächen. Doch stattdessen wird sie von Sklavenhändlern gefangen genommen und an eine Eliteschule für weibliche Gladiatorinnen im verhassten Rom verkauft. Als die größte Gefahr erweisen sich allerdings Fallons verbotene Gefühle für einen jungen römischen Soldaten ... Lesley Livingston hat sich schon als Schülerin für Mythologie begeistert und am liebsten Geschichten von legendären Kämpfern in sagenumwobenen Ländern gelesen. Sie hat ihren Studienabschluss an der Universität von Toronto gemacht und war über zehn Jahre lang Mitglied einer Shakespeare Theatergruppe. Sie lebt auch heute noch in Toronto und als echte Kanadierin ist sie stolz darauf, schon einmal den Stanley Cup, die wichtigste Eishockey-Trophäe der Welt, in ihrem Wohnzimmer beherbergt zu haben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 12.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641238674
    Verlag: cbt Jugendbücher
    Serie: Gladiatorin 1
    Originaltitel: The Valiant
    Größe: 3920 kBytes
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Gladiatorin - Freiheit oder Tod

I

D er vom Rücken der galoppierenden Pferde aufsteigende Dampf mischte sich mit dem Morgennebel. Unser Streitwagen raste zum anderen Ende des Vergessenen Tals und Maelgwyn Eisenhand - mein Wagenlenker, ständiger Begleiter und häufiger Gegner - zog die Zügel an.

"Nein!", schrie ich. "Schneller! Treib sie an!"

Mael machte sich nicht einmal die Mühe, mir einen Blick über die Schulter zuzuwerfen. Er wusste, dass jeder Widerspruch zwecklos wäre. Stattdessen gab er den Pferden den Kopf frei und ließ sie laufen. Wir flogen über den Boden wie Raben im Sturzflug über einem Schlachtfeld. Die Pferde schnaubten und gaben alles. Ihre Hufe trommelten über den grasigen Pfad und sandten einen feinen Sprühnebel in die Luft, der in unserer Fahrspur waberte.

Mit einem Speer, den ich fest in meiner rechten Faust hielt, stand ich breitbeinig hinter Mael und stemmte meine Füße gegen die schaukelnde Bewegung auf der Plattform des Wagens. Der Wind pfiff in meinen Ohren und der Boden unter unseren Rädern sauste dahin, sodass er nur noch verschwommen zu erkennen war. Noch nie zuvor waren wir so schnell gewesen und mein Herz hämmerte in meiner Brust. Ich verlagerte mein Gewicht und schob mich an Mael vorbei, trat von der Plattform des Streitwagens nach vorn und balancierte auf die vierkantige Deichsel hinaus, die zwischen den beiden Pferden entlangführte.

"Fallon - sei vorsichtig!", rief Mael, als ich mit einem Fuß vom Holz abrutschte.

Ich stieß die Luft zwischen zusammengebissenen Zähnen aus, als ich beinahe stürzte und mein Speer mir fast entglitten wäre. Ich packte meine Waffe fester, fand mein Gleichgewicht wieder und spähte nach vorn zum fernen Ende des Tals, wo der Boden plötzlich steil anstieg und sich zum Hügelgrab eines längst vergessenen Kriegers auftürmte. Ein einzelner, grob behauener Stein krönte die runde Hügelkuppe, an deren Fuß wir ein mannshohes Ziel aufgestellt hatten - einen Baumstumpf, mit Heu gepolstert, eingewickelt in Segeltuch und bemalt mit der schiefen Fratze eines römischen Soldaten.

Ich grinste, meine Haut prickelte erwartungsvoll. Der Wind zerrte mir die Haare aus dem Gesicht und aus den Augen, und ich sah alles kristallklar. Es war, als wäre die Zeit stehen geblieben und wartete nur auf mich.

Vorsichtig, einen Fuß vor den anderen setzend, arbeitete ich mich auf der Deichsel vor, während die Pferde weiterpreschten. Ich hielt den Atem an, bis ich den Rhythmus ihrer paarweisen Hufschläge in meinen Knochen spürte. Dann schulterte ich den Speer mit einem Ruck und rannte die Deichsel des Streitwagens entlang, bis ich zwischen den Schultern der galoppierenden Pferde zu stehen kam, meine Füße breitbeinig auf dem hölzernen Joch, mit dem sie an den Wagen geschirrt waren.

Mein Ziel heute Morgen war genauso einfach wie unmöglich: erfolgreich ein Streitwagen-Manöver ausführen, das "der Flug der Morrigan" genannt wurde, benannt nach der gefürchteten geflügelten Kriegsgöttin, die über die Schlachtfelder flog und die Seelen der würdigen Toten einsammelte. Ich hatte dabei zugesehen, wie meine ältere Schwester Sorcha es immer wieder versuchte. Es galt, in voller Fahrt über die schmale Deichsel eines Streitwagens zu balancieren, einen Speer auf ein Ziel zu schleudern, sich so lange zwischen den Pferden zu halten, bis der Speer feststeckte, und dann wieder in den sicheren Streitwagen zurückzurennen. Es war gefährlich. Es war atemberaubend.

Es war die Königsdisziplin eines echten Cantae-Kriegers.

Noch niemand, den ich kannte, hatte es bisher geschafft. Noch nicht einmal Sorcha.

Das letzte Mal, als Mael und ich es versucht hatten, hatte ich komplett den Halt verloren, war zwischen die Pferde gefallen und hatte mich gerade noch mit einem Arm und den Knien an der Deichsel festklammern können. Wenn ich gestürzt wäre, wäre ich wahrscheinlich getötet worden - von den Hufen niedergetrampelt oder den Wagenrädern überrollt.

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