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Glimmernächte von Gurian, Beatrix (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2016
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
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Glimmernächte

Ein Glimmen in der Nacht, ein Geheimnis hinter Masken, eine Liebe, die alles überwindet. Pippa zieht in ein wunderschönes Schloss nach Dänemark. Durch die Heirat ihrer Mutter mit dem Grafen Frederik von Raben lebt sie plötzlich in einem Traum aus verwunschenen Rosengärten, Spiegelkabinetten, und prachtvollen Kleidern - so, als wäre sie eine echte Prinzessin. Doch die neue Familie birgt ein Geheimnis, das immer mehr Besitz von Pippa ergreift. Bald weiß sie nicht mehr, was real ist und was nicht. Erst als sie beim Hochzeitsball ihrem verwirrend attraktiven Stiefbruder Niels begegnet, bekommt Pippa Antworten - und begibt sich damit in tödliche Gefahr. Als Pippa erkennt, welche Mächte sich hinter Schloss Ravensholm verbergen, muss sie alles aufs Spiel setzen, um nicht nur ihre Familie, sondern auch ihre große Liebe zu retten ... Beatrix Gurian (Beatrix Mannel) studierte Theater- und Literaturwissenschaften in Erlangen, Perugia und München. Danach arbeitete sie zehn Jahre als Redakteurin beim Fernsehen. Seitdem schreibt sie Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden. Für ihre aufwändigen Recherchen reist sie um die ganze Welt. Außerdem unterrichtet sie kreatives Schreiben für alle Altersstufen. Sie lebt mit ihrer Familie in München. Foto © Erol Gurian

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 01.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401805757
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1934 kBytes
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Glimmernächte

1

Dreizehn Tage zuvor ...

D ie Liebe war schuld. Wie immer, wenn alles in ihrem Leben schieflief. Pippa starrte aus dem Fenster der weißen Stretchlimousine in die öde Landschaft und konnte nicht glauben, dass sie wirklich in diesem Auto saß und dem Ende ihres bisherigen Lebens entgegenraste.

Manchmal war die Liebe noch schlimmer als der Tod. Der Tod heuchelte wenigstens nicht. Die Liebe dagegen verwandelte völlig normale Menschen zuerst in unerträgliche Glückslächler und dann in weinende Verlierer, die verzweifelt nach dem streng geheimen Code, dem Zauberwort suchten, das ihre Liebe in die einzig ewige verwandeln würde.

So ein Zauberwort, das hätte sie auch gern, um das Ganze noch zu stoppen, aber Pippa wusste keines und deshalb wurde sie immer schneller durch die kupferrote Abenddämmerung zum Ende des gottverlassenen Horizonts gefahren, dorthin, wo sie nicht sein wollte.

Die Geschwindigkeit in die falsche Richtung hatte sich verdoppelt, nein vervierfacht, seit ihre Mutter sie mit der Hochzeit überrumpelt hatte. Und jetzt saß sie in dieser Luxuskarosse in the middle of nowhere und übermorgen war schon der Polterabend.

"Das kann nicht dein Ernst sein!", hatte Pippa ihre Mutter noch vor einigen Wochen verzweifelt angebrüllt.

Doch ihre Mutter hatte nur genickt und ihr diesen gefährlichen "Die Liebe kann alles und darf alles"-Blick zugeworfen. Den kannte Pippa bis dahin nur von ihren Freundinnen, die sich so oft verliebten, wie Pippa Schnupfen bekam. Meist war es dann auch genauso schnell wieder vorbei, aber natürlich nur mit schrecklichen Herzschmerzen und jeder Menge Tränen. Offensichtlich war es aber noch sehr viel schlimmer, wenn Ältere infiziert wurden, denn bei ihrer Mutter blieb es nicht bei einem Liebesschnupfen, ganz im Gegenteil, dieses gewisse Lächeln durchglühte jetzt ständig ihr Gesicht und ihre Augen leuchteten, als würden Glücksfeen dahinter brennende Wunderkerzen schwenken. Der Blick der Eingeweihten. Der Liebenden, die ihre rosa Brille trugen wie einen Orden.

"Aber ... nach Dänemark? Im Ernst? In eine Ruine am anderen Ende der Welt?"

Daraufhin stahl sich ein sanftes Lächeln auf die Lippen ihrer Mutter, so als wäre Pippa ein neugeborenes Fohlen, das nur einen freundlichen Schubs brauchte, um aufzustehen und laufen zu lernen.

"Mein Schatz, du übertreibst, es ist keine Ruine, sondern ein Schloss", hatte sie ihre Tochter sanft korrigiert. "Und es wäre schön, wenn du ein wenig offener für Veränderungen sein könntest. Nimm dir ein Beispiel an Matteo: Er findet unseren Umzug aufregend und freut sich schon auf seine neue Familie!"

Na klar, ihr Bruder war fünf Jahre alt und freute sich auch über Würstchen im Schlafrock, Grashüpfer und Furzkissen.

"Ich bin definitiv zu erwachsen, um über einen Stiefvater zu jubeln, der direkt von der trostlosen Hölle am kalten Ende der Welt kommt."

Ihre Worte löschten diesen seltsamen "Wunderkerzen Pferdemutter die Welt ist Liebe"-Blick im Gesicht ihrer Mutter schlagartig aus, ließen aber keinen Triumph, sondern nur ein schales Gefühl in Pippas Magen zurück. Zugegeben, das war nicht sehr nett gewesen. Manchmal gingen die Worte einfach mit ihr durch.

"Niemand erwartet, dass du Frederik als deinen Vater akzeptierst, aber ein wenig mehr Respekt hielte ich doch für angebracht. Wir wohnen keineswegs in der Hölle, sondern auf Ravensholm, einem wunderbar renovierten Schloss mit jedem erdenklichen Luxus."

"Als ob ein Schloss das Tollste auf der Welt wäre!"

Ihre Mom hatte den Kopf geschüttelt. "Pippa, mein Schatz, es ist doch eine wundervolle Chance für uns alle! Die meisten Menschen träumen davon, ohne Sorgen leben zu können. Und noch dazu an einem so magischen Ort, an dem die Ostsee und die Nordsee ineinanderfließen."

Pippa seufzte. Der einzige Ort, den sie magisch fand, war Berlin.

"Darf ich noch einen Film?", unterbrach Matteo ihr

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