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Hüter der fünf Leben von Stevens, Nica (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.03.2017
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Hüter der fünf Leben

Für die 17-jährige Vivien zählen die Sommertage, die sie bei ihrem Vater in einem kanadischen Nationalpark verbringt, zu den schönsten im Jahr. Doch dann begegnet sie dem gut aussehenden Liam, ihrem Freund aus Kindertagen, und nichts ist mehr wie zuvor. Scheinbar ohne Grund verhält er sich ihr gegenüber kühl und distanziert. Als sie durch Zufall das seltsame Brandmal auf seiner Brust entdeckt, wendet er sich ganz von ihr ab. Vivien beschließt, Liams Geheimnis zu lüften - und kommt ihm dabei gefährlich nahe ...

Nica Stevens, geboren 1976, ist Mutter von zwei Söhnen und lebt mit ihrer Familie in Deutschland. Schon als junges Mädchen war sie von Büchern fasziniert und begann schließlich, ihre eigenen Geschichten aufzuschreiben. Ihr Debüt 'Verwandte Seelen' wurde auf Anhieb zum Bestseller. Seitdem lebt Nica ihren Traum und widmet sich hauptberuflich dem Schreiben von Liebesromanen. Für sie gibt es nichts Schöneres, als ihre Leser den Alltag vergessen zu lassen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 24.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646929386
    Verlag: Carlsen Verlag GmbH
    Größe: 3668 kBytes
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Hüter der fünf Leben

2.
Kapitel

Als ich erwachte, verriet mir die atemberaubende Landschaft, dass wir am Ziel waren. Malerische Seen und gewaltige Flussläufe lagen eingebettet in den immergrünen Nadelwäldern. Im Hintergrund waren die schneebedeckten Gipfel der Rocky Mountains zu sehen.

Wir hatten bereits an Höhe verloren und flogen auf den kleinen privaten Flughafen von Jasper zu. Neben dem Rollfeld stand Dad und wartete schon auf uns.

Als der Helikopter schließlich auf der Rasenfläche aufsetzte, gab es für mich kein Halten mehr. Noch ehe die Rotorblätter zum Stillstand gekommen waren, schnallte ich mich ab, öffnete die Tür und rannte auf meinen Vater zu, der mir mit ausgebreiteten Armen entgegenkam.

»Endlich ...« Er schloss mich fest in eine Umarmung.

»Lass dich anschauen.« Dad nahm meine Hand, hob sie über meinen Kopf und drehte mich, als würde er mit mir tanzen. »Du bist ...«

»... groß geworden«, vervollständigte ich seinen Satz. »Aber ich kann dich beruhigen, mittlerweile müsste ich ausgewachsen sein und du brauchst keine Angst mehr zu haben, dass ich dich irgendwann noch überrage.«

»... noch hübscher geworden, wollte ich eigentlich sagen.« Er wandte sich Taylor zu, der neben uns trat und ihm meinen Koffer überreichte. »Hallo, Taylor. Wie war der Flug?«

Taylor lächelte mich an. »Ich hatte zur Abwechslung eine sehr angenehme Flugbegleitung.«

Dad lachte und rieb sich die Nase, die ziemlich gerötet war. »Das klingt ganz danach, als hätte Campbell noch immer nichts von seinem speziellen Charme eingebüßt.«

Taylor wurde ernst. »Sehen Sie zu, dass Sie Vivien aus den Fängen dieses Mannes befreien.«

Und da war er wieder, dieser unergründliche Blick, den er mir gelegentlich zuwarf. Wollte er mir damit irgendetwas sagen? Was ging bloß in ihm vor?

»Darauf können Sie sich verlassen«, erwiderte Dad. »In wenigen Monaten wird Vivien achtzehn, dann kann Campbell mich nicht mehr daran hindern, meine Tochter öfter zu sehen.«

Taylor räusperte sich. »Ich gehe jetzt schnell etwas essen, solange der Helikopter betankt wird. Mr Campbell erwartet mich heute noch zurück.« Er eilte davon und wir sahen ihm irritiert nach.

»Komm, lass uns nach Hause fahren.« Dad ergriff meine Hand, um mich zu seinem Geländewagen zu führen, der dringend mal wieder eine Autowäsche benötigte. Dass der Chevrolet ursprünglich weiß war, konnte man nur erahnen. Der grüne Seitenstreifen mit der Aufschrift Parks Canada war kaum sichtbar, so dick haftete der Schlamm auf dem Lack.

Ich schaute ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.

Dad lachte und zerzauste sein dunkelblondes kurzes Haar. »Hey ... Das ist ein Gebrauchsgegenstand. Was kann ich dafür, wenn es ständig regnet und das Gelände voller Matsch ist.« Er nieste mehrmals.

»Brauchst du ein Taschentuch?«

»Nein, danke. Wenn ich einmal mit Schnäuzen anfange, kann ich nicht mehr damit aufhören.« Er rümpfte seine wunde Nase. »Seit Wochen schleppe ich jetzt schon diese blöde Erkältung mit mir herum.«

Im Innenraum von Dads Wagen herrschte das reinste Chaos. Auf der Rückbank und im Fußraum verteilten sich haufenweise Ordner und loses zum Teil zusammengeknülltes Papier. Zu der leeren Coladose, aus der einige Tropfen ausgelaufen waren und eine klebrige Spur auf der Ablage vor mir hinterließen, gesellte sich noch ein angebissener Apfel und eine offene Tüte Chips.

»Du hast dir ja richtig Mühe gegeben, noch etwas Ordnung zu schaffen, bevor ich ankomme.«

Dad fuhr los. »Du kennst mich doch.«

Ich nahm eine Handvoll Chips und warf einen davon in seine Richtung, bevor ich mir die anderen alle auf einmal in den Mund schob. »Leben und leben lassen, richtig?«, gab ich seine altbekannte Devise kauend zum Besten.

Er lächelte mich an. »Du hast mir gefehlt, Kleines.«

Ich beobachtete die tief hängenden Wolken, die an den Berggipfeln vorüberzo

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