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Hannah auf neuem Kurs von Birkigt, Marion (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2006
  • Verlag: Verlag der Francke-Buchhandlung
eBook (ePUB)
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Hannah auf neuem Kurs

Eigentlich ist für Hannah alles im grünen Bereich. Doch dann der Schock: Sie soll ins Internat! Wie furchtbar!! Nur fremde Gesichter um sie herum, und alle ihre Freunde sind weit weg. Aber vielleicht kann sie neue Freunde finden? Vielleicht ist alles gar nicht so schlimm? Ohne den ,,Eichenhof' hätte sie jedenfalls Leonie, Lissy und Isabell nie kennen gelernt. Und dann ist da noch Constanze, die ganz entschieden an Gott glaubt. Den gibt's doch gar nicht, meint Hannah. Kann Constanze Hannah vom Gegenteil überzeugen? Nimmt Hannahs Leben eine entscheidende Wende? Ab 10 Jahren

Marion Birkigt ist die Mutter der Krimi-Kinder. Ihre Leidenschaft sind Serien. Jeden Abend, auch im Urlaub. Früher sogar noch am Herd: 'Mit der einen Hand rührte ich um, mit der anderen machte ich Notizen.' erinnert sie sich. Marion Birkigt stapft durch ihren Garten in Wellingsbüttel bei Hamburg, unter einem Arm den Laptop, unter dem anderen einen Stapel Taschenbücher. Sie ist Autorin, schreibt Kriminalromane für Kinder, und das gleich serienweise. 17 Bände hat die Hamburgerin seit 1991 veröffentlicht, ein weiterer ist beim Verlag in Arbeit, einer steckt im Computer und zwei hat sie noch im Kopf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 01.07.2006
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783868278767
    Verlag: Verlag der Francke-Buchhandlung
    Serie: Internat Eichenhof Bd.1
    Größe: 297kBytes
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Hannah auf neuem Kurs

1. Das dicke Ende

"Aber das ist ja furchtbar!" Meine beste Freundin Laura sieht mich entsetzt an. "Das kann er doch nicht machen!"

"Doch, das kann er", seufze ich.

"Kostet das nicht eine Stange Geld? Kann er das denn bezahlen?!"

"Kann er", bestätige ich resigniert. "Leider."

Der, von dem wir sprechen, ist mein Vater, den ich normalerweise liebevoll Papa nenne. Doch jetzt nicht, denn ich bin sauer, echt sauer, weil ...

Aber vielleicht sollte ich erst ein bisschen was von mir und meiner Familie erzählen, bevor ich zu dem Punkt komme, den Laura so entsetzlich findet. Ich übrigens auch.

Also, ich heiße Hannah Mommsen und bin gerade vierzehn geworden. Mein Vater ist eigentlich in Ordnung: Aus Sachen, die ihn nichts angehen, hält er sich raus, nervt nicht mit der Schule, und man kann mit ihm reden, wenn es ein Problem gibt. Vielleicht wundert ihr euch, dass ich meine Mutter nicht erwähne, aber die ist gestorben, als ich noch in den Kindergarten ging. An Nierenkrebs, das war ziemlich schlimm, aber ich habe das zum Glück nicht richtig mitgekriegt, weil ich noch so klein war.

Papa ist von Beruf Kapitän, er war oft "auf großer Fahrt", wie Mama immer gesagt hat. Für mich war das okay, ich kannte es ja nicht anders, und wenn er dann da war, war es doppelt schön. Nun darf man sich das nicht so vorstellen, dass Papa auf seinem Schiff eine weiße Uniform mit Goldtressen trug, so, wie man das aus dem Fernsehen kennt von der "Traumschiff"-Serie. Er fuhr auch nicht auf einem tollen Kreuzfahrtschiff wie der "Aida" oder gar der "Queen Mary", sondern war Käptn auf einem Frachter, der Container transportierte.

Als Mama dann so krank wurde, ist Oma "Stuttgart" zu uns gekommen und hat sich um Mama und mich gekümmert. Ich habe da natürlich nicht mehr Oma "Stuttgart" gesagt, sondern Omili. Eigentlich heißt meine Oma Lisbeth, und so wurde Omili daraus. Es gibt auch noch Oma und Opa "Florida", das sind Papas Eltern, die ihren Lebensabend in der Nähe von Miami Beach verbringen. Wir haben sie einmal besucht, Papa und ich, in den Sommerferien, da war ich zehn. Die beiden waren sehr nett, aber am wichtigsten waren für mich natürlich Disney World in Orlando und die Fahrt mit dem Glasbodenboot in den Keys.

Als es Mami sehr schlecht ging, war auch Papa die ganze Zeit da. Ich glaube, er und Omili haben sich gegenseitig getröstet. Für Omili muss es furchtbar gewesen sein, ihre Tochter so leiden zu sehen. Aber sie hat sich mir zuliebe wahnsinnig zusammengerissen und versucht, sich von ihrem Kummer nichts anmerken zu lassen. Mami war ein Einzelkind, genauso wie ich. Eine Zeit lang habe ich mir eine Schwester gewünscht, aber später nicht mehr, als ich bei meinen Freundinnen gesehen habe, dass Schwestern sich oft gar nicht so gut verstehen, wie ich mir das vorgestellt hatte, sondern sich meistens zanken. Da war ich dann ganz froh, dass es nur mich gab, und wenn ich mir etwas gewünscht habe, dann nur, dass Mami wieder gesund wird. Aber das war unmöglich, Papa hat es mir ganz ruhig erklärt, als Mami ins Krankenhaus gekommen war. Ich fand das total ungerecht und war abwechselnd böse und traurig. Dabei hatte ich immer gebetet: "Bitte, bitte, lieber Gott, mach meine Mami wieder gesund!"

Ich weiß nicht mehr, ob ich schon da aufgehört habe, an einen "lieben Gott" zu glauben oder ob das erst allmählich kam. Jedenfalls konnte ich mir irgendwann nicht mehr vorstellen, dass es überhaupt einen Gott gibt, und wenn doch, dann kümmerte er sich nicht gerade gut um uns Menschen. Omili sah das wohl genauso, nach Mamis Tod erwähnte sie Gott jedenfalls mit keinem Wort mehr, und in die Kirche gingen wir nie, nicht mal Weihnachten oder Ostern.

Im Krankenhaus durfte ich Mami nicht besuchen, egal, wie sehr ich bettelte. Und drei Tage später hatte Omili geschwollene, rot geweinte Augen, und Papa sah aus wie ein Geist: ganz blass, mit tiefen Schatten unter den Augen. "Mama ist

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