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Holmes und ich - Die Morde von Sherringford Roman von Cavallaro, Brittany (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.02.2016
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
8,99 €
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Holmes und ich - Die Morde von Sherringford

So hast du Holmes und Watson noch nie erlebt! Drei Dinge will Jamie Watson partout vermeiden, als er gegen seinen Willen auf ein Internat an der Ostküste der USA geschickt wird: 1. Dort auf die charismatische Charlotte Holmes zu treffen, Nachfahrin des legendären Sherlock, die allerorten für ihren komplizierten Charakter und ihr detektivisches Genie bekannt ist. 2. Sich in besagte Charlotte zu verlieben - natürlich unglücklich. 3. Gemeinsam mit Charlotte in einen Mordfall verwickelt zu werden. Doch dann wird Jamie von seinem Zimmergenossen zu einer Party mitgeschleift, auf der er Charlotte begegnet und sofort von ihr fasziniert ist. Kurz darauf geschieht ein Mord. Hauptverdächtige: Jamie Watson und Charlotte Holmes! Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen. Brittany Cavallaro absolvierte ihren BA in Literatur am Middlebury-College in Vermont, gefolgt von einem MFA Studium in Poetry an der University of Wisconsin/Madison. Derzeit bereitet sie ihre Promotion an der University of Wisconsin/Milwaukee vor. Seit ihrer Kindheit ist Brittany Cavallaro ein riesengroßer ?Sherlock?-Fan - so kam ihr die Idee zu "Holmes & ich". Sie lebt mit ihrer Familie und einer wachsenden Zahl an Sherlock-Holmes-Mützen in Michigan.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 19.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423428958
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Junior Bd.1
    Originaltitel: A Study in Charlotte
    Größe: 1186 kBytes
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Holmes und ich - Die Morde von Sherringford

2.

Es war kurz vor Einbruch der Morgendämmerung, als ich Schreie hörte.

Zuerst nahm ich sie nur als Teil meines Traums wahr. Es waren die Schreie eines wütenden Mobs; sie waren mit Fackeln und Mistgabeln bewaffnet und jagten mich in einen Stall, wo ich mich hinter einer verblüfft glotzenden, wiederkäuenden Kuh versteckte.

Man musste kein Psychoanalytiker sein, um zu verstehen, was dieser Traum bedeutete. Nach meiner Prügelei mit Dobson hatte sich mein Status von "völlig unbekannt" in "berühmt-berüchtigt" verwandelt. Plötzlich hatte jeder eine Meinung über mich, selbst Leute, mit denen ich noch nie etwas zu tun gehabt hatte. Dobson war nicht sonderlich beliebt; er war ein Schwachkopf und respektlos Mädchen gegenüber, aber er hatte einige stiernackige Freunde, die deutlich Präsenz zeigten, wenn ich in den Speisesaal kam. Was Tom anging, so rieb er sich insgeheim freudig die Hände. Klatsch und Tratsch waren die bevorzugte Währung in Sherringford, und vermutlich glaubte er, in mir als seinem Zimmernachbarn einen Schlüssel zur königlichen Schatzkammer gefunden zu haben.

Aber für mich hatte sich nicht wirklich viel verändert, außer dass ich mich in Sherringford jetzt noch weniger wohlfühlte. Jedes Mal, wenn ich in den Französischunterricht kam, wurde es schlagartig still, und eines Morgens passte mich auf dem Weg ins Naturwissenschaftsgebäude eine Neuntklässlerin ab und fragte stammelnd, ob ich sie zum Schulball begleiten wolle, während ihre im Hintergrund wartenden Freundinnen ein Kichern unterdrückten. Sie war auf eine blonde, zerbrechliche Art süß, aber ich sagte ihr, dass mir die Teilnahme am Ball verboten worden war. Was fast der Wahrheit entsprach. Ich war einen Monat lang von praktisch allen schulischen Aktivitäten ausgeschlossen worden, soll heißen: keine Arbeitsgemeinschaften, keine Ausflüge in die Stadt und - dem Himmel sei Dank - kein Rugbytraining, wobei man mir versicherte, dass mein Stipendium trotzdem weiterhin Bestand hatte. Allerdings hatten sie vergessen, mir den Schulball zu verbieten. Es war keine besonders harte Strafe, wie die hübsche Krankenschwester, die meine gebrochene Nase untersuchte, beteuerte. Ich empfand es noch nicht einmal annähernd als Strafe.

Nach der Prügelei hatte ich immer wieder nach Holmes Ausschau gehalten, obwohl ich nicht wusste, was ich überhaupt zu ihr sagen sollte. Den Pokerabend blies sie in der darauffolgenden Woche ab, aber ich wäre sowieso nicht hingegangen. Wäre ich dort aufgetaucht, hätte das nur ihr Vorurteil von mir als Stalker bestätigt. Es war praktisch unmöglich, jemandem in Sherringford, mit seinen gerade mal fünfhundert Schülern und einem briefmarkengroßen Campus, aus dem Weg zu gehen, aber Holmes schaffte es trotzdem irgendwie. Sie tauchte weder im Speisesaal auf noch traf ich sie auf dem Weg zum Unterricht.

Ich glaube nicht, dass ich so viel Zeit mit Nachdenken verbracht hätte - über sie, meine ich -, wenn mir nicht gleichzeitig bewusst geworden wäre, wie schlecht ich mich in Sherringford einfügte. Vor dem ganzen Ärger mit Dobson hatte ich mich hier und da mit ein paar Leuten angefreundet, was sich vor allem durch Tom ergeben hatte, der anscheinend wirklich jeden kannte - von den süßen Mädchen in meinen Kursen bis zu den Schülern des Abschlussjahrgangs, die auf den Campus-Grünflächen Ultimate-Frisbee spielten. Aber all diese Verbindungen hatten etwas Oberflächliches, als würde ein starker Wind ausreichen, um sie auseinanderzuwehen.

Vor allem störte mich, dass die Leute hier ständig über Geld redeten. Nicht offen. Es wurde nicht nach dem Jahreseinkommen der Eltern gefragt. Man versuchte eher beiläufig herauszufinden, was sie beruflich machten. Ich hab gehört, deine Mom ist Senatorin? Ist dein Vater nicht Hedgefonds-Manager? Einmal hörte ich, wie ein Mädchen zu einem anderen sagte, Hey, cool, wir sind an Weihnachten auch in uns

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