text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Ich gehöre ihm von Gilges, Angela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.01.2019
  • Verlag: Oetinger Taschenbuch
eBook (ePUB)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ich gehöre ihm

Aber er liebt mich doch! Caro ist eine 15-Jährige mit den klassischen Unsicherheiten der Pubertät. Und die weiß einer auszunutzen: Nick. Erst trägt er seine 'Prinzessin' auf Händen, dann mitten in den Teufelskreis aus Manipulation und Abhängigkeit. Man möchte 'Stop!' schreien, wenn Ich-Erzählerin Caro morgens zur Schule, nachmittags auf den Straßenstrich und abends zu den ahnungslosen Eltern geht. Wenn 'Loverboy' Nick sie immer wieder um den Finger wickelt. Findet sie einen Ausweg aus dieser Situation? 'Ich gehöre ihm' ist ein sehr eindringliches, wichtiges Buch über sexuelle Gewalt, Manipulation und Abhängigkeit, entstanden in Zusammenarbeit mit Ex-Polizistin und Schulreferentin Bärbel Kannemann. Angela Gilges schrieb mit 14 ihre ersten Kurzgeschichten, mit 17 ging sie nach Wien, um dort Schauspiel zu studieren. Danach ging es weiter ans Wiener Burgtheater, dann mit Peter Zadek ans Berliner Ensemble, wo sie ein paar Jahre über die Bretter, die die Welt bedeuten, getobt ist. Nach dem ganzen Theater zog es sie zu den (echten) Affen und sie arbeitete als Affen- und Vogelpflegerin in den Zoos Dortmund und Wuppertal. Das Schreiben ließ sie aber all die Jahre nicht los und 2011 probierte sie aus, ob sie nicht davon leben könnte. Siehe da, es ging! Angela hat seitdem viele Drehbücher geschrieben und freut sich jetzt darauf, ihr erstes 'richtiges' Buch veröffentlichen zu dürfen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 17.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864180736
    Verlag: Oetinger Taschenbuch
Weiterlesen weniger lesen

Ich gehöre ihm

2

Mein frisch erworbener Kapitänsposten muss gefeiert werden, also flüchten wir nach dem Training bei gefühlten fünfzig Grad im Schatten in das klimatisierte Innere eines Fast-Food-Schuppens: Lara, ich und meine zwei überdimensionierten Schweißflecken unter den Achseln. Ich würde am liebsten meinen Hoodie überziehen. Hoodies sind meine Geheimwaffe, zusammen mit nach vorne hängenden Schultern könnten sie auch gleich 55 Prozent meines Brustumfangs verdecken. Aber es ist einfach zu heiß für einen Hoodie heute, Klimaanlage hin oder her.

Wir sind bei meinem Lieblingsthema: Tom. Und ob er und Meerschweinchen-Chrissy wohl ein Paar werden.

Lara hat so viele Pommes im Mund, dass bei ihrer Antwort kleine Stückchen davon über den Tisch fliegen.

"O 'n ... Atsch!", posaunt sie unverständlich.

Ich hebe eine Augenbraue. "Was war das im Mittelteil?"

Lara schluckt.

"So ein Quatsch!", wiederholt sie. "Bei der Tonlage von Madame kriegt der doch sofort einen Hörsturz, wenn er jemals versucht, sie zu knutschen."

Ich zucke die Schultern, während ich zugleich verstohlen zum riesigen Spiegel rüberschiele. Unauffällig zuppel ich mein T-Shirt zurecht. Nicht unauffällig genug, Lara entgeht nichts.

"Und wenn du noch so viel an deinem Shirt rumnestelst, kleiner werden die Dinger doch nicht."

Ich grunze und schieb mir ein paar Pommes rein.

"Kein Wunder, dass Tom mich nicht auf dem Schirm hat. Da ist vor lauter Holz gar keine Hütte mehr da ...", murmle ich, auch wenn ich selbst weiß, dass ich meine Pommes besser in Mayo als in Selbstmitleid ertränken sollte.

"Jetzt hör doch mal auf mit dem Idioten! Das ist ein Kleinkind aus der Zwölften, was willst du denn mit dem? Der rasiert sich doch noch nicht mal."

"Na klar rasiert der sich", verteidige ich Toms Bartwürde.

Lara stöhnt entnervt. "Darum geht's nicht. Du musst einfach mal einen richtigen Mann treffen, dann läuft die Kiste schon."

"Nicht alle stehen auf Opas", kontere ich.

"Benedict Cumberbatch ist kein Opa, sondern ein Gentleman! Vielleicht der letzte, den es noch gibt!", echauffiert sich Lara.

"Auf jeden Fall ist er ziemlich verheiratet."

"Pah, die fress ich zum Frühstück, die Theaterschnickse." Lara grinst diabolisch und verschlingt den Rest ihres Burgers.

"Dann kannst du ihn ja zusammen mit deiner Mutter klarmachen", ich grinse zurück und weiche in letzter Sekunde der Pommes aus, die sie prompt nach mir wirft.

"Der läschn ... an", brabbelt Lara, schon wieder mit vollem Mund.

Wieder hebe ich nur fragend eine Augenbraue.

"Der lächelt dich voll an!" Lauter könnte Lara das jetzt nicht durch den Laden gerufen haben. Ich drehe mich extra nicht um zur Kasse, zu der Lara begeistert zeigt.

"Ja, klar, superwitzig." Ich esse einfach weiter. So leicht gehe ich Lara nicht auf den Leim.

"Jetzt guck doch wenigstens hin!"

Okay. Sie meint es ernst. Ich riskiere einen schnellen Blick zur Kasse.

Was ich da sehe, muss ein Fehler in der Matrix sein.

Mich lächelt tatsächlich ein Junge an. Mich! Und gut sieht er auch noch aus. Glaub ich zumindest. Ich hab mich so schnell wieder weggedreht, dass ich mir schon nicht mehr sicher bin.

"Der muss sich die Kontaktlinsen falsch rum eingesetzt haben", sage ich leicht verdattert. Eine andere Erklärung finde ich nicht.

"Wirst du grade rot?", erkundigt sich Lara.

Aargh. Könnte sie nicht wenigstens leiser sprechen!

Ich riskiere einen zweiten Blick zur Kasse. Der Junge schaut nicht mehr her. Er zahlt grade; und anscheinend hat er was Lustiges gesagt, denn die Fast-Food-Tante gluckst ganz beglückt.

Jep. Von der Seite sieht er tatsächlich unverschämt gut aus. Seine dunkelblonden Haare fallen ihm in die Stirn; und im Gesicht trägt er den eindeutigen Beweis dafür, dass

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen