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Ich wollt, ich wär ein Kaktus von Teichert, Mina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.01.2018
  • Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Ich wollt, ich wär ein Kaktus

Witzig-turbulente Alltags-Geschichte für Mädchen ab 10 von Spiegel-Besteller-Autorin Mina Teichert! Lu wird so lange die Luft anhalten, bis Mama es sich anders überlegt und nicht wegen ihres neuen Freundes mit ihr zu Oma Käthe zieht. Eine neue Schule, ohne ihre Freunde? Das ist Bullshit! Leider hilft alles nix und Lu muss wohl oder übel ihre Kakteensammlung einpacken. Also beschließt sie, ihre Stacheln auszufahren. Doch dann trifft sie Julian und die Sache mit den Gefühlen wird noch komplizierter ... Mina Teichert wurde in dem schneereichen Jahr 1978 in Bremen geboren und lebt mit ihrer kleinen Familie im ländlichen Idyll Niedersachsens. Nachdem sie zunächst als Kind hartnäckig das Ziel verfolgte, Kunstreiterin im Zirkus und Wahrsagerin zu werden, sattelte sie mit vierzehn um und träumte von dort an von der Schriftstellerei. Heute schreibt sie mit Begeisterung Geschichten für Jung und Alt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 16.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783522653855
    Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
    Größe: 7624 kBytes
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Ich wollt, ich wär ein Kaktus

Mama verhält sich komisch. Sie pfeift die ganze Zeit vergnügt vor sich hin, und das auch noch ziemlich schief. Es geht mir ganz schön auf die Ohren, also schließe ich mit einem Knall meine Zimmertür. Soll sie ihre gute Laune doch woanders versprühen.

Eine Weile stehe ich vor meinem Spiegel und betrachte mich. Die blonden Locken stehen mir widerspenstig vom Kopf ab und meine blauen Augen schauen fragend zurück.

Meine Laune ist ganz und gar nicht gut, seitdem ich weiß, was hier los ist: Mama hat sich in Jo verknallt und hat meinem Papa erklärt, dass sie nun endgültig mit mir ausziehen wird! Saublöd. Okay, es ist nicht immer gemütlich mit Mama und Papa im selben Haus, weil sie sich meistens anschweigen oder anmotzen. Trotzdem bin ich nicht bereit, hier wegzugehen.

Ich lasse mich auf mein Bett fallen und ziehe mir die Decke bis zum Hals.

Eigentlich dachte ich, dass sich nur junge Leute verlieben. So wie Pia, unsere Nachbarin. Die ist siebzehn und verliebt sich jede Woche in jemand anderen. Beängstigend, wenn man mich fragt. Mama sagt, mit der Liebe ist das so eine Sache. Sie kommt und geht. Und man kann nichts dagegen machen. Nur mit den eigenen Kindern ist das anders, die liebt man ewig und drei Tage.

Im Flur höre ich jetzt Türen auf- und zuschlagen und das Rumpeln von Kartons. Bestimmt hat Mama sie wieder komisch gestapelt und sie sind umgefallen. Denn mit dem Stapeln von Gegenständen und mit Geometrie hat Mama es nicht so. Papa flucht. Ich verdrehe die Augen.

Also würde es jetzt wohl ernst werden? Das heißt dann fürs Erste: Ade, Paps. Ade, Streitereien und Kummer am Morgen. Ade, Riesenplasmafernseher, der gehört nämlich Papa. Ade, Swimmingpool im Sommer, denn der wird auch nicht mitkommen, und ade, supergeile Wii.

Stattdessen darf ich jetzt mit Mama in die kleine Einliegerwohnung von Oma Käthe ziehen. Mein Blick fällt auf meine Kakteen, die immer noch auf meiner Fensterbank stehen. Sie warten darauf, von mir in den Umzugskarton gestellt zu werden. Ich liebe sie und eigentlich sollte ich mich schleunigst darum kümmern, damit sie nicht zu Schaden kommen. Doch dann denke ich an Oma Käthe. Das Grauen! Wenn ich mit der in einem Haus wohnen muss, wäre ich auch gerne ein Kaktus. Denn ich bin mir nicht sicher, wie ich mir Oma sonst vom Hals halten soll. Ich kann mich noch gut an das letzte Mal erinnern, als mich Mama dort geparkt hatte. Drei Tage lang habe ich bei ihr übernachtet - der blanke Horror!

Plötzlich wird meine Zimmertür aufgerissen und Mama stürmt herein. Im Nullkommanix öffnet sie mein Fenster, ich kann gar nicht so schnell protestieren. Erwin, mein größter Kaktus, steht direkt davor.

"Vorsicht!", stoße ich aus.

"Autsch", murrt Mama und zuckt zurück.

Erwin wackelt und ich halte die Luft an. Wenn Erwin jetzt auch noch abstürzt, platze ich.

"Du weißt doch, dass Erwin pikst", sage ich angespannt, während Mama auf ihre Hand pustet.

"Vergessen", meint sie und kommt zu mir herüber. "Steh auf, Süße, komm schon", fordert sie und schaut sich prüfend im Zimmer um.

Ich denke gar nicht daran, mich zu rühren, und ziehe meine Decke bis zur Nase.

"Schätzchen, in deinem neuen Zimmer solltest du aber öfter lüften", erklärt mir Mama mit einem Naserümpfen.

"Was soll das denn jetzt heißen?", knurre ich und linse vorsichtig über den Rand der Bettdecke.

"Soll heißen: Hier stinkt's wie im Pumakäfig", antwortet Mama ungerührt.

Nett. Mir kommt der letzte Zoobesuch wieder in den Sinn. Wir standen lange vor den Gehegen der Raubkatzen und meine kleine Cousine Ella hat mir vor die Füße gekotzt. Ob von dem Gestank der riesigen Katzen oder der Karussellfahrt mit Schmalzkuchen und Eis im Bauch, wer wusste das schon?

"Danke auch, Mama", sage ich knapp und sehe sie wütend an.

"Gern geschehen, Süße." Mama zwinkert und zieht gleich noch die Vorhänge auf. Vorsichtig diesmal, um nicht wieder einem Kaktus zu n

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