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Irina und das sprechende Bild von Grom, Nicole (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2017
  • Verlag: Kiel & Feder Verlag
eBook (ePUB)
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Irina und das sprechende Bild

Die Kaufmannstochter Irina sehnt sich nach einem Wunder, das ihr langweiliges Leben umkrempelt - bis sie plötzlich eine Botschaft mit einem geheimen Auftrag erhält. Absender? Unbekannt. Trotzdem macht sich Irina auf den Weg ins Ungewisse, der sie an einen mysteriösen Ort namens Ridnitsirednuwsad führen soll. Mit einer Glücksfeder, dem Geschenk einer Hexe, stürzt sich Irina von einem Abenteuer ins nächste, macht dabei die seltsamsten Bekanntschaften und erlebt am Ende tatsächlich ihr ersehntes Wunder, wenn auch auf eine völlig andere Weise als erwartet ... Eine spannende und berührende Geschichte für alle, die an den Zauber des Lebens glauben!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 212
    Erscheinungsdatum: 20.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946728177
    Verlag: Kiel & Feder Verlag
    Größe: 4280 kBytes
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Irina und das sprechende Bild

Der Wundertäter

Als Irina die Augen aufschlug, war es heller Tag. Sie blinzelte ins Licht. Wo war sie? Und wer hatte sie mit dieser Wolldecke zugedeckt?

Mühsam gelang es Irina, ihre Gedanken zu ordnen. Das letzte, woran sie sich erinnern konnte, war ein schreckliches Hungergefühl. Mit zittrigen Fingern hatte sie ihren Proviantbeutel aufgeknüpft. Im schwachen Licht der Öllampen, die am Ufer brannten, hatte sie Serafimas Buchweizenpfannkuchen ausgepackt und den ersten mit einem einzigen Happs hinuntergeschluckt. Danach war sie wohl sofort eingeschlafen.

Aber jemand musste bemerkt haben, dass sie auf der Insel war.

Irina schaute sich um. Im Gestrüpp am Ufer entdeckte sie einen Pfad. Sie folgte ihm und gelangte in einen Wald mit kleinen Kiefern. Je tiefer Irina in diesen Wald vordrang, desto höher und dicker wurden die Baumstämme. Schließlich waren die Kiefernstämme so dick und hoch, dass Irina dachte, sie sei in einen Riesenwald geraten. Still und starr standen die Bäume da. Kein Zweiglein regte sich.

Plötzlich zuckte Irina zusammen. Hatte da nicht jemand ihren Namen gerufen?

Nein, sie hatte sich bestimmt getäuscht.

Aber da war es wieder.

"Irina!", hallte es durch den Wald. "Iriiiiina!"

Die Stimme schien von oben zu kommen. Irina sah hinauf und suchte die Baumkronen ab, entdeckte aber niemanden. Das konnte doch nicht möglich sein! War der Wald etwa verzaubert?

Da stutzte Irina. Eine der Kiefern hatte gar keine Äste. Auch ihre glatte Rinde ähnelte nicht den anderen Bäumen. Es war auch tatsächlich keine Borke, es war ... Stein! Ein Baum aus Stein? Sicher nicht! Am ehesten wirkte es wie ... eine Säule. Wie bei einem Tempel oder einem Palast. Diese Säule schien etwas ganz Besonderes zu sein, da sie oben in einer kleinen Plattform endete, die so ähnlich aussah wie ein Balkon. Um diese Plattform lief ein niedriges Geländer und daran gelehnt stand jemand und winkte Irina zu.

"Irina", rief es von oben, "schön, dich zu sehen! Komm doch schon mal zur Tür - ich bin gleich unten!"

Auf der Rückseite der Säule fand Irina tatsächlich einen Eingang: eine niedrige grasgrüne Tür mit Geranientöpfen zu beiden Seiten. An der Tür hing ein Schild mit der Aufschrift:

Nil Stolbenski

Heiliger und Wundertäter

Sprechstunde: samstags von 5-24 Uhr

Keine weiteren Termine nach Vereinbarung

Bitte siebzigmal klingeln!

Während Irina sich noch den Kopf darüber zerbrach, wie lange es wohl dauern mochte, siebzigmal zu klingeln, öffnete sich das Türchen schon quietschend. Zuerst sah sie nur einen Bart, der fast bis zum Boden hing. Dann sah sie aus dem bärtigen Gesicht ein Paar leuchtende, sehr freundliche Augen hervorschauen. Und dann klang es aus dem Bart heraus: "Herzlich willkommen!"

"Freut mich ganz außerordentlich", sagte Irina und machte einen Knicks.

"Und wie mich das erst freut", antwortete der bärtige Mann. "Schön, dass du jetzt endlich da bist. Ach, das war gestern Nachmittag eine Aufregung, als du nicht kamst. Immer wieder bin ich am Ufer entlanggelaufen. Erst spät abends habe ich dich entdeckt. Aber wie unhöflich von mir! Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Nil Stolbenski, Heiliger und Wundertäter."

Er ergriff Irinas Hand und schüttelte sie begeistert. "Aber jetzt komm doch erst einmal herein."

Irina, die nicht gewusst hatte, dass man in eine Säule hineingehen konnte, folgte ihrem Gastgeber. Sie musste sich beim Eintreten bücken, denn Herr Stolbenski war sogar noch ein Stückchen kleiner als sie und die Tür sehr niedrig. Im Inneren der Säule flackerten unzählige Kerzen.

"Ja, so eine Säule hat leider keine Fenster", erklärte Herr Stolbenski. "Da müssen eben Kerzen angezündet werden. Ich lese nun mal so g

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