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Jeden Tag ein Wort von dir von Young, Cheyanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
11,99 €
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Jeden Tag ein Wort von dir

Sasha ist gestorben, aber sie hat ihre beste Freundin nicht im Stich gelassen. Fast jeden Tag erhält Rocki eine Botschaft. Sie soll Sashas leiblichem Bruder Elijah erzählen, wer seine Schwester gewesen ist. Dafür hat Sasha einen Bootsauflug organisiert, einen DVD-Marathon mit ihren Lieblingsfilmen, ein Rollenspiel und einen Konzertbesuch. Nur eines hat sie nicht vorhergesehen: dass Rocki sich in Elijah verliebt. "Jeden Tag ein Wort von dir wird dir das Herz brechen und es dann wieder heilen." SPIEGEL-Bestsellerautorin C.C. Hunter Cheyanne Young ist in Texas geboren, verabscheut kaltes Wetter und trinkt viel zu viel Kaffee. Sie liebt Bücher, Sarkasmus und sammelt Nagellacke. Nachdem sie fast ein Jahrzehnt als Ingenieurin gearbeitet hat, schreibt sie jetzt nur noch Jugendbücher. Ihr fehlt ihr alter Arbeitsplatz kein bisschen. In Strandnähe lebt Cheyanne heute mit ihrem Ehemann, ihrer Tochter, einem verwöhnten Welpen und einer Katze, die vermutlich plant, die Weltherrschaft zu übernehmen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 02.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678513
    Verlag: HarperCollins
    Serie: Harper YA!
    Originaltitel: The Last Wish of Sasha Cade
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Jeden Tag ein Wort von dir

2. KAPITEL

Es war vor ein paar Wochen, an einem von Sashas schlechten Tagen. Ihre Eltern hatten gerade erst ein Krankenhausbett bei sich aufgestellt, damit sie ihre verbleibenden Tage zu Hause bei ihrer Familie verbringen konnte anstatt in irgendeinem sterilen, nach Chemie stinkenden Krankenhaus voller mitleidiger Krankenschwestern und Ärzte mit Sorgenfalten auf der Stirn, weil sie den ganzen Tag lang schlechte Nachrichten überbringen müssen.

Ich aß eine Tüte Combos mit Pizzageschmack und hatte gerade die Füllung aus einem der kleinen Teigröllchen gesaugt. Die Erinnerung wirkt auf den ersten Blick vielleicht trivial, aber wenn ich mir die Szene vor Augen rufe, sehe ich jedes noch so kleine Detail ganz deutlich vor mir, fast als würde es gerade passieren. Ich kann den leeren Pizza-Combo praktisch zwischen meinen Fingern spüren und Sunny sehen, der zu meinen Füßen sitzt und innig hofft, dass ein paar Happen für ihn abfallen.

Sasha warf einen angeekelten Blick auf die Combo-Tüte. Seit ihr ständig schlecht war und sie nur hin und wieder an einer Schokomilch nippte, war Essen ihr erklärter Feind. "Ich frage mich, was sie mit meinem Leichnam machen werden", sagte sie und betrachtete dabei den Glitzerlack auf ihren Nägeln.

"Was?" Fast hätte ich mich an meiner Brezelteighülle verschluckt. "Er wird beerdigt, Sash, und das weißt du genau. Weil wir nämlich die letzten Wochen mit so gut wie nichts anderem als der Planung dieser ganzen Folterveranstaltung verbracht haben."

Sie schüttelte den Kopf. "Nein, nicht das. Ich meine, wenn Mom und Dad reinkommen und mich tot hier drinnen finden, umgeben von diesen ganzen alten Juraschinken und so ..." Sie deutete auf die dunklen Holzregale in Mr. Cades Bibliothek. "Was passiert dann mit meiner Leiche? Wird sie einfach in einen Sack gestopft oder was?"

Da mir der Appetit vergangen war, knüllte ich die Combo-Tüte zusammen und sah Sasha an. "Du bist echt so was von morbid."

Sie zuckte mit den Achseln und zog sich die Decke über die Schultern. Der Stoff skizzierte die dünnen Konturen ihres Körpers. Früher war sie kurvig und schön gewesen. Jetzt war sie ... na ja, todkrank.

"Deine Eltern werden vermutlich den Notdienst anrufen", sagte ich und blickte an die hohe Decke, während ich darüber nachdachte. Ich hatte noch nie einen toten Menschen gefunden und entsprechend keine Erfahrung damit. "Dann kommen die Sanitäter, legen dich auf eine Bahre und rollen dich in den Krankenwagen. Und danach fahren sie dich ins Leichenschauhaus oder so, schätze ich mal."

"Und dann legst du los mit den Vorbereitungen für meine supertolle Beerdigung." Sie verzog ihre rissigen Lippen zu einem breiten Grinsen und zeigte mit einem knochigen Finger auf mich. "Wehe, du lässt dir von Mom Rosen oder Nelken oder solchen Scheiß einreden, okay? Ich will Wildblumen und Sonnenblumen. Und zwar haufenweise!"

"Verstanden", erwiderte ich und blickte kurz zu dem Hefter, der neben uns auf einem Tisch lag. Er enthielt unsere gesammelten Beerdigungspläne, erläutert mit Klebezetteln und Anweisungen in unterschiedlichen Farben. Sasha hatte sogar ihren eigenen Nachruf für die Zeitung verfasst, ihn mich bisher aber nicht sehen lassen. Ich straffte die Schultern und hob das Kinn. "Ich werde ihr erklären: 'Mrs. Cade, ich weiß, Ihre Tochter ist tot, aber in diesem Fall entscheide ich, und ich sage: Keine scheiß Rosen!'"

Sasha stieß ein heiseres Lachen aus. "Siehst du? Du bist auch morbid!"

Jetzt, wo Sasha gestorben ist, wo wir morgens beim Aufwachen feststellen mussten, dass sie tot ist, bin ich mir nicht mehr sicher, ob die Notruf-Krankenwagen-Geschichte tatsächlich in dieser Reihenfolge stattgefunden hat. Ich weiß nicht, wie die Cades ihre Leiche wegbringen wollen.

Denn ich bleibe nicht lange genug, um es herauszufinden.

Als ich in unsere Auffahrt einbiege, ist es fast, als wäre alles wie immer. Ich sitze in meinem Auto, starre auf die weißen

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