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Khyona (1). Im Bann des Silberfalken von Brandis, Katja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.07.2018
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Khyona (1). Im Bann des Silberfalken

Der Islandurlaub mit ihrer neuen Patchworkfamilie ist genauso anstrengend wie Kari sich das vorgestellt hat. Doch als ihr ein silberner Falke begegnet und sie ins Reich Isslar gebracht wird, verändert sich alles. Ehe Kari sich versieht, steckt sie mitten in einer magischen Welt voller Trolle, Eisdrachen und Elfen, in der Geysire über das Schicksal entscheiden und ein geheimnisvoller junger Mann über die Vulkane der Insel herrscht. Doch warum ist sie hier? Als Kari herausfindet, dass sie einer jungen Assassinin zum Verwechseln ähnlich sieht, die im Auftrag der Fürstin einen Mord begehen soll, steckt sie bereits in gewaltigen Schwierigkeiten ... Katja Brandis, geb. 1970, studierte Amerikanistik, Anglistik und Germanistik und arbeitete als Journalistin. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat inzwischen zahlreiche Romane für junge Leser veröffentlicht. Sie lebt mit Mann, Sohn und drei Katzen in der Nähe von München. Foto © Petra Haidn www.katja-brandis.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 488
    Erscheinungsdatum: 13.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401807850
    Verlag: Arena Verlag
    Serie: Khyona .1
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Khyona (1). Im Bann des Silberfalken

Z WEI DUNKLE A UGEN

Ich werde beobachtet. Kari wusste nicht, woher sie die Gewissheit nahm, aber sie war da, ganz plötzlich. Völlig unlogisch - wer sollte sie denn sehen? Sie waren doch die Einzigen auf diesem kleinen Schotterparkplatz eine halbe Stunde außerhalb von Reykjavík. Auf der Landstraße sauste nur hin und wieder ein Auto vorbei.

Kari blickte sich um, sondierte mit den Augen die Pferdeweiden, die Wiesen, die Berge, deren grünbraune Zacken am Horizont aufragten. Niemand da.

Fast niemand.

"Was schaust du denn so? Komm, wir klettern da runter, das sieht toll aus!" Ihre kleine Schwester Alice knuffte sie in die Seite. Ihre hellblauen Augen blitzten unternehmungslustig und ihre schulterlangen Haare, glatt und braun wie das Fell eines Otters, glänzten in der Sonne. Ohne eine Antwort abzuwarten, bewegte Alice sich halb rutschend, halb springend den Geröllhang hinunter zu einer Wildwiese, die mit lila blühendem Heidekraut, gelben Blümchen und Gebüsch bewachsen war.

Kari streckte sich, lockerte ihre verspannten Schultern und atmete tief ein. Islands Hauptstadt mit ihren bunten Wellblechhäusern und den Straßen voller Andenkenläden, Restaurants und Buchhandlungen hatte ihr gefallen, aber jetzt wollte sie endlich die berühmten Naturschönheiten sehen. Die lauerten hier laut Reiseführer buchstäblich an jeder Ecke, falls Naturschönheiten so etwas konnten.

Alice war inzwischen auf der Wiese angekommen, die es zwar nie in den Reiseführer schaffen würde, aber immerhin "Natur" und außerdem "schön" war.

"He, halt mal, habt ihr nicht auch gelesen, dass besonders das Moos hier sehr empfindlich ist und man nichts zertrampeln sollte?", wandte ihr Patchworkbruder John Elzheimer ein. Er dachte nicht daran, seine Sonnenbrille abzusetzen. Seine Augen blieben hinter schwarzen Gläsern verborgen.

Natürlich hat er recht, so wie immer. Lehrersohn halt. Kari zögerte. Gerade warf sich Alice neben einem verwitterten Felsbrocken auf die Wiese. "Aber hier ist gar kein Moos, das sind nur Gras und Heidekraut", meldete sie. "Oh, ist das dick und weich! Das müsst ihr ausprobieren! Wenn man drauftritt, federt es zurück, das geht nicht gleich kaputt."

Die Versuchung war zu stark. Komm, sag es, sag es, petz das an deinen Vater!, dachte Kari, während sie den Hang hinunterkletterte. Doch John zog wahrscheinlich nur die Augenbrauen hoch, das hörte man nicht. Gut so.

Seufzend vor Behagen machte Kari es sich im sonnenwarmen Heidekraut bequem. Oh ja, das fühlte sich unglaublich an - wie ein ultradicker Teppich, der würzig nach Kräutern roch.

"Das hier ist nicht wirklich Island", murmelte Kari.

"Was denn sonst?" Alice kitzelte sie mit einem Grashalm an der Nase.

"In Island gibt es hundert Wörter für Wind, außerdem regnet es die meiste Zeit." Kari schloss einen Moment lang die Augen und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen.

"Du ärgerst dich nur, weil Mam dir gesagt hat, du sollst deinen geliebten Norwegerpulli im Auto lassen", behauptete Alice.

"Wenn ich Pech habe, wird der von einheimischen Elfen aufgeribbelt, wenn ich mal nicht hinsehe. Weil man hier nur Islandpullis tragen darf."

"Kommt ihr? Wir machen übrigens da vorne Picknick!", rief John zu ihnen herüber, er klang genervt.

"Ja, gleich!", rief Kari zurück und flüsterte Alice zu: "Boah, wie der dasteht - das ist seine Geheimagentenpose. Die Coolness läuft ihm gleich aus den Ohren."

Alice kicherte leise. "Wetten, zum nächsten Fasching geht er wieder als James Bond? Wie schon letztes Jahr und wahrscheinlich im Jahr davor."

"Garantiert."

"Nur die Pickel passen nicht ganz. Bond hat keine Pickel!"

"Doch", sagte Kari und musste grinsen "Aufgeklebte. Es sind winzige getarnte Sprengwaffen, die er abnehmen und auf seinen Gegner schleudern kann."

Ihre zwölfjährige Schwester drückte das Gesicht in ihren Ärmel, um ihre

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