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Kissing the Rain Roman von Brooks, Kevin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.02.2014
  • Verlag: DTV
eBook (ePUB)
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Kissing the Rain

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2008 Mike Nelson, wegen seiner Körperfülle Moo genannt, lässt Beleidigungen und Prügel, die er in der Schule als verachteter Außenseiter oft einsteckt, an sich abprallen wie Regen. Sein Zufluchtsort ist eine Autobahnbrücke, von der aus er den Verkehr beobachtet, sich an Lichtern und Bewegungen berauscht. Dabei wird er Zeuge eines Vorfalls, den er nicht deuten kann: Ein Wagen drängt einen anderen ab, die Fahrer halten auf dem Standstreifen, geraten in Streit, ein Mann geht zu Boden. Später werden die Ermittlungsbehörden behaupten, der Fahrer des abgedrängten Wagens habe den anderen erstochen. Moo aber hat genau gesehen, dass das nicht stimmt. Da es sich bei dem Beschuldigten um den berüchtigten Kriminellen Keith Vine handelt, den die Staatsanwaltschaft schon lange dingfest machen will, ist die Sache äußerst brisant: Was Moo gesehen hat, macht ihn zum Entlastungszeugen für Vine – doch will er das überhaupt sein? Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Nach seinem Studium verdiente er sein Geld lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans ?Martyn Pig? ist er freier Schriftsteller. Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a mehrfach mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis sowie der Carnegie Medal für "Bunker Diary". Er schreibt auch Thriller für Erwachsene.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 21.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423423724
    Verlag: DTV
    Originaltitel: Kissing the Rain
    Größe: 1662 kBytes
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Kissing the Rain

1/ Der Anfang der WAHRHEIT

D u willst die WAHRHEIT wissen? Ich sag dir die WAHRHEIT - ich hab die Schnauze voll. Die Schnauze voll von dem ganzen Scheiß mit FETT-Sein, von Callan und Vine und der Brücke, der Autobahn, den Wagen, den Blicken, den Worten, den Lügen ...

SCHEISSE.

Ich wünsch mir, ich hätt nie da oben gestanden ... wär nie in die Sache REINGEZOGEN worden ...

Echt, DAS isses, was ich mir wünsch. Nix gesehn, von nix was mitgekriegt. Ich? Hätt meine große Klappe halten solln. HAB NULL GESEHN, KLAR?

Jetzt weiß ich das.

Jetzt muss ich das in Ordnung bringen. Ich muss was machen. Was Schlimmes machen.

Schlimm = gut.

Gut = schlimm.

WAHRHEIT = Lüge.

Lüge = WAHRHEIT.

Du willst die WAHRHEIT wissen?

Ich erzähl dir die WAHRHEIT.

Okay - mal sehn, was Sache is. Letztes Jahr, Anfang November, kurz vor Guy-Fawkes-Nacht mit Feuerwerk, Krachern und Böllern, so gegen fünf Uhr nachmittags. Hab kalte Hände, der Himmel is voll Rauch, Knaller zerreißen die Luft, auch wenn's dafür noch zu früh is, mein Atem macht 'ne Dunstfahne, als ich den Gartenweg Richtung Schuppen langstampfe. Bin schon halb dort, zieh mir grad die Jacke zu, als mir Mum aus der Hintertür nachruft.

"Hast du deine Handschuh, Moo?"

"Ja."

"Sicher?"

"Ja, hab ich dabei."

"Okay - bleib nich so lang. Soll noch Frost geben heut."

Ich wink ihr über die Schulter zu.

Die Hintertür schlägt zu - klack .

Hol mein Rad außem Schuppen und schieb's an der Rückseite vom Haus vorbei, den Weg lang und dann durchs Tor. Zieh mir die Handschuh an, die Kapuze hoch, knall das Gartentor zu, schieb mein Rad übern Gehsteig, schwing ein Bein übern Sattel, setz mich drauf, fahr an, heb den Arsch, steig in die Pedale, schalt mich nach oben, werd immer schneller, dann übern Bordstein am Ende der Straße und weg bin ich, nich mehr da, fahr durch die dunklen Straßen.

Unterwegs - am Dorfrand lang, weg von den Häusern, weg von den Leuten, auf die schmalen Wege durch Wiesen und Felder, dann in die Senke runter und danach den Berg hoch, bin wie wild am Strampeln, 'n fauchender KESSEL, und schwitz wie die Sau ... SCHEISSE, wenn ich bloß nich so schwitzen würd. Is echt kalt und klebrig wie gefrierendes Blut, die eisige Luft brennt in der Kehle, tut weh wie blöd und die Fingerspitzen werden total taub ... aber das is mir egal. Geb ich 'n SCHEISS drauf. Denn ich fahr DAHIN, wo ich sein will. Ich fahr zur Brücke ... zu MEINER Brücke. Und das is das EINZIGE, was ich will.

Die Brücke.

Jaaah ...

Die Brücke.

Die Geländer - dit, dit, dit -, die Stufen, der Beton, der stumpfe graue Stahl. Die Form, die Winkel, die Farben ... der Verkehr auf der Straße darunter, wie er anschwillt und abschwillt ... die Hintergrundgeräusche, das Uuuurrrrhhhhsshhhhmmmm ... das Wuu-uuusch-wuu-uuusch-wuu-uuusch von den PKWs, LKWs, Sattelschleppern.

Der Gesang der Autobahn.

Kann's jetzt schon hörn, wird lauter, als ich mich den Berg hochacker - wuu-uuusch-wuu-uuusch-wuu-uuusch -, kommt immer näher, dringt in mich ein. Der Gesang, die Autobahn, die Brücke ... ich FÜHL'S, die ziehn ihr DING DURCH, bringen mich zum Grinsen, räumen mir den Kopf frei ... jetzt bin ich fast da. Die Steigung läuft aus und ich fahr im Leerlauf, ganz locker, schwing mein Bein übern Sattel, spring ab und lande, ziemlich lässig für so'n FETTEN Typen - schade, dass mich jetzt keiner sieht. Ich hüpf ein, 2 Schritte, schieb das Rad bis zum Fuß der Stufen und lass los - kleng . Einfach so. Lass es liegen. Kein Problem - is ja keiner da außer mir.

Nur ich und die Brücke.

Ich und die Autobahn.

MEINE Brücke.

MEINE Autobahn.

Is dieselbe Autobahn wie vor 5 Jahren, dieselbe Autobahn, auf der wir hergekommen sind. Wusste ich damals noch nich, kannte die Brücke nich. KENN ic

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