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Krähen gegen Ratten Der Bandenkrieg von Murz und Matze von Leypold, Kilian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.08.2014
  • Verlag: Carl Hanser Verlag München
eBook (ePUB)
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Krähen gegen Ratten

Sie wohnen im gleichen Viertel, aber sie trennen Welten. Die Krähen- und die Rattenbande sind verfeindet. Die Krähen, das sind der verträumte Murz, der willensstarke Flac, seine kleine Schwester Kralle und der rabenschwarze Teer. Sie wohnen in der Mettenstraße in München, in noblen Eigentumswohnungen. Gegenüber, in Sozialwohnungsbauten, leben die Ratten: Güncal, der Türke, die schöne Roya, der wortkarge Hunne und ihr Anführer Matze mit dem Vermessungstick. Im nahe gelegenen Park tragen sie ihre Kämpfe aus. Bis der Streit um einen Stein die Vorherrschaft endgültig klären soll. Ein spannender Bandenkrieg und ein mitreißendes Abenteuer - um Freundschaft, Mut und Menschlichkeit. Kilian Leypold, 1968 in Nürnberg geboren, studierte Philosophie, Slawistik und Osteuropäische Geschichte. Für seine ersten literarischen Arbeiten wurde er 1998 mit dem Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden ausgezeichnet. Seit 2000 arbeitet er als freier Reporter und Autor für den Kinderfunk des Bayerischen Rundfunks. 2010 bekam er eines der Arbeitsstipendien des Freistaates Bayern, im selben Jahr erschien sein erster Roman für Kinder (und Jugendliche) Der Tiger unter der Stadt (Aufbau Verlag). 2011 folgte sein illustriertes Kinderbuch Bulle und Pelle - Eine Geschichte über den Tod (Thienemann). 2011 stand Leypold auch auf der Auswahlliste des Nachwuchspreises der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. Sein erstes Buch bei Hanser ist der Jugendroman Krähen gegen Ratten - Der Bandenkrieg von Murz und Matze (2014), der bereits mit dem Münchner Literaturstipendium ausgezeichnet wurde. Kilian Leypold lebt mit seiner Frau und Tochter in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 28.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446247048
    Verlag: Carl Hanser Verlag München
    Größe: 4154 kBytes
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Krähen gegen Ratten

1

Feuer unter den Achseln

Wie er eigentlich hieß, wusste er schon gar nicht mehr, wollte er nicht wissen! Natürlich hätte er sich erinnern können, aber es interessierte ihn nicht mehr. Er war jetzt Murz, der Mäusetöter .

Lang hingestreckt lag er auf dem Waldboden und suchte etwas. Etwas, das er immer wieder verlor, wenn er es dabeihatte. Nur was? Eine Uhr, eine Nuss, einen Schlüssel? Im Verlieren war er genauso gut wie im Vergessen.

Er fuhr mit den Fingern durch das raschelnde Laub. Dort lag eine modrige und düstere Welt. Und über dieser Welt, über den welken Blättern vom letzten Jahr, die schon in kleine Brösel zerfielen, lagen schon wieder neue, gelb und grün. So wie das, das gerade auf ihn hinuntertrudelte. Egal, ob ihn seine Mutter ins Deutsche Museum geschleppt hatte oder sein Vater mit ihm an einen See gefahren war – Murz hatten weder die Bergwerksstollen noch das Wasser interessiert. Er hatte Löcher in die Luft gestarrt und seinen Blick auf andere Zeiten und Welten gerichtet. Er hatte anderes im Kopf, als den alltäglichen Krempel zu behalten – deswegen vergaß und verlor er eben auch das ein oder andere.

Murz kniff die Augen zusammen und sah in den Himmel. Noch eine Woche Nichtstun und Warten auf das große Abenteuer.

Durch die Äste stahlen sich goldene Sonnenstrahlen und der Himmel leuchtete, als ob er frisches Blau getrunken hätte. "So ein Licht gibt es nur im September wegen der schon tiefer stehenden Sonne", sagte seine Mutter mindestens einmal im September. "Aber im Winter", setzte sie dann jedes Mal hinzu, "ist das Licht noch schräger und das sieht noch besser aus."

Bestimmt hatte sie recht, wie mit all dem langweiligen Zeug, das sie umtrieb. Umtreiben. Schönes Wort, hatte er aber nicht von seiner Mutter – der war das zu altmodisch –, sondern aus einem Buch aus dem letzten Jahrhundert.

Murz war froh, dass seine Mutter nicht da war und auch keine Ahnung hatte, wo er steckte. Denn sie hatte ihm eigentlich verboten, alleine den Großen Strom zu überqueren. Aber das hatte sie gesagt, als er noch elf war. Seit drei Monaten war er zwölf! Wer weiß, ob das Verbot noch galt?

Jedenfalls hatte er ganz alleine, ohne die anderen, mit dem Fahrrad die Furt durchquert und sich auf den Weg ins Teufelswäldchen hinter den Kirschen gemacht. Hier war weder Krähen- noch Rattenland, dafür gab es ein paar großartige Sprungschanzen. Nach ein paar Sprüngen hatte er das Rad an einen Baum gelehnt und war zwischen den Schanzen und Bäumen herumspaziert. Dabei war ihm etwas aus der Tasche gerutscht. Er war in die Hocke gegangen, um es zu suchen, hatte sich hingesetzt und schließlich auf den Bauch gelegt. Und da lag er jetzt.

Der Geruch feuchter Erde und fauligen Holzes stieg ihm in die Nase, es roch nach Morcheln, Beeren, Sonne und nach etwas Scharfem, das er nicht kannte.

Direkt vor seinen Augen, keine zehn Zentimeter entfernt, kämpfte sich ein schwarz glänzender Käfer durch verrottete Blättergerippe. Von hinten näherten sich schnell vier rote Ameisen. War das ein Überfall? Brauchte der Käfer Hilfe? Murz stellte sich vor, kaum größer als der Käfer zu sein, gehüllt in weite Hosen und ein Wams aus Mäusefell. Am Gürtel seine gefürchtete, bläulich schimmernde Klappklinge, mit der er schon drei Mäuse zur Strecke gebracht hat, Mäusemonster, für ihn groß wie Elefanten mit ungeheuer spitzen Zähnen, die alles totknabbern, was ihnen über den Weg läuft.

"Nimm dich in Acht, Freund Käfer! Hinter dir! Vier rote Räuber! "

Mit einem Schrei un

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