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Kristallträne Die Arena Thriller von Martini, Manuela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2016
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Kristallträne

Lauries Bruder verschwand auf rätselhafte Weise während eines Campingurlaubs. Ihre Mutter soll den kleinen Olivier getötet haben und sitzt deswegen im Gefängnis. Seither ist Laurie jede Minute auf der Hut: vor Reportern, die ihr auflauern, dem gutaussehenden Félix, der sich für sie interessiert, ihrem Vater, der ein Schatten seiner selbst ist. Laurie will beweisen, dass ihre Mutter unschuldig ist. Dazu muss sie den wahren Verbrecher finden. Aber kann sie ihre Erinnerungen an jenen Sommer wiedererlangen? Laurie kehrt in die Wildnis zurück - und kommt dem Täter näher, als gut für sie ist. Manuela Martini wurde 1963 in Mainz geboren. Nach ihrem Studium - Geschichte und Literaturwissenschaft - arbeitete sie als Regie- und Produktionsassistentin im Filmgeschäft. Sie lebte in München, Südspanien und Australien, wo auch ihre ersten Krimis entstanden. Heute schreibt Manuela Martini insbesondere Thriller für Jugendliche. Die Autorin lebt in Süddeutschland. www.manuela-martini.de Foto © Alex Felez Buchholz, LF Fotoagency

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 28.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401802398
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1204 kBytes
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Kristallträne

NOCH 14 TAGE

1.

"Würdest du dem Gericht bitte deinen Namen sagen?"

"Laurie Rigaud."

"Wie alt bist du, Laurie?

"Fünfzehn."

"Fünfzehn. Ein schönes Alter. Als ich vierzehn war, habe ich am liebsten spannende Geschichten von Wölfen und Ungeheuern gelesen. Was liest du am liebsten, Laurie?"

"Ich ... Fantasy ..."

"Einspruch!"

"Einspruch abgelehnt! Fahren Sie mit der Befragung der Zeugin fort, Herr Staatsanwalt!"

"Sehr wohl, Euer Ehren. Vor vier Monaten, am elften Juli, bist du, Laurie, mit deiner Mutter und deinem kleinen Bruder Olivier auf den Campingplatz im Nationalpark Jacques Cartier gefahren."

"Ja. Ja."

"Ohne deinen Dad."

"Ja, der musste arbeiten. Er hatte gerade wieder einen Job gefunden ..."

"Ihr wart schon öfter dort, nicht wahr?"

"Ja, aber das erste Mal mit Olivier."

"Olivier war dein Bruder, ja? Er war zu dem Zeitpunkt erst sechs Monate alt, richtig?"

"Ja."

"Warum seid ihr nicht zu Hause geblieben, wenn dein Vater nicht mitkommen konnte?"

"Einspruch! Die Frage gehört nicht ..."

"Einspruch abgelehnt. Fahren Sie fort, Herr Staatsanwalt."

"Danke. Also, Laurie, warum seid ihr trotzdem gefahren? Wolltest du unbedingt auf den Campingplatz?"

"Nein! Nein! Ich wollte gar nicht, ich wollte mit meinen Freundinnen ... aber Mom ... Mom wollte unbedingt ..."

"So? Und warum?"

"Weil sie ... na ja, sie hat gesagt, sie muss mal wieder raus in die Natur, sie hält es zu Hause nicht aus ..."

"Aha. Und warum hat sie es zu Hause nicht ausgehalten?"

"Ich weiß nicht."

"Oh doch, Laurie, du weißt es. Du stehst hier als Zeugin vor Gericht und du musst alles sagen, was du weißt. Hörst du? Alles!"

"Einspruch, Euer Ehren! Einspruch!"

"Stattgegeben. Mäßigen Sie sich ein bisschen, Herr Staatsanwalt."

"Sehr wohl, Euer Ehren. Nun Laurie, deine Mutter war ... sagen wir mal gestresst?"

"Ja."

"Und sie war auch ein bisschen ... wütend?"

"Ja."

"Warum?"

"Weil ... weil Dad nicht mitkommen konnte und weil ... weil alles so ... schwierig war."

"Hatten deine Eltern oft Streit?"

"Ich ... nein ... äh ... also ... manchmal, manchmal hatten sie Streit."

"Und worüber haben sie gestritten?"

"Na ja ... über ... über Geld. Dass es nicht reicht, dass Dad seinen Job verloren hat und nicht mehr genug verdient, dass wir aus unserem Haus ausziehen mussten, dass Olivier geboren wurde, dass Mom deshalb nicht mehr arbeiten kann und wir nicht genug Geld ..."

"Dein Brüderchen kam also zu einem völlig unpassenden Zeitpunkt zur Welt und brachte euer ganzes Leben durcheinander. Ihr habt euch sicher öfter gewünscht, dass Olivier nicht da wäre, stimmt's?"

"Einspruch!"

"Stattgegeben. Fahren Sie fort, Herr Staatsanwalt!"

"Neiiiin! Schluss! Lasst uns in Ruhe. Lasst uns endlich in Ruhe! Es war ein Wolf!"

Laurie fuhr so heftig im Bett auf, dass die Katze mit einem erschrockenen Fauchen von Lauries Füßen auf die Fensterbank sprang. Und Laurie wäre beinahe mit dem Kopf an die Dachschräge gestoßen. "Sorry, Mousie!" Ihr Herz hämmerte und der Angstschweiß stand ihr auf der Stirn. Wenn sie nur endlich diesen Albtraum los wäre. Doch er kehrte wieder. Immer und immer wieder. Nacht für Nacht. Es würde niemals aufhören, da war sie sicher. Erst wenn sie tot wäre.

Auf Mousies seidigem schwarzem Fell schimmerte das silbrige Licht des Mondes.

Laurie stellte sich vor, ihre Katze wäre eine Zauberkatze und sie könnte mit ihr hinaus in die Nacht und hinauf zu den Sternen fliegen, und wenn sie wieder zurückkäme, wäre alles gut. Olivier wäre wieder da und ihre Mutter, und es würde sich herausstellen, dass sie all das Grauen nur geträumt hatte.

Auf einmal begann Mousie zu knurren. Ihr Fell sträubte sich und wurde ganz stachelig. Laurie schlug die warme Decke zurück und

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