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Lügensommer Thriller von Kui, Alexandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.06.2011
  • Verlag: cbt Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Lügensommer

Der Verdacht beginnt, wo Vertrauen endet Mit der Sommeridylle in dem kleinen Ort unweit der Nordsee ist es schlagartig vorbei, als die 17-jährige Zoe erschlagen aufgefunden wird. Unter dringendem Tatverdacht steht ihr Freund Ansgar, Sohn einer angesehenen Unternehmerfamilie. Der halbe Ort war Zeuge ihres furchtbaren Streits am Elbstrand. Für Ansgars Schwester Marit steht fest, dass die Polizei vorschnell urteilt. Sie stellt eigene Nachforschungen an und entdeckt dunkle Geheimnisse in Zoes Leben - Geheimnisse, an denen sie besser nicht gerührt hätte ... Alexandra Kui wurde 1973 in Buxtehude geboren. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Sozialgeschichte in Hamburg und arbeitete für verschiedene Tageszeitungen, bevor sie anfing, Bücher zu schreiben. Nach den Krimis "Blaufeuer", verfilmt fürs ZDF unter dem Titel "Der Tote im Watt", und "Wiedergänger" erschienen inzwischen drei Jugendthriller, "Lügensommer", "Falsche Nähe" und "Stille Feindin". Mit "Marias letzter Tag" veröffentlicht die Autorin, die auf der Geest bei Hamburg lebt und zuletzt für "Die Welt ist eine Scheibe" von den Kritikern hochgelobt wurde, ihren ersten literarischen Roman bei cbt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 15.06.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641055165
    Verlag: cbt Jugendbücher
    Größe: 439 kBytes
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Lügensommer

" Grischa (S. 143-144)

Ich hab den Stein mitgenommen. Und dein Kleid. Es ist völlig verrückt, viel zu riskant, ich weiß, aber ich darf diese Verbindung zu dir nicht verlieren. Du bist alles, was ich noch habe. Jetzt gehöre ich dir ganz, wie du es dir gewünscht hast. Wie sollte ich jemals von dir loskommen? Aber eins muss ich dir trotzdem sagen: Geliebt habe ich dich nie. Dafür waren wir uns viel zu ähnlich. Da hätte ich ja erst mal mich selbst lieben müssen. Und wie soll das gehen?

Das ist eine Frage, die du mir sowieso nicht beantworten kannst. Erwartungsgemäß ist Helene nicht nur beleidigt, sondern auch ziemlich beunruhigt und erklärt Marit ohne Umschweife für lebensmüde. Dabei hat sie ihr doch gerade versichert, dass sie es keineswegs auf eine Begegnung mit Grischa anlegt, sie will bloß sein Hausboot unter die Lupe nehmen, Informationen über ihn sammeln. "Und wo liegt dieses Schiff genau?"

Marit verrät es zögerlich, aber zugleich voller Stolz, denn der Liegeplatz war nicht einfach zu finden. Sie hat sich durchgefragt. Irgendwo im Hamburger Hafen, hat Zoés Mutter gesagt, und der Hafen ist riesig, ein Labyrinth aus Hafenbecken, Kaianlagen und Fleeten. Die Ausmaße flößen Marit Respekt ein, sie ist nun mal ein Landei. Allein die Containerterminals nehmen so viel Platz ein, dass ihr Kaff zehnmal reinpassen würde – mindestens. Container, haushohe Verladekräne und Frachtschiffe, so weit das Auge reicht. Als sie und Ansgar klein waren, war eine Fahrt durch den Hafen für sie die Krönung eines Hamburgbesuchs, weil man die Köhlbrandbrücke überqueren musste und von dort aus nicht nur die Elbe, den Michel und den Fernsehturm sehen konnte, sondern, wenn Dom war, auch das Riesenrad, was sie beide sensationell fanden, fast noch besser als den Dom selbst.

Die Aussicht, die Marit in dieser Minute hat, ist weniger berauschend: rechts ein niedriger Deich, links ein mehr oder weniger stillgelegtes Hafenbecken, in dem ein halbes Dutzend Schuten vor sich hin rostet. Auf einigen der Lastkähne wurden schuppenähnliche Aufbauten aus Holz errichtet und bunt angepinselt. Solarzellen auf den Dächern. Das Boot, das sie Grischa zuordnet, hat einen dunkelroten Anstrich – wie passend. Das ganze Gelände wirkt provisorisch und erinnert an eine Bauwagensiedlung von Umweltaktivisten, Greenpeace oder so. Nur eben schwimmend. "Wie kannst du dir so sicher sein, dass du das Boot von diesem Grischa gefunden hast?", will Helene am anderen Ende der Verbindung wissen.

"Nur weil es rot ist?" "Nein. Weil es Zoé heißt." "Nee!" Marit kann beinahe hören, wie die Freundin die Hand vor den Mund schlägt, ebenso konsterniert wie sie selbst, eine gute Viertelstunde zuvor, als sie das Hausboot im Vorbeifahren entdeckte. Was ihr zusätzlich zu denken gibt: Der Schriftzug auf der Bordwand scheint ziemlich frisch zu sein. Jemand hat erst den alten Namen mit schwarzer Farbe übergepinselt, und zwar reichlich schlampig, dann mit Weiß "Zoé" daraufgeschrieben. Die Farbe vom "Z" ist verlaufen, als würde es ausbluten. Zufall oder Absicht? Links und rechts von den drei neuen Buchstaben schimmern die alten durch, ein "M", ein "i", ein "A".

Sie beschreibt Helene diese Details, worauf für die Freundin alles klar ist: "Wir haben den Mörder. Du hast ihn. Wahnsinn, das hätte ich dir echt nicht zugetraut." Marit wünscht sich nichts sehnlicher als das, bleibt jedoch skeptisch. "Zoé und Grischa waren befreundet. Er kann das Boot genauso gut nach ihr benannt haben, weil er sie vermisst. Um ihr Andenk

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