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Lass mich glücklich sein! Im Bann von Crystal Meth von Frey, Jana (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.03.2016
  • Verlag: Loewe Verlag
eBook (ePUB)
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Lass mich glücklich sein!

Lisa und Lela sind die besten Freundinnen - unzertrennlich, schon von klein auf. Doch ihre Freundschaft ist zerbrechlicher, als sie denken. Nach einem Drogenversuch mit Crystal Meth driften die beiden auseinander. Lela nimmt die Droge immer wieder, braucht das Highsein, um nicht an ihrem Leben zu verzweifeln. Lisa dagegen schafft den Absprung und findet ihre erste Liebe. Doch darf sie ihr Glück genießen, während es Lela immer schlechter geht? Diese Geschichte erzählt einfühlsam, welche Schäden der Konsum von Drogen wie Crystal Meth anrichten kann. Dabei begleiten die Leser die beiden Mädchen abwechselnd und erleben so das Was-wäre-wenn-Gefühl hautnah.

Jana Frey, in Düsseldorf geboren, fing schon in ihrer Kindheit an zu schreiben. Mit 18 Jahren zog sie zu Hause aus und war danach lange in Amerika und Neuseeland, bevor sie wieder nach Deutschland zog. Aber egal auf welcher Seite der Weltkugel - das Schreiben hat sie immer begleitet. Sie studierte Literatur und wurde freischaffende Autorin. Inzwischen hat sie über 40 Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlicht und war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 08.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732005437
    Verlag: Loewe Verlag
    Größe: 835 kBytes
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Lass mich glücklich sein!

Das Gefühl von jemandem. Jemandem, der im Raum ist. - Das fühlt ... sich furchtbar an. Das ist, als ob er eine Tür aufgemacht hätte und ich krieg die nicht mehr zu.

(Lela von Puldorf)

1

Lisa

Groß. Definitiv groß. Zu groß. Und überhaupt ...

"Du bist keine Mutation, Lisa", sagt meine Mutter ärgerlich, wenn ich mal wieder vor dem Spiegel stehe und gänzlich unzufrieden mit mir selbst bin.

"Das sagst du ", antworte ich darauf immer gereizt. "1,78 m? Schuhgröße 42? So gut wie keine Oberweite? - Was denn sonst, wenn keine Mutation?"

Meine Mutter ist zart. Apart. Smart. Anders kann man sie nicht beschreiben.

Was also ist mit mir los? Wo sind meine Mutterseitengene abgeblieben?

"Du kommst eben mehr nach deinem Vater", sagt Lela manchmal. Lela ist meine beste Freundin, schon immer. Also seit vielen, vielen Jahren jedenfalls. Ich kann mich an ein Leben ohne sie nicht erinnern.

"Na bravo", sage ich, wenn Lela das mit meinem Vater sagt. Hallo, mein Vater ? Immerhin ist er ein Mann, was Körperlänge, Schuhgröße und Busenlosigkeit plausibel macht. Außerdem ist er ein abwesender Mann, der Enge nicht erträgt, wie er es mir mal erklärt hat.

Meine Mutter sagt, das mit der Enge sei Blödsinn, mein Vater sei lediglich mit seinem "inneren Kind" nicht in Berührung und litte an der Unfähigkeit, seine Emotionen zu verbalisieren.

Aha.

Aber meine Mutter muss es ja wissen, sie ist immerhin Paartherapeutin und hat ihre Praxis direkt bei uns im Haus. Unten. Im Erdgeschoss, das sonst zu nichts gut ist. Wenn ich nach Hause komme, muss ich mich immer sehr leise und sehr rasch nach oben schleichen, wo wir wohnen, weil ich nie genau weiß, ob sich gerade Patienten im Erdgeschoss herumtreiben oder nicht.

"Ich bin total gerne bei euch", sagt Lela oft, wenn wir auf meiner kleinen, schäbigen, von irgendeinem Vorbesitzer dieses Hauses angebauten Dachterrasse herumfläzen. Von dort aus lauschen wir, ob wir wollen oder nicht, den Negativenergieentladungsschreien, die hin und wieder aus Cosimas Praxisraum zu uns heraufschallen. Je nachdem, in welchem Level die Hilfe suchenden Paare, die meine Mutter so aufsuchen, eben gerade stecken.

"Ja, befreit euch! - Ja, lasst es raus, lasst es raus! - Wow, so ist es gut! Jaaaaa!", ruft meine Mutter in solchen Momenten gerne ermutigend. Die zugezogene Gardine des offenen Praxisfensters bauscht sich leicht im Wind, und Herr Buxtehude, unser versteinerter Nachbar, der in Wirklichkeit Schmidt heißt, schließt dann immer ärgerlich seine drei Fenster zur Gartenseite. Schön eins nach dem anderen. Mit einem nachdrücklichen Krachen. Er hasst Cosimas Negativenergieentladungsschreiprogramm.

Aber: "Aaaaaaahhhhhhhhhh! Aaaahhh! Aaaahhhhh!", schreien die Paare, die im normalen Leben Ärzte, Rechtsanwälte und keine Ahnung was noch sind, gehorsam.

"Dass man so Beziehungen kittet", murmelt Lela beeindruckt in dieses wilde Schreiinferno hinein. "Warum hat das eigentlich bei deinem Vater nicht funktioniert?"

Ich seufze, weil mir das auch sehr leidtut, und erkläre Lela zum wiederholten Mal, dass Therapeuten in ihren eigenen Familien oft nicht viel ausrichten können.

Meine Mutter hat zwar mehrere Bücher übers Eheretten geschrieben und führt auch einen sehr erfolgreichen Onlineblog zu dieser Thematik, aber in Bezug auf meinen Vater ist sie eben doch nur die verlassene, gereizte Ex-Ehefrau - und keineswegs die coole Dr. Cosima Amarell, Psychotherapeutin , wie es auf dem mattgrauen Schild neben unserer Haustür zu lesen ist.



Meine Mutter nennt mich Lisa, wie es die meisten tun. Lisa Amarell, wie es auf meiner Geburtsurkunde steht. Mein Vater hingegen nannte mich früher meistens Lissy - schon alleine um sich von meiner Mutter abzugrenzen,

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