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Libellenfänger Thriller von Brandis, Katja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2013
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Libellenfänger

Nicht einmal ihre engsten Freunde wissen, dass die 17-jährige Ricky Mayer im Gefängnis zur Welt kam und dort mit ihrer inhaftierten Mutter ihre Kindheit verbringen musste. Am liebsten würde Ricky ihre Vergangenheit vergessen. Doch als ihre Mitschülerin Antonia auf mysteriöse Weise stirbt, aktiviert sie ihre Kontakte zur Unterwelt. Bald ist sie sicher - Antonia wurde umgebracht. Aber was bedeuten die Libellenflügel, die seit Antonias Tod überall auftauchen? Ausgerechnet sie bringen Ricky schließlich auf eine heiße Spur - und damit tappt sie dem Mörder genau in die Falle ...

Katja Brandis wurde 1970 geboren, wuchs im Rhein-Main-Gebiet auf und studierte Amerikanistik, Germanistik und Anglistik. Bereits als Jugendliche produzierte sie stapelweise Manuskripte und publiziert seit 2002 erfolgreich Bücher für Jugendliche und junge Erwachsene. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihrem Sohn und drei Katzen in der Nähe von München und arbeitet als freie Autorin, Lektorin und Journalistin. Für ihre Recherche zu "Libellenfänger" interviewte sie Wahrsager und mehrere Kripo-Ermittler, sah sich in einem Gefängnis um, erprobte Taekwondo am eigenen Leib und experimentierte mit Tarot.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 10.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492980210
    Verlag: Piper
    Größe: 2287 kBytes
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Libellenfänger

Leseprobe Sie war ein herrliches Geschöpf, ein Stück des Himmels. Doch sie hatte den Fehler gemacht, sich fangen zu lassen. Die Libelle wand sich in seiner Hand und schlug vergeblich mit den Flügeln, er spürte die Vibration an den Fingern. Er dachte gar nicht daran, loszulassen. Stattdessen hielt er sie näher vor die Augen, betrachtete sie genau. Groß war sie, fast so lang wie sein Zeigefinger, und ihr Körper hatte ein grün-schwarzes Muster, das wie aufgemalt wirkte. Fast zu perfekt. Doch am besten gefielen ihm ihre schimmernden Flügel. Noch einmal sah er sich um. Dann riss er der sich krümmenden Libelle die ersten beiden Flügel aus. Sie knisterten ein wenig, waren aber fest genug, um nicht kaputtzugehen. Jetzt kamen die auf der anderen Seite dran. Wie praktisch, dass Libellen nicht nur zwei Flügel hatten, sondern gleich vier - eine gute Beute. Er brauchte noch einige davon, um sie ihr zu geben. Ihr. Der Einen. So, und nun weg mit dem Vieh. Er warf die flügellose Libelle ins Gras des Hofs. Sie lebte noch. Vor meinen Füßen glänzte etwas auf dem Boden des Schulflurs. Schon wieder ein Libellenflügel. Wie kamen die Dinger nur hier herein? Ich bückte mich, um den Flügel aufzuheben, und betrachtete ihn. Wie schön er schimmerte. Irgendwie kam es mir falsch vor, ihn einfach auf dem Boden liegen zu lassen, wo jeder auf ihn drauftreten konnte. Vorsichtig legte ich ihn auf den Glaswürfel, in dem die fleischfressenden Pflanzen wuchsen. Jetzt sah es ein bisschen so aus, als hätten sie Beute gemacht. Dann ging ich die Treppe hinunter zu unserem Fernsehstudio und vergaß den Flügel wieder. Heute sollten die Moderationen für die nächste KidsNews-Sendung aufgezeichnet werden, und ich war sowieso schon spät dran. Von außen sah das Studio aus wie ein ganz gewöhnlicher Klassenraum, nur dass "nec.tv" auf einem Schild neben der Tür stand. Drinnen erinnerte nichts mehr an Unterricht, das Studio wurde auch vom ganz normalen Lokalfernsehen genutzt. Ich ging an der bunt verzierten, schallgedämpften Sprecherkabine vorbei, in der wir Texte für die Sendung einsprechen konnten, ohne dass uns der Schulgong die Aufnahme versaute. Auf der linken Seite ging es zu den Schnittplätzen, und dort hatte auch unser Mediencoach Nele - eine ehemalige Fernsehredakteurin - ihren Schreibtisch mit gleich vier Bildschirmen darauf. Wie üblich hatte sie das Fenster weit aufgerissen, obwohl es draußen zwölf Grad waren und sie nur ein "Guns'N'Roses"-T-Shirt trug. Neben ihr stand eine Schale mit Erdnüssen. Ständig futterte Nele irgendetwas, und trotzdem war sie dünn wie ein Gepard. Meine beste Freundin Kriss hatte die Theorie, dass Nele die Kalorien sofort verbrannte und dadurch nie fror. An einem der anderen Plätze saß Antonia; sie arbeitete so konzentriert am Schnitt eines Beitrags, dass sie nicht einmal aufblickte, um mich zu begrüßen. Aber ich erkannte sie trotzdem an ihren langen blonden Locken, die ihr so malerisch über den Rücken fielen wie einem Model in der Shampoo-Werbung. Sie war eins dieser Mädchen, nach denen die Jungs sich umdrehten, doch nie ließ sie sich anmerken, was sie davon hielt. Gerade beugte sich unser Betreuungslehrer Herr Bogenstetter über sie, deutete auf den Monitor, erklärte irgendetwas. Ich sagte nur kurz Hi und bog nach rechts ab, zum eigentlichen Studio. Es roch anders dort drinnen als in den restlichen Räumen, irgendwie technisch. Tageslicht gab es keins, ein deckenhoher blauer Vorhang vor den Fenstern versperrte unerwünschtem Licht den Weg. Vorsichtig bahnte ich mir den Weg an dem Kabelgewirr und den großen Kameras vorbei. Am Ton- und Bild-Mischpult saßen schon zwei andere Leute aus der Zwölften: Deborah, die sich mit einem kleinen Schminkspiegel die Augenbrauen zupfte, und Marek im schwarzen T-Shirt und Jeans. Deborah schnaubte, als sie mich sah. "Ah. Endlich. Hättest du nicht ein kleines bisschen früher kommen können? Wir haben echt Besseres zu tun, als auf dich zu warten!" "Sorry", meinte

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