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Lost in Australien Ein Work & Travel-Roman von Wich, Henriette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2020
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Lost in Australien

Schon lange hat Alina davon geträumt nach Australien zu reisen. Jetzt endlich macht sie sich zusammen mit Sunny auf den Weg. Ein Jahr Work und Travel liegt vor den beiden Freundinnen, aber die kommenden zwölf Monate halten viel mehr bereit, als Alina sich hätte vorstellen können. Hals über Kopf verliebt sie sich Mason aus London und zu dritt fahren sie nach Brisbane. Doch während er mit seiner Band dort seine ersten Auftritte hat, entschließt sich Alina weiterzureisen. Aber vergessen kann sie ihn nicht. Ein Work-and-Travel-Roman, der Lust aufs Reisen macht! Henriette Wich wurde 1970 in Landshut geboren und war schon als Kind eine Leseratte. Nach ihrem Studium der Germanistik und Philosophie in Regensburg arbeitete sie sechs Jahre als Lektorin in einem Kinderbuchverlag. Seit Sommer 2000 ist Henriette Wich freie Autorin für Kinder und Jugendliche. Sie lebt mit ihrer Familie in Regensburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 31.01.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646925357
    Verlag: Carlsen Verlag GmbH
    Größe: 2786 kBytes
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Lost in Australien

Ich war schon wieder am Flughafen. Das dritte Mal in einer Woche. Langsam wurde es teuer, weil mein Jahresticket nur den Münchener Innenraum abdeckte und ich jedes Mal für vier extra Stationen draufzahlen musste. Der Flughafen war der einzige Ort in diesem verrückt heißen Sommer in dieser verrückt heißen Stadt, den ich halbwegs ertragen konnte. Ja, auch wegen der Klimaanlagen überall, aber das war sozusagen nur ein netter Nebeneffekt. In Wirklichkeit war ich süchtig nach den großen Anzeigetafeln und Lautsprecherdurchsagen. Passenger Marie Schneider please come immediately to gate number 19. - Bitte lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt. - Die Maschine nach Amsterdam steht nun zum Abflug bereit.

Ungeduldig wartete ich auf die Heimkehrer in der Ankunftshalle. Ob sie nun aus Mallorca, Helsinki oder Kenia kamen, immer wenn sie ihre Koffer durch die automatischen Glastüren rollten, strahlten sie wie frisch Verliebte. Rein statistisch konnte es natürlich nicht sein, dass sich so viele Menschen im Urlaub gleichzeitig verknallten. Oder doch? Klar, sie hatten sich in das Land verliebt, in dem sie gerade gewesen waren. In den Geruch der Pinien und Pina Coladas, in die Mitternachtssonne oder die Meerkatze, mit der sie auf einer Safari zusammen gefrühstückt hatten. Okay, vielleicht hatte zufällig neben der Meerkatze auch noch ein Mann gesessen. Mit dem konnte man ausprobieren, ob es beim Küssen kulturelle Unterschiede gab oder nicht.

Eine Welle lief über die Anzeigetafel, die Maschine aus Dubai rückte an die oberste Stelle. Ankunftszeit 15: 12, gelandet . Mein Gehirn machte einen Zeitsprung. Sechs Stunden zuvor, Zwischenstopp Dubai, draußen Wüste und in der Transithalle jede Menge Urlauber aus Sydney, Adelaide und Melbourne.

Australien!

Die meisten Leute in diesem Flieger waren gerade dort gewesen und hatten sich meinen großen Traum erfüllt. Einfach so, ohne mich vorher zu fragen. Ich weiß nicht wieso, aber seit ich denken kann, will ich nach Australien. Als ich klein war, hatte ich ein Kinderbuch. Darin ging es um einen Jungen, der in der nächsten Woche zum Zahnarzt sollte und ganz laut sagte: "Nächste Woche kann ich nicht, nächste Woche bin ich in Australien!" Der Satz hat mir sofort eingeleuchtet, auch ohne Zahnarzt.

Einmal ans andere Ende der Welt fliegen. Den fünften Kontinent sehen. Die endlosen Strände und die Korallen am Great Barrier Reef. Auf den Wellen reiten und danach zu den Koalas, die tiefenentspannt in ihren Eukalyptusbäumen abhingen. In Australien war alles größer, weiter und aufregender als in Europa. Immer wenn ich mir vorstellte, selbst dort zu sein, wurde mir schwindelig. War das Land vielleicht doch eine Nummer zu groß für mich? Natürlich nicht! Oder sollte ich dem Klima zuliebe auf den Langstreckenflug verzichten? Aber ich wollte ja keine Abifahrt machen, sondern mindestens ein Jahr in Down Under sein.

Wieder kam Bewegung in die Anzeigetafel, und gleichzeitig vibrierte es in meiner Tasche. Ich las oben Gepäck und unten auf meinem Handy Badesee ?

Ohne die Anzeigetafel aus den Augen zu lassen, tippte ich:

Bin in einer Dreiviertelstunde da.

Super!,

schrieb Sofie zurück.

Wenn ich nicht zu spät kommen wollte, musste ich sofort los, doch dann verpasste ich das Beste. Sofie war in den letzten zwölf Jahren x-mal zu spät gekommen. Da konnte sie ruhig auch mal auf mich warten.

Die Glastüren gingen auf, und die ersten Urlauber kamen heraus. Eine Familie mit einem Kofferberg auf dem Gepäckwagen und zwei kleinen Kindern. Der Junge hatte einen Plüsch-Koala unter den Arm geklemmt. Hinter ihnen ein Pärchen mit Down-Under-T-Shirts. Dann zwei braun gebrannte junge Männer mit Strohhüten und ausgebeulten Rucksäcken. Waren bestimmt auf einer australischen Farm gewesen, Bananen pflücken oder so. Hinter den Männern eine Frau Anfang zwanzig. Kam sie et

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