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Manchmal dreht das Leben einfach um Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2016 von Steinberger, Kathrin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.08.2015
  • Verlag: Verlag Jungbrunnen
eBook (ePUB)
15,99 €
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Manchmal dreht das Leben einfach um

Ali ist hochbegabt und daher für ihre Mitschüler etwas exotisch. In Alis Nachbarhaus zieht der junge Skater Kevin ein, der wegen eines schweren Unfalls seine Profi-Karriere beenden musste. Ali lernt Kevin kennen, sie treffen sich zum Skifahren und er bringt ihr das Snowboarden bei. Als seine Skaterfreunde zu Besuch kommen, erlebt Ali zum ersten Mal, dass sie sich unter anderen jungen Leuten nicht als Außenseiterin fühlt. Kevin und sie verlieben sich ineinander und erleben beide ihre erste Beziehung. Aber Ali spürt, dass Kevin immer wieder auf Distanz zu ihr geht. Dann ist er plötzlich weg. Auf Alis Anrufe reagiert er nicht, schickt nur eine SMS. Ali ist verzweifelt. Als Kevin endlich zurückkommt, erklärt sich nicht nur sein Verschwinden, sondern auch seine Verschlossenheit. Dann beginnt Ali zu studieren, Kevin steigt in das Geschäft eines Skaterfreundes ein und das Leben wendet sich - und wendet sich wieder. Kathrin Steinberger wurde 1982 in der Steiermark geboren. Sie absolvierte ein Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaft. Für ihre Texte, die in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht wurden, erhielt Kathrin Steinberger mehrere Nachwuchsförderpreise. Sie arbeitet als freie Autorin und lebt mit ihrem Mann und ihren Töchtern in Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 25.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783702658946
    Verlag: Verlag Jungbrunnen
    Größe: 1371 kBytes
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Manchmal dreht das Leben einfach um

"Die hab ich nicht da."

Kevin wirft die CD aus und kramt im Fach unter dem Player herum. Meine Mutter dreht durch, wenn jemand beim Autofahren irgendwas anderes macht, als das Lenkrad festzuhalten, aber Kevin dreht den Kopf nicht von der Straße weg. Er findet eine CD und legt sie ein.

"Vielleicht magst du das. Is verträglicher."

sing us a song of the century

it's louder than bombs and eternity

Green Day. Song of the Century . Erster Track auf 21st Century Breakdown.

" American Idiot höre ich manchmal beim Laufen."

" American Idiot is 'n klasse Album, aber das find ich noch besser. Da sind Sätze dabei, die versteh ich gar nicht. Vielleicht steh ich auch nur so drauf, weil ich damals dabei war, als sie die Songs in San Francisco das erste Mal live gespielt haben. Und dann hab ich sie noch in Belfast gehört."

Los Angeles. Berlin. Amsterdam. Reno. San Francisco. Belfast.

"Du bist schon ganz schön rumgekommen."

"Oh ja."

Wie Kevin das sagt, bringt mich dazu, still zu sein, bis wir bei Last Night on Earth den Parkplatz erreichen. Noch hält sich der Andrang in Grenzen. Wir nehmen unser Zeug und gehen zur Kassa.

"Zwei Tagestickets."

"Kommt nicht in Frage."

"Wasn?"

"Dass du zahlst."

"Ich hab dich eingeladen, also zahl ich."

"Du hast gefragt, ob ich mitkomme. Vom Zahlen war keine Rede."

"Das soll jetzt nicht überheblich oder so klingen, aber ich hab genug Geld, und ich geb's lieber für sowas aus als für irgendwelchen Shit, also lass mich zahlen."

Wir sehen uns an. Die Frau im Kassenhäuschen wird ungeduldig.

"Was nun?"

Ich schaue zur Seite.

"Okay. Aber nächstes Mal zahle ich selber."

"Woher weißt du, ob du überhaupt wieder mit mir losziehen willst?"

Ich komme mir blöd vor, strecke ihm die Zunge raus. Kevin lacht.

"Irgendeine Ermäßigung?"

Ich zeige meinen Schülerausweis her.

"Zweiundsiebzig vierzig bitte."

Die Frau legt zwei Skipässe hin. Kevin zahlt, ohne mit der Wimper zu zucken, mit einer Kreditkarte.

"Danke."

"Anytime."

Wir kriegen allein eine Gondel. Ich betrachte durch die Scheibe Kevins Snowboard. Schwarz mit einem roten Animal aus den Muppets vorn drauf.

Die Muppet Show. Puppenserie von Jim Henson und Frank Oz. Produziert von 1976 bis 1981. Animal ist der Schlagzeuger der Band. Kermit der Frosch moderiert das Varieté, Miss Piggy haut ihm ständig eine rein. Fozzie hat Komplexe, weil ihn keiner witzig findet. Gonzo explodiert bei jedem seiner Stunts. Und Statler und Waldorf kommentieren alles vom Balkon aus. Mit den niedlichen Muppet Babies , die ich als Kind manchmal gesehen habe, haben die echten Muppets nicht viel zu tun. Die Show ist Kult, damals haben sich die Promis für Gastauftritte angestellt. Bob Hope. Elton John. Sylvester Stallone. Liza Minelli. Roger Moore.

"Wie alt bist du eigentlich?"

"Im März werde ich siebzehn."

"Und du gehst noch zur Schule?"

"Mmh. Letzte Klasse Gymnasium."

"Hast mit siebzehn nicht noch 'n Jahr?"

Oh verdammt.

"Ich ... hab eins übersprungen."

"Wann?"

Ich zögere.

"Im Kindergarten."

Kevin pfeift durch die Zähne.

"War's dir dort zu fad?"

"So ähnlich."

Kevins Blick verrät, dass ich damit nicht durchkomme.

"Ich bin ... begabt. Darum haben sie mich früher eingeschult."

"Bist du 'n Genie oder so?"

"Ach was. Ich bin einfach gut mit Zahlen, und ich merk mir alles ziemlich schnell."

"Hast du so 'nen IQ-Test gemacht?"

"Mmh."

"Und?"

"Hundertsechsunddreißig."

"Was haben denn Normalos?"

"So um die Hundert."

"Nicht schlecht. Bist du so wie der Kerl aus Malcolm in the Middle ?"

Malcolm mittendrin./sp

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