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Manchmal leicht wie Sonnenschein von Hedenius, Fanny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2015
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Manchmal leicht wie Sonnenschein

Åsa ist 13 Jahre alt und hat es nicht immer leicht. Ihr Vater lebt weit weg in Kalifornien und deswegen ist Åsas Mutter oft traurig und fühlt sich unsicher. Åsa fühlt immer mehr, dass sie sich um ihre Mutter kümmern muss und übernimmt viel Veranwortung für ein 13-jähriges Mädchen. Außerdem hat Åsa natürlich auch eigene Sorgen: In der Schule läuft es nicht besonders gut und auch mit ihren Freundinnen gibt es immer mal wieder Streit. Tja, und dann ist da auch noch Kristian, in den sich Åsa verliebt hat. Ob ihre Liebe erwidert wird? REZENSION 'Die Bücher von Fanny Hedenius sind herzlich und warm erzählt und wecken bei einem allerlei menschliche Gefühle. Von diesen Büchern bekommt man einfach gute Laune!' - Ingegärd Martinell, AB AUTORENPORTRÄT Fanny Hedenius ist das Pseudonym für die Schriftstellerin Anna Boëthius, die 1935 im schwedischen Uppsala geboren wurde. Nach einigen Jahren als Lehrerin veröffentlichte sie unter ihrem Pseudonym vor allem in den 1980er Jahren mehrere preisgekrönte Kinder- und Jugendbücher, darunter 'Manchmal leicht wie Sonnenschein' oder 'Camillas Zimmer'. Anna Boëthius starb im Herbst 2009 in Schweden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 13.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711464533
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1668 kBytes
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Manchmal leicht wie Sonnenschein

1. Kapitel

Blaubeertörtchen

Jetzt werde ich ein Mädchen zeichnen, das aussieht wie ich. Und man muß sie richtig gut erkennen können. Ich will nämlich gesehen werden - besonders von den Jungens natürlich.

Vorne darf sie keine Haare haben, sie hat sie alle zu einem kleinen Knoten ein bißchen schräg auf dem Kopf zusammengebunden, das ganze Gesicht bleibt frei.

Oh, die Backen sind ein bißchen sehr rund geraten!

Und so eine kleine Nase! Soll ich sie so klein zeichnen, wie sie in Wirklichkeit ist? Ja, klar doch. Und wenn ich den Mund so eigensinnig zusammenkneife, dann wird die Nase noch kleiner. Sie ist zu klein, das sieht blöd aus. Ich mache sie auf dem Bild extra noch kleiner. Und den Mund zu.

Agnes ist so was von doof, ich mag gar nicht daran denken.

Man müßte so eine Nase haben wie die Saigaantilope. Das war lustig, letztes Jahr in Bio, als unser Klassenlehrer Göran krank war und dieser komische Referendar durchs Klassenzimmer lief und schnaubte und von der Saigaantilope erzählte. Die hat eine so große Nase, daß sie im Sommer den ganzen Staub, der von der Taiga kommt, wegsieben kann.

Im Winter ist die Kälte gefährlich für die Lungen, aber die Nase der Saigaantilope schützt auch dagegen.

Bei mir sind nicht nur die Lungen empfindlich, sondern auch das Herz. So wie heute, als Agnes so was Blödes über mich gesagt hat. Da hätte ich die Nase der Saigaantilope brauchen können.

Zuerst war es noch ganz lustig, als sie über die Jungens sprach und was die über uns denken.

"Berit braucht bloß in die Nähe zu kommen und schon denken sie: 'Zu heißt, trau mich nicht.' Bei Jeanette denken sie: 'Was für eine Berg- und Talbahn! Eh man sich's versieht, wird man zurückgestoßen! Ich muß noch mal fahren! Und noch mal!' Camilla ist so sanft und kühl, bei der denken sie: 'Tröste mich, Camilla, tröste mich, wenn ein anderes Mädchen böse zu mir war.' Aber wenn sie Loulou sehen: 'Ein ganzer Berg aus Bonbons und in der Mitte ein ganz wunderbares Bonbon, in Glanzpapier eingewickelt! Das muß ich haben!'"

Aber überhaupt nicht mehr lustig fand ich, was sie über mich gesagt hat: "Bei dir allerdings, kleine Åsa, ist es so, daß dich gar niemand sieht. Du mußt schauen, daß du einen Jungen bekommst, der den Duft deiner Ausstrahlung spürt, auch wenn er die Augen zumacht."

Den Duft meiner Ausstrahlung! Wo ist die denn? Mit Wimperntusche kann man die wohl nicht schminken.

Jetzt bekommt sie noch ein bißchen hellblaue Pastellkreide auf die Lider, das Mädchen, das ich zeichne. Das wird richtig hübsch.

Alle Mädchen, die um sie herumstanden, machten die Augen zu und lachten und schnupperten, um den Duft zu riechen. Aber drei hielten sich die Nase zu.

Klar, ich weiß, daß Ria und Berit mich nicht mögen. Und daß Danja meint, daß es immer am sichersten ist, sich an die Frechen zu halten, das weiß man ja schließlich.

Aber es ist doch schlimm, es so mit eigenen Augen zu sehen.

Für die Augenbrauen nehme ich eine hellbraune Kreide, und ich mache bloß ganz kleine Ministrichelchen. Jetzt hat sie einen richtig verwunderten Gesichtsausdruck bekommen!

Es war schrecklich, sich so im Mittelpunkt zu fühlen und doch nicht geschützt zu sein, sondern richtig ausgeliefert. Sie konnten mich sehen, aber ich habe mich selbst nicht gesehen: Meine Gefühle waren ausgewischt und unsichtbar, nur ihre Gefühle waren wirklich. Sie konnten bestimmen, wer ich bin.

Aber ich habe versucht, an die zu denken, die mich mögen, Camilla zum Beispiel. Sie ist nicht der Meinung, daß ich klein und unbedeutend aussehe. Tu ich auch nicht.

Bloß Agnes ist manchmal so wahnsinnig gemein und blöd. Sie ist die größte in der Klasse, und sie kann so Sachen sagen, daß alle ihr zuhören. Deshalb bildet sie sich manchmal ein, daß wir anderen bloß Kroppzeug sind.

Aber es ist ja gar nicht das mit Agnes, was mich im Moment so traurig macht.

Es ist das an

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