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Martin oder Zwei linke Hände von Kühl, Barbara (eBook)

  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Martin oder Zwei linke Hände

Dem zwölfjährigen Martin geht es nicht gut. Er scheint ein richtiger Versager zu sein - zwei linke Hände. Alles, was er auch anpackt, geht schief. Selbst seine besten Vorsätze verkehren sich in ihr Gegenteil. Und als ihm schließlich auch noch seine ältere Schwester Evelyn vorgehalten wird, die viel bessere Zensuren auf dem Zeugnis hat als er, da fühlt er sich selbst als ein Versager. Da er nicht mit in den gemeinsamen Familienurlaub fahren darf, verbringt er zwei Ferienwochen bei seiner Tante Wally Pfeffer, die der LPG-Vorsitzende wegen ihrer lockeren Zunge Wally 'Pfefferschote' nennt. Mit ihr versteht er sich gut, viel besser als mit seinen eigenen Eltern. Und Tante Wally ist es auch, die ihm hilft, als Martin beschließt, von zu Hause wegzugehen, ganz weit weg ... LESEPROBE: Der 'Rote Pfeil' war die Sensation des Tages. Obwohl Jochen mit dem Bus fahren sollte wegen seiner Atembeschwerden, war er an der Chaussee hinter Martin auf das Tandem gestiegen. 'Wir haben bestimmt sechzig Sachen haben wir drauf!', schrie er und schwitzte, als sie die Teerstraße entlangpreschten. 'Mindestens achtzig!', schrie Martin zurück und trampelte kraftvoll, obwohl ihm vom Fahrtwind die Augen tränten. Ihm war, als flöge er, und berauscht von einem ungeheuren Glücksgefühl kurvte er als Abschluss einmal um den Schulhof. Sie sollten ihn alle sehen, ihn und sein feuerrotes Tandem! Und sie sahen ihn alle und kamen gerannt, schrien durcheinander, bewundernd, staunend oder auch ein bisschen neidisch. Frau Bloch drohte nur kurz mit dem Zeigefinger und blickte dann schnell woandershin. 'Einwandfrei!' 'Klasse!' 'Lass uns mal!' 'Haste das allein gebaut?' Plötzlich ruderte Äffi durch das Gedrängel. 'Super, super, dein Straßenhobel! Universell einsetzbar. Kannst 'n Freund mitnehmen oder 'ne flotte Biene ...' 'Oder deine Oma zum Zahnarzt kutschieren!', piepste irgendein Knirps dazwischen. Und alle brüllten vor Lachen. Später in der Pause beschlossen die Jungen der 6 a, mehrere Tandems zu bauen. Die wollten sie dann während der geplanten Klassenfahrt im Mai benutzen, jeder mit einem Mädchen aus der Klasse als Beifahrer auf dem 'Ladysitz'. Kichernd gaben die Mädchen ihr Einverständnis. 'Und zur nächsten Altstoffsammlung mit Hänger hinten dran!', bestimmte Udo Zack-zack. 'Dann schlagen wir alle. Aber dichthalten! Klassengeheimnis!' 'Ehrensache!' Und Martin genoss die Bewunderung und war glücklich und vergaß die hässlichen Szenen, die sich am Wochenende zu Hause abgespielt hatten. Barbara Kühl, geb. von Stärk Geboren 1939 in Heydebreck/Oberschlesien; aufgewachsen auf der Insel Poel und im Berliner Randgebiet; Abitur; lebt in Bad Kleinen; verheiratet, zwei Kinder; tätig in verschiedenen Verwaltungsfunktionen; nebenberuflich entstanden kleinere literarische Arbeiten und Publikationen für die Presse; ab 1978 freiberuflich tätig als Kinderbuchautorin; 1980 Förderpreis des Kinderbuchverlages Berlin; Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR bis 1990, danach bis 1992 VS; ab 1991 bis zum Renteneintritt Tätigkeit als Redakteurin. Bibliografie (Auswahl) Hörspiele Paradiesäpfel, in: Radio DDR II,1978, sowie Berliner Rundfunk, 1979 und 1982 Fingerlang in: Berliner Rundfunk, 1979, 1980 und 1981 Die Dükermutter in: Radio DDR II, 1982, Berliner Rundfunk 1983 Selbständige Veröffentlichungen Til und der Körnerdieb (Erzählung), Kinderbuchverlag Berlin, 1980, 1981, 1982 und 1985; verfilmt von der DEFA 1983 ("Mein Vater ist ein Dieb") Martin oder Zwei linke Hände (Erzählung), Kinderbuchverlag Berlin, 1982, 1984, 1987 und 1989 Irrlichter (Erzählung), Kinderbuchverlag Berlin, 1986 und 1988 Schlappohr (Erzählungen), Kinderbuchverlag Berlin, 1990 Tiere, weIche Eier legen (Bilderbuch), Kinderbuchverlag Berlin, 1990 Vom Fischer Fiete Blohm (Bilderbuch), Lehrmittelverlag Pößneck, 1990 Leo, das Luder (Erzählung), Kinderbuchverlag Berlin, 1992 Spurensuche (Historischer Report), Verlag Stock & Stein, Schwerin, 1992 Ein irrer Vogel (Fantast

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 189
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863946876
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 361 kBytes
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Martin oder Zwei linke Hände

Der 'Rote Pfeil' war die Sensation des Tages. Obwohl Jochen mit dem Bus fahren sollte wegen seiner Atembeschwerden, war er an der Chaussee hinter Martin auf das Tandem gestiegen. 'Wir haben bestimmt sechzig Sachen haben wir drauf!', schrie er und schwitzte, als sie die Teerstraße entlangpreschten. 'Mindestens achtzig!', schrie Martin zurück und trampelte kraftvoll, obwohl ihm vom Fahrtwind die Augen tränten. Ihm war, als flöge er, und berauscht von einem ungeheuren Glücksgefühl kurvte er als Abschluss einmal um den Schulhof. Sie sollten ihn alle sehen, ihn und sein feuerrotes Tandem! Und sie sahen ihn alle und kamen gerannt, schrien durcheinander, bewundernd, staunend oder auch ein bisschen neidisch. Frau Bloch drohte nur kurz mit dem Zeigefinger und blickte dann schnell woandershin. 'Einwandfrei!' 'Klasse!' 'Lass uns mal!' 'Haste das allein gebaut?' Plötzlich ruderte Äffi durch das Gedrängel. 'Super, super, dein Straßenhobel! Universell einsetzbar. Kannst 'n Freund mitnehmen oder 'ne flotte Biene ...' 'Oder deine Oma zum Zahnarzt kutschieren!', piepste irgendein Knirps dazwischen. Und alle brüllten vor Lachen. Später in der Pause beschlossen die Jungen der 6 a, mehrere Tandems zu bauen. Die wollten sie dann während der geplanten Klassenfahrt im Mai benutzen, jeder mit einem Mädchen aus der Klasse als Beifahrer auf dem 'Ladysitz'. Kichernd gaben die Mädchen ihr Einverständnis. 'Und zur nächsten Altstoffsammlung mit Hänger hinten dran!', bestimmte Udo Zack-zack. 'Dann schlagen wir alle. Aber dichthalten! Klassengeheimnis!' 'Ehrensache!' Und Martin genoss die Bewunderung und war glücklich und vergaß die hässlichen Szenen, die sich am Wochenende zu Hause abgespielt hatten. Nach dem Unterricht radelte Martin mit dem 'Roten Pfeil' gemächlich zur Bushaltestelle und wartete auf Jochen. Es verging eine halbe Stunde, doch Jochen kam nicht. War der vielleicht doch mit dem Bus nach Kiekebusch gefahren? Noch zehn Minuten, dachte Martin, dann zisch ich ab. Und Vater werde ich beweisen, dass er unrecht hat. Ich werde in den Museumskeller gehen und die Teile der Zentrifuge entrosten, ganz allein. Martin schloss die Augen. Und wieder sah er den Vater vor sich stehen, hochrot im Gesicht, wütend. 'Soso, der Herr Sohn kommt also, wann es ihm passt. Mama kann ja mit dem Essen warten. Wo warst du so lange?'

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