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Mein böses Blut von Girard, Geoffrey (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.04.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Mein böses Blut

Jeff dachte immer, dass er ein Teenager ist wie jeder andere. Doch an seinem 16. Geburtstag erfährt er das Unglaubliche: Er ist ein Klon des Serienkillers Jeffrey Dahmer! Und es gibt weitere jugendliche Klone. Im Rahmen eines streng geheimen Regierungsprojekts, unter der Beobachtung von Wissenschaftlern, durften manche von ihnen wohlbehütet aufwachsen, andere erlebten dagegen die Kindheit ihres Originals. Nun sind einige von ihnen ausgebrochen. Gemeinsam mit dem Polizisten Castillo, der die entflohenen Jugendlichen wieder einfangen soll, jagt Jeff den Killern quer durch die USA hinterher ...

YA-Version des Thrillers Verdorbenes Blut

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 334
    Erscheinungsdatum: 16.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732506200
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1845kBytes
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Mein böses Blut

KAPITEL 1

Jeffrey Dahmer.

Noch nie gehört? Ging mir genauso. Ich musste ihn auch erst mal googeln. Den Rest habe ich in meiner Akte gelesen.

Er hat in den Achtzigerjahren siebzehn Menschen ermordet. Ziemlich krass. Vor allem die Art und Weise, wie er es gemacht hat. Die grausamen Details könnt ihr selber nachlesen. Ich spar mir die Mühe.

Inzwischen weiß ich, dass die meisten Erwachsenen den Namen auf Anhieb erkennen, weil Dahmer damals in den Nachrichten weltberühmt wurde. Er verkörperte sozusagen das Schlagwort der Stunde: SERIENKILLER.

Männlich. Weiß. Überdurchschnittlicher IQ. Unterdurchschnittlicher Erfolg. Gestörtes Hirn. Gestörte Kindheit. Hat als Kind tote Tiere gesammelt. Als Erwachsener war er ein typischer Einzelgänger. Fiel nie groß auf, bis seine Nachbarn den Gestank nicht länger ertragen konnten. Abartige Morde, extrem pervers. Zig Leichen. Ein wandelndes Klischee. Perfekt, um schnell mal einen Witz zu reißen oder ihn in irgendeiner lahmen Polizeiserie zu erwähnen.

1992 wurde Jeffrey Dahmer wegen fünfzehnfachen Mordes verurteilt und bekam für jedes Opfer lebenslänglich. Alles in allem knapp tausend Jahre Gefängnis. Hammerhart. Die meisten können sich nicht mal ein Jahr Gefängnis vorstellen.

War aber auch egal.

Zwei Jahre später wurde er nämlich von einem Mitgefangenen mit einer Hantelstange erschlagen und so übel zugerichtet, dass die Aufseher zuerst nicht einmal wussten, wer der Tote war.

Der Typ, der ihn ermordet hat, meinte, Gott hätte ihn dazu aufgefordert. Kann schon sein.

Andere Quellen behaupten, Dahmer hätte den Mord selbst angezettelt, quasi als indirekten Selbstmord.

Kann auch sein. Würde mich jedenfalls nicht wundern.

All das passierte etwa zwanzig Jahre vor meiner Geburt.

Vor meiner Erzeugung in einem Labor. Vor unserer Erzeugung.

Das Ganze ist immer noch ziemlich verwirrend. Ihr werdet schon sehen, warum.

Meine Geschichte handelt von Blut.

Vom Blut der Verwandtschaft. Vom Blut der Wissenschaft.

Und von Mord.

Immer geht es um die "Wahrheit". Die Tugend der WAHRHEIT. Man muss ihr auf den Grund gehen. Immer schön ehrlich sein et cetera. Das wird einem von Anfang an eingeimpft. Dabei ist das der größte Schwachsinn überhaupt. Das ganze Konzept ist eine dicke, fette Lüge. Ironischerweise.

Wenn plötzlich jeder die Wahrheit sagen würde, auch nur die Hälfte der Zeit, würden wir alle von einer Brücke springen.

Dann wüssten wir nämlich, wie die Leute wirklich sind. Was sie wirklich voneinander halten. Was sie für schreckliche Dinge tun. Und so weiter.

Ohne Lügen würde das ganze System zusammenbrechen.

Ich war jedenfalls ganz glücklich mit den Lügen, die mir jahrelang erzählt wurden.

Mir wurde erzählt, ich hieß Jeff Jacobson und wäre am 18. April zur Welt gekommen.

Mir wurde erzählt, meine Mutter und ich hätten einen schlimmen Autounfall gehabt, als ich gerade mal fünf war, weshalb ich a) keine Mutter hätte, b) mich nicht an alles erinnern könnte und c) manchmal Probleme mit meiner Ausdrucksweise hätte.

Mir wurde erzählt, die hübsche dunkelhaarige Frau auf den drei vereinzelten Fotos in unserem Haus wäre meine Mutter. Und sie hätte mich sehr geliebt.

Mir wurde erzählt, mein Vater wäre, na ja, mein Vater. Und er würde mich genauso lieben.

Und all das habe ich geglaubt.

Aber dann hat sich mit einem Mal alles verändert.

Einfach so. Über Nacht. Oder noch nicht mal. Innerhalb von fünfzehn, zwanzig Minuten. In der Zeit hätte ich auch eine Runde Call of Duty spielen können. So schnell kann es manchmal gehen.

Mit der WAHRHEIT.

Mein Vater, der berühmte Genforscher Dr. Gregory Jacobson - mein falscher Vater, der Verrückte, der Killer, Dr. Ripper, wie auch immer man ihn nennen will oder die Nachwelt ihn in Erinner

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