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Mein Sommer in Brighton von Schlieper, Birgit (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.04.2017
  • Verlag: cbt Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Mein Sommer in Brighton

Freiheit, Ferien, Fish'n'Chips Es ist der schönste Sommer in Noras Leben! Mit der besten Freundin Lisa in der Hippiestadt Brighton. Bei herrlich durchgeknallten Gasteltern, die alles erlauben, und in einem Haus nicht weit vom Pier. Und dann ist da noch Tim, der strubbelige Surfer, der am Strand campt und sie in seinen Bulli zum Schoko-Fondue einlädt. Tim, der ihre chaotischen Gedanken liest und sie ohne Worte versteht. Doch dann ziehen plötzlich Wolken auf, und es scheint, als würde Nora ihre erste große Liebe und ihre beste Freundin gleichzeitig verlieren. Oder ist alles nur ein riesiges Missverständnis? Birgit Schlieper, geboren 1968 in Iserlohn, hat Amerikanistik, Romanistik und Anglistik studiert, ihr Studium aber abgebrochen, als ihr ein Zeitungsvolontariat angeboten wurde. Seitdem schreibt sie unaufhörlich: von Einkaufszetteln und Post-its über Reportagen bis zum Tagebuch und Gedichten, für Nachrichtenagenturen, die SZ, in Lehrbüchern für den Deutschunterricht - und für cbt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 17.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641207885
    Verlag: cbt Jugendbücher
    Größe: 1691 kBytes
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Mein Sommer in Brighton

1

Ich bin seit ungefähr siebenundsechzig Minuten auf britischem Boden, als ich mich bereits bis auf die Knochen blamiere. Linda Clark hatte mich gefragt, ob ich im Auto vorne sitzen wolle. Keine Ahnung, warum sie das vorgeschlagen hat. Ich bin nicht besonders groß oder dick oder so. Vielleicht liegt es an dem überdimensionalen Rucksack auf meinem Rücken, der mich gigantisch erscheinen lässt. Was braucht man für vier Wochen England? Eigentlich alles, oder? Und all das, was nicht mehr in meinen Koffer gepasst hat, habe ich in meinen Rucksack gestopft. Ich nicke also auf ihre Frage hin, gehe um das Auto rum, öffne die Beifahrertür und schaue direkt aufs Lenkrad. Natürlich brechen alle in Gelächter aus. Michael Clark fragt - als er sich endlich beruhigt hat -, ob ich sicher sei, dass ich selber fahren wolle. Ich schüttele nur meinen hochroten Kopf, flitze um das Auto herum und setze mich schnell auf den Beifahrersitz.

Die gesamte Fahrt über höre ich Lisa hinter mir immer wieder kichern. Sie kriegt sich gar nicht mehr ein. Ich gucke mich vorsichtig um, um zu überprüfen, ob sie schon dabei ist, meine peinliche Nummer per WhatsApp in die ganze Welt zu posaunen. Ist sie nicht. Wahrscheinlich kommt sie nicht an ihr Handy. Mit Linda Clark und deren zehnjähriger Tochter Määäry-Äänn (ehrlich, genauso hat sie sich vorgestellt) ist es ziemlich eng hinten auf der Rückbank. Geschieht Lisa ganz recht. Allerdings schlafen meine Füße unter dem Monster-Rucksack auch langsam ein. Aber ich wüsste wirklich nicht, auf was ich beim Packen hätte verzichten können. Eigentlich bin ich gar nicht so eine Modetussi, aber irgendwie sind dann doch ganz schön viele Dinge zusammengekommen. Es ist Sommer. Also mussten sämtliche Shirts, Shorts, Flipflops und so mit. Dann: Wir sind in England. Das bedeutet, dass man stündlich mit einem kühlen Regentief rechnen muss. Also mussten auch Pullover, dicke Jacke, Jeans, Schirm, Lieblings-Sneaker und so weiter mit. Da in unserer Ferienschule auch Sport auf dem Stundenplan steht, muss also auch noch mit: Jogginghose, Tops, Sportschuhe. Das Ganze noch aufgefüllt mit Unterwäsche, Schlafanzug, Schminke, Sonnenmilch, Shampoo und so weiter ergibt fast vierzig Kilo. Dazu kommen natürlich noch etliche Kilos guter Laune und Vorfreude.

Auf der Fahrt von London, wo wir gerade gelandet sind, bis nach Brighton, wo wir die nächsten Wochen verbringen werden, sterbe ich circa siebzehn Tode. Ich denke andauernd, wir wären Geisterfahrer. Dieser Linksverkehr macht mich fertig. Wenn wir abbiegen, möchte ich Michael Clark am liebsten ins Lenkrad greifen, um uns auf die richtige - also eigentlich falsche - Spur zu bringen. Ich spüre, wie er immer mal wieder zweifelnd zu mir guckt und bin froh und dankbar, als wir endlich vor dem kleinen gelben Haus parken. Es sieht genauso aus wie auf Google Maps. Sehr gelb inmitten von grauen und beige-farbenen Nachbarhäusern. Fröhlich irgendwie.

Meine Mutter hatte sehr scharf die Luft eingezogen, als ich ihr das Haus im Internet gezeigt hatte. Sie fand es "merkwürdig und irgendwie beunruhigend", dass meine Gastfamilie so aus der Reihe tanze. Aber meine Mutter findet es schon beunruhigend, wenn ich einmal kurz huste (angehende Lungenentzündung), wenn es drei Stunden am Stück regnet (Überschwemmungsgefahr) oder wenn mein Vater zehn Minuten später als sonst aus dem Büro kommt (tödlicher Verkehrsunfall).

Als der eher schmächtige Michael Clark meinen Koffer aus dem Auto hebt, schwellen unter seiner Brille die Adern an seinen Schläfen an, und ich habe kurzfristig ein schlechtes Gewissen.

"Warum ist dein Koffer eigentlich so viel leichter?", frage ich Lisa leise.

"Ich habe gedacht, dass ich mir alles, was ich nicht habe, einfach von dir leihe." Sie grinst mich an.

Wir müssen feststellen, dass das Haus nicht nur von außen bunt ist, sondern auch von innen. Bunt klingt dabei noch fast ein bisschen zu schal. Ich

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