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Mitten im Dschungel von Rundell, Katherine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2018
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Mitten im Dschungel

Mitten im Dschungel stürzt die kleine Propellermaschine ab und plötzlich sind Fred, Con, Lila und ihr kleiner Bruder Max auf sich allein gestellt. Wo sollen sie einen Unterschlupf und etwas zu essen finden. Und wie kommen sie aus diesem Urwald überhaupt wieder heraus? Immerhin ist ein Fluss in der Nähe und wilde Früchte, und Fred hat genug Abenteuerbücher gelesen, um ein Floß zu bauen. Aber ob das zum Überleben in der Wildnis reicht? Katherine Rundell, geboren 1987, wuchs in London, Zimbabwe und Brüssel auf. Sie ist Fellowam All Souls College, Oxford. "Mitten im Dschungel" ist schon ihr viertes Buch bei Carlsen und wurde in England bereits vielfach ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 30.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646928648
    Verlag: Carlsen Verlag GmbH
    Größe: 2112 kBytes
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Mitten im Dschungel

DAS GRÜNE DUNKEL

Fred fragte sich beim Laufen, ob er tot war. Aber, dachte er, wenn man tot ist, kann es nicht so laut sein. Das Prasseln der Flammen dröhnte in seinen Ohren, dazu sein eigenes Blut, er konnte es bis in die Hände und Füße spüren.

Eine stockdunkle Nacht. Er rang beim Laufen verzweifelt um Atem, weil er um Hilfe rufen wollte, aber sein Hals war zu rau und zu trocken. Er legte einen Finger hinten auf seine Zunge für mehr Spucke. "Ist da jemand? Hilfe! Feuer!", rief er.

Ein Baum direkt hinter ihm schickte eine Flammenfontäne in den Himmel, das war die Antwort des Feuers auf sein Rufen. Ein Donnergrollen.

Ein brennender Ast zersprang krachend, ergoss rote Glut und stürzte mit einer Funkenkaskade in die Tiefe. Fred wich mit einem Sprung aus, stolperte in das Dunkel und knallte mit dem Kopf gegen etwas Hartes. Der Ast landete genau dort, wo er gerade gestanden hatte. Fred schluckte die Galle hinunter, die in seiner Kehle aufstieg, und rannte weiter, noch schneller, noch panischer.

Irgendetwas klatschte gegen sein Kinn. Er schlug danach und duckte sich gleichzeitig, aber es war nur ein Regentropfen.

Der Regen fiel ebenso plötzlich wie heftig. Er verwandelte Ruß und Schweiß, die Freds Hände bedeckten, in eine Art Teer, dämmte aber auch die Flammen ein. Fred verlangsamte sein Tempo zu einem Traben, dann blieb er stehen. Er drehte sich keuchend und japsend um und hielt Ausschau nach der Stelle, von der aus er losgelaufen war.

Das kleine Flugzeug lag qualmend zwischen den Bäumen und sandte weißgraue Wolken in den Nachthimmel.

Er sah sich benommen und verzweifelt um, konnte aber keinen einzigen Menschen hören oder sehen. Nur knöchelhohe, wie Farne aussehende Pflanzen und himmelhohe Bäume, dazu panisch kreischende und flatternde Vögel. Er schüttelte heftig den Kopf, denn er hatte noch den Lärm des Flugzeugabsturzes in den Ohren.

Die Haare auf seinen Armen waren versengt und rochen nach faulen Eiern. Er legte sich eine Hand auf die Stirn: Eine seiner Augenbrauen war verbrannt und löste sich teilweise ab, als er danach griff. Er rieb seine Finger an einem Ärmel ab.

Fred schaute an sich hinunter. Ein Hosenbein war bis zur Tasche aufgerissen, aber er schien sich nichts gebrochen zu haben. Rücken und Nacken taten ihm höllisch weh, was zur Folge hatte, dass sich seine Arme und Beine fremd und weit weg anfühlten.

Da ertönte eine Stimme in der Dunkelheit. "Wer ist da? Bleib weg von uns!"

Fred fuhr herum. In seinen Ohren dröhnte es immer noch, als er einen Stein vom Boden aufhob und in Richtung der Stimme warf. Er ging hinter einem Baum in Deckung und hockte sich hin, bereit jederzeit aufzuspringen und wegzulaufen.

Sein Herz lärmte wie eine Ein-Mann-Band. Er versuchte den Atem anzuhalten.

Die Stimme sagte: "Hör auf mit Steinen zu werfen, um Himmels willen."

Es war die Stimme eines Mädchens.

Fred lugte um den Baum. Der Mondschein wurde vom Laub zu einem dunklen Grün gefiltert und warf langfingerige Schatten auf die Baumstämme und den Urwaldboden. Fred konnte nur zwei Büsche sehen. In beiden war ein Rascheln zu hören.

"Wer da? Wer bist du?" Die Stimme ertönte im rechten Busch.

Fred spähte aus zusammengekniffenen Augen ins Dunkel und spürte, wie sich die nicht versengten Haare auf seinen Armen aufstellten.

"Bitte tu uns nicht weh", sagte der Busch. Es war eindeutig eine Kinderstimme, keine erwachsene, und der Akzent war zu weich, um britisch zu sein. "Hast du uns etwa mit Kacke beworfen?"

Fred senkte den Blick auf den Boden. Er schien nach dem alten, steinharten Dung eines Tieres gegriffen zu haben.

"Oh", sagte er. "Ja." Seine Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit, und er konnte im grüngrauen Zwielicht zwei Augen erkennen, die ihn aus dem Busch anstarrten. "Habt ihr auch im Flugzeug gesessen? Seid ihr verletzt?"

" Klar sind wir verletzt! Wir si

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