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Muss Liebe schön sein von Fülscher, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2017
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Muss Liebe schön sein

Joscha ist der Neue in der Klasse. Und seine sanften Teddybäraugen haben es Pauline gleich angetan - sie ist total verknallt! Doch wie soll sie nur an diesen Typen herankommen? Ihre beste Freundin Helma ist ihr da Hilfe und Konkurrenz zugleich, denn auch sie hat sich in den süßen Joscha verliebt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 13.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955308926
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 749kBytes
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Muss Liebe schön sein

Fußballgroupie

Eines der schwierigsten Dinge im Leben ist, in der Badewanne zu liegen und seinen Bauchnabel zu fotografieren. Man muss sich dabei ziemlich krümmen und aufpassen, dass das Objektiv keinen Badeschaum abbekommt, und wenn der Apparat sowieso nicht eins a ist, kriegt man mit fünfundneunzigprozentiger Sicherheit nur undeutliche Bilder, die ebenso gut auch auf dem Mond geschossen sein könnten. Aber was bleibt einem anderes übrig, wenn man vorhat, als weitbeste Fotografin in die Geschichte einzugehen? Rein ins Wasser, Augen auf und Auslöser drücken! Sich bloß nicht von Leuten irritieren lassen, die meinen, man habe einen Knall.

Mummi hatte sich vor Urzeiten mal ihr Horoskop aus der Zeitung geschnitten und an den Kühlschrank geklebt: "Lassen Sie sich durch ein bisschen Mühe nicht abschrecken! Denken Sie immer nur an Ihr Ziel und streben Sie vorwärts!" Genau das war mein Lebensmotto, auch wenn Mummi sich den Spruch zuerst auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Alles in allem war Mummi ganz prima, aber trotzdem rasselten wir ziemlich oft aneinander. Thema Hausarbeit: Während Mummi unser Badezimmer täglich mehrere Stunden zwecks diverser Schönheitsbehandlungen besetzte, war unsere Wohnung immer total unaufgeräumt und überall lagen Staubflusen herum. Wie gerne hätte ich mal einen picobello gewischten Fußboden vorgefunden, von dem man Pizza hätte essen können, wenn man wollte. Ich hätte meine Freundin Helma eingeladen und vielleicht noch ein paar andere aus meiner Klasse. Anne-Marie zum Beispiel, die wie eine Fleisch fressende Pflanze aussah und wegen ständiger Petzerei hinterher die Krümel hätte vom Boden klauben müssen. Oder die Makkaroni, ihres Zeichens Englischlehrerin und derart in die italienische Küche vernarrt, dass sie kalte Pasta mit in die Schule brachte und sich wie eine aufgequollene Nudel durch die Gänge rollte...

Ach ja, Joscha! Der hätte natürlich ebenfalls bei meinem Fußboden-Pizza-Essen mitmachen dürfen, auch wenn er es vielleicht nicht verdient hatte. Joscha war in diesem Jahr als Sitzenbleiber in unsere Klasse gekommen und benahm sich wie ein Ochse, wenn's donnert. Er war muffig und blöd, und wenn irgendeiner es wagte, "Hallo!" oder "Na, du?" oder "Schönes Wetter, was?" zu sagen, schlug er mit den Hinterbeinen aus oder ging, falls er ganz mies drauf war, gleich mit den Hörnern auf einen los. Trotzdem fand ich ihn süß. Joscha hatte braune Teddybärenaugen und auf dem Kopf ein meliertes Teddybärenfell und aß in jeder Pause Paprikaschoten. Und ob er eine Freundin hatte, wussten nur die Götter.

Ich schoss also ein paar Bauchnabelfotos, stieg dann aus der Wanne und zog mich schnell an. Schließlich hatte ich heute noch viel vor. Wenn man's genau nahm, hatte ich eigentlich immer viel vor. Viel zu viel. Ich wollte nämlich immer alles und am liebsten zur gleichen Zeit. Eine berühmte Fotografin werden und die Welt ergründen, und außerdem wollte ich wissen, warum manche Menschen siebenmal die Woche Makkaroni in sich reinstopften, warum andere bei Vollmond auf dem Fenstersims spazieren gingen und warum die Katzen nicht eines Tages zu sprechen anfingen und den Menschen die Meinung sagten.

Helma fand das sturzlangweilig - abgesehen davon, dass ich sie oft zu Exkursionen mitschleppte, die einen gewissen körperlichen Einsatz verlangten. Um Fotos zu schießen, kletterte ich nämlich auf Zäune und auf Berge, legte mich in Gräben und kroch in Rohre und es interessierte mich dabei nicht die Bohne, wenn meine Klamotten mal dreckig wurden. Helma begriff einfach nicht, warum ich für ein gutes Foto sozusagen über Leichen ging. Und wenn ich ihr meine Theorie eintrichterte, dass man durch genaue Beobachtung der Menschen und der Dinge, die einen unmittelbar umgeben, automatisch ein besseres Verständnis für die Welt bekommt, sah sie mich nur bleichgesichtig an. Was gehen dich die anderen Leute an, sagte sie immer und guckte stattdessen mit ihrem Fernglas in den Himmel. So

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