text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

My Book of Life by Angel von Leavitt, Martine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.03.2014
  • Verlag: Thienemann Verlag GmbH
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

My Book of Life by Angel

Vorne auf mein Buch schrieb ich 'Mein Buch des Lebens von Angel', was übrigens mein echter Name ist, und meine wahre, eigene Geschichte, vielleicht einst von einem anderen Engel zu verlesen. Angel, 16 Jahre alt, trifft auf Call - diese Begegnung verändert ihr normales Leben. Bevor sie es richtig merkt, macht Call sie drogenabhängig und schickt sie auf den Babystrich. Angel beginnt, ihr Leben zu hassen. Sie schafft es aber erst, auszubrechen, als Call ein noch jüngeres Mädchen mitbringt. Angel nimmt den Leser mit auf die Reise in ihr Innerstes. Man wird Zeuge von Angels Gedankenfetzen, Überlegungen, inneren Monologen und Gesprächen. 'Wie soll ich dieses besondere Buch beschreiben? Es ging unter die Haut. Ein wunderbares Buch trotz traurigem und zugleich hoffnungsmachendem Inhalt. Die feinsinnige und einfühlsame Sprache hat mich ebenfalls fasziniert. ...' A.S. Martine Leavitt wurde 1953 in Taber, Kanada geboren. Ihre Jugendbücher wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. war sie im Finale des 'National Book Award'. Sie hat sieben Kinder und lebt mit ihrem Ehemann in Alberta, Kanada.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 19.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783522621076
    Verlag: Thienemann Verlag GmbH
    Originaltitel: My Book of life by Angel
    Größe: 3257 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

My Book of Life by Angel

A uf der Eastside von Vancouver,

wo Call wohnt und ich jetzt auch,

sind alle Türen und Fenster nachts verbarrikadiert –

ist die Straße das Gefängnis,

aus dem es kein Entkommen gibt.

Wo Call lebt,

wissen die Leute, wie man im Sitzen schläft

und ohne Zähne isst

und seine ganze Welt

auf dem Rücken mit sich schleppt.

Wo Call lebt,

sind die meisten Kirchen Obdachlosenheime,

sie bieten denen ohne Bett ein Bett

und denen ohne Suppe eine Suppe.

Call hat einen anständigen Haarschnitt und gute Schuhe,

Schnürsenkel mit Doppelknoten, feste Sohlen

und harte Absätze,

und Hemden mit Brusttaschen –

er könnte ein Büro betreten

und keiner würde mit der Wimper zucken.

Aber hier machen sie Augen.

Hier ist er eine große Nummer, Kiez-Elite.

Er sagt, bei mir beginnt die Edelsanierung

von Hastings und Main.

C all will irgendwo das Sagen haben.

In der richtigen Welt schafft er das nicht,

da ist er halt King von der Eastside.

Aber die Eastside ist ihm nie genug.

Jeden Tag enttäuscht sie ihn.

I ch lernte Call durch Schuhe kennen,

genauer, weil ich Schuhe klaute.

Vielmehr – einen Schuh.

Nur den einen vom Regal,

den alle anfassen, runternehmen, anprobieren,

den die Leute sehen und sagen,

oooh, ist der süß, oder,

wer zieht denn so was an?

Serena hat mal gesagt,

Angel, Schuhe sind irgendwann dein Tod.

D er Tod meiner Mutter waren Löcher.

Menschen mit Krebs können Knoten spüren,

aber meine Mutter fühlte hohle Stellen, Löcher –

besser konnte sie es nicht erklären.

Der Arzt sagte, sie hätte Osteoporose,

aber meine Mutter sagte, sie hätte Löcher in den Knochen.

Dann sagte sie, sie hätte ein Gedächtnis wie ein Sieb

wegen ihrer Löcher im Gehirn,

und dann hat sie gelacht.

Gestorben ist sie dann an einem Loch im Herzen,

das von Geburt an da war,

was bloß keiner wusste.

Serena sagte,

das hat ein Loch in dich gemacht, Angel,

und mit Call wolltest du es wieder schließen.

N ach Moms Tod hat Dad unser Haus gehasst.

Er hörte Mom immer auf der Treppe

und in der Küche

und unruhig neben sich im Bett –

er wusste, dass ihr Geist mit ihm Verstecken spielt

und ihn nie gewinnen lässt.

Dad sagte, wir ziehen um,

und Jeremy hat gefragt, wohin?

Irgendwohin, hat Dad gesagt,

aber dann machte er es doch nicht,

weil manchmal noch ihr Geruch

im Schrank war.

N ach Moms Tod

haute ich immer wieder von zu Hause ab,

aber bloß bis in die Shopping Mall.

Die Schuhläden dort gefielen mir am besten.

High Heels hießen hübscher Gang,

hießen scharf aussehen und wer will mir was verbieten,

hießen schaulaufen, härter drauf sein.

In der Mall

erfand ich mich im Schlendern.

Den Rest machte der Lippenstift.

Dann wurde ich erwischt

und Dad musste zur Polizei kommen,

um mich im Revier abzuholen.

Ich wollte es ja lassen,

aber da war dieser babyblaue Schuh

mit dem gelben Riemchen

und dann musste er mich wieder holen kommen.

Und wieder.

Dad wusste nicht, was er mit mir machen sollte,

einen Schuh klauen und sich erwischen lassen.

Er sagte immer wieder, ich weiß nicht,

was ich noch mit dir machen soll –

aber Call wusste es.

J eden Tag

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen