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Nächstes Jahr am selben Tag Roman von Hoover, Colleen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.02.2017
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Nächstes Jahr am selben Tag

Der Hoover-Bestseller jetzt im Taschenbuch! Fallon und Ben wären das perfekte Traumpaar - wenn er nicht in LA und sie in New York leben würde. Statt einer Fernbeziehung beschließen die beiden, sich die nächsten fünf Jahre jeweils nur einmal am selben Novembertag zu treffen - in der Hoffnung auf ein Happy End. Doch fünf Jahre sind eine lange Zeit ...

Colleen Hoover ist nichts so wichtig wie ihre Leser*innen. Ihr Debüt wurde sofort zu einem Welterfolg. Die Autorin hat eine riesige Fangemeinde. Mit ihrem Mann und ihren Söhnen lebt sie in Texas.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 10.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423431323
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Taschenbücher 71845
    Originaltitel: November 9
    Größe: 1096 kBytes
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Nächstes Jahr am selben Tag

FALLON

Was es wohl für ein Geräusch machen würde, wenn ich ihm jetzt einfach mein Glas an den Kopf werfen würde?

Das Glas ist schwer. Sein Schädel ist hart. Das lässt auf ein sattes KLONK hoffen.

Würde er bluten? Auf dem Tisch steht ein Serviettenspender, aber es sind nur die billigen, die nicht dick genug sind, um viel Blut aufzusaugen.

»Tja, unglaublich, was? Ich stehe selbst noch ein bisschen unter Schock«, sagt er.

Ich umklammere mein Glas fester, um zu verhindern, dass es wirklich gleich an seinem Schädel landet.

»Fallon?« Er räuspert sich und setzt seinen sanftesten Blick auf, der aber nichts daran ändert, dass sich seine Worte wie Klingen in mein Herz gebohrt haben. »Möchtest du nichts dazu sagen?«

Ich ramme meinen Strohhalm in einen der hohlen Eiswürfel und stelle mir vor, es wäre sein Kopf.

»Was willst du denn hören?«, sage ich, was mehr nach einem trotzigen Kind klingt als nach der Achtzehnjährigen, die ich bin. »Soll ich dir etwa gratulieren

Ich verschränke die Arme, lehne mich ins Polster der Sitznische zurück und funkle ihn an. Er wirkt zerknirscht. Keine Ahnung, ob er spürt, wie sehr mich seine Ankündigung getroffen hat, oder ob seine Reue bloß gespielt ist. Obwohl wir uns erst seit fünf Minuten gegenübersitzen, ist es ihm wieder mal gelungen, seine Seite des Tischs zur Bühne zu machen. Und mich zu seiner Zuschauerin.

Er trommelt mit den Fingern auf sein Glas und sieht mich mehrere Takte hindurch schweigend an.

Tatapptatapp.

Tatapptatapp.

Tatapptatapp.

Natürlich rechnet er damit, dass ich wie üblich einlenke und ihm sage, was er hören möchte. Aber da wir uns in den letzten zwei Jahren nur noch selten gesehen haben, hat er nicht mitbekommen, dass ich nicht mehr das Mädchen bin, das ich früher mal war.

Als ich mich weigere, die gewünschte Reaktion zu zeigen, stützt er seufzend die Ellbogen auf den Tisch. »Ich hatte gehofft, du würdest dich vielleicht für mich freuen.«

»Mich für dich freuen?« Ich schüttle den Kopf.

Das kann nicht sein Ernst sein.

Er zuckt mit den Schultern und kann sich ein stolzes Grinsen nicht verkneifen. »Na ja. Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch mal Vater werden würde.«

Ich lache ungläubig. »Dass man in der Lage ist, sein Sperma in eine Vierundzwanzigjährige zu spritzen, macht einen noch lange nicht zu einem Vater«, sage ich bitter.

Sein Grinsen erstirbt. Jetzt lehnt er sich zurück, neigt den Kopf und zieht leicht die Brauen zusammen. Diesen Blick hat er entwickelt, um ihn immer dann einzusetzen, wenn er nicht weiß, wie er eine Szene spielen soll. »Er ist perfekt, weil man jede beliebige Gefühlsregung hineininterpretieren kann: Traurigkeit, Bedauern, Mitgefühl oder Betroffenheit.« Hat er schon vergessen, dass er mein halbes Leben lang mein Schauspiellehrer war und das einer der ersten Tricks, die er mir beigebracht hat?

»Du denkst, ich habe kein Recht, mich Vater zu nennen?« Er klingt verletzt. »Was bin ich denn dann für dich?«

Ich gehe nicht davon aus, dass er auf diese Frage ernsthaft eine Antwort erwartet, spieße einen weiteren Eiswürfel auf, lasse ihn mir in den Mund gleiten und zerbeiße ihn gnadenlos. In der Nacht, in der meiner Karriere mit gerade mal sechzehn ein jähes Ende gesetzt wurde, habe ich aufgehört, ihn als »Vater« zu betrachten. Wobei er wahrscheinlich auch vorher weniger ein Vater für mich war als vielmehr mein Schauspielcoach.

Er streicht sich vorsichtig durch die für viel Geld frisch in seine Kopfhaut gepflanzten Haare. »Warum sagst du so etwas?« Jetzt kann er seine wachsende Gereiztheit nicht mehr verbergen. »Nimmst du mir etwa immer noch übel, dass ich nicht zu deiner Abschlussfeier gekommen bin? Ich habe dir doch erklärt, dass ich einen wichtigen Termin hatte, der sich nicht verschieben ließ.«

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