text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Nixenjagd Die Arena Thriller von Mischke, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2012
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
6,66 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Nixenjagd

Bei einem mitternächtlichen Badeausflug zum See kippt die ausgelassene Stimmung, als plötzlich eine aus der Clique fehlt: Katrin war hinausgeschwommen und nicht zurückgekehrt. Ein Badeunfall? Franziska, Katrins beste Freundin, kann das nicht glauben. Doch auf der Suche nach einer Erklärung gerät sie selbst in Gefahr und muss bald feststellen, dass sie niemandem trauen kann - nicht einmal sich selbst ...

Susanne Mischke, geboren in Kempten im Allgäu, studierte zunächst BWL, bevor sie 1993 beschloss, Schriftstellerin zu werden. Seitdem hat sie zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht, darunter ihre bekannte Hannover-Krimiserie sowie mehrere Jugendthriller und Kurzgeschichten. Bei Arena sind von ihr u.a. erschienen: 'Rosengift', 'Zickenjagd', 'Röslein stach' und 'Schneeweiß, blutrot'. Die Autorin lebt in der Nähe von Hannover. Foto © Jens Niebuhr

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 01.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401800776
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 303 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Nixenjagd

1

Die Menschen auf dem Bahnsteig waren schwer bepackt und die Gesichter zeigten jene satte Erschöpfung, die sich nach einem gelungenen Raubzug breitmacht. Samstag - Familien-Einkaufstag. Franziskas Ausbeute bestand lediglich aus zwei Büchern, doch damit war sie restlos zufrieden. Sie hatte nach einem Sommerkleid und leichten Schuhen Ausschau halten wollen, aber nichts Passendes gefunden. Das mochte daran liegen, dass sie zwei Stunden im Antiquariat verbracht hatte. Ihre Mutter würde sagen: vertrödelt. Danach hatte sie wenig Lust verspürt, nach Klamotten zu suchen. Es war ihr grundsätzlich lästig, mit der Auswahl und Anprobe von Kleidung Zeit zu vergeuden. Zeit, die man auch sinnvoll verbringen konnte. Zum Beispiel lesend. Die vertraute Frauenstimme kündigte das Einfahren des Zuges an. Türen glitten auf, die Menschen enterten die Wagen, als handele es sich um die Arche Noah und nicht um die S-Bahn. Mit einem Sitzplatz würde es wohl nichts werden, befürchtete Franziska, die ohne ihr Zutun vorangeschoben wurde. Musste sie halt im Stehen lesen. »Hier ist noch Platz«, hörte sie plötzlich eine Stimme. Ein Korb wurde vom Sitz genommen, eine kräftige, langfingrige Hand wies auf die frei gewordene Fläche. Lieber Himmel, durchfuhr es Franziska. Sollte sie wirklich...? Jemand rempelte gegen ihren Rücken, sie verlor das Gleichgewicht und plumpste auf den freien Sitz. »Hi«, sagte Paul.

»Hi«, sagte Franziska. Eine Dicke, beladen mit zwei prall gefüllten Plastiktüten, sank stöhnend neben sie. Franziska registrierte es kaum. Paul. Vor vier Wochen war er neu in ihre Klasse gekommen, in die 10 b. Seitdem geisterte er durch ihre Tagträume. Nicht nur, weil er ohne jeden Zweifel gut aussah: braune Locken, blaue Augen, athletische Figur. Das allein war es nicht. Auch Oliver sah gut aus, aber bei seinem Anblick bekam sie kein Herzklopfen. Paul dagegen ...Er wirkte erwachsener als die anderen Jungs in seinem Alter, und wenn sie im Unterricht zu ihm hinsah - was oft geschah, denn er saß schräg vor ihr -, dann bemerkte sie zuweilen etwas Melancholisches in seinen Zügen, eine leise, verborgene Traurigkeit, die etwas in ihrem Inneren berührte. Doch Franziska war nicht die Einzige, die sich zu Paul hingezogen fühlte. Ihre Freundin Katrin schleuderte jedes Mal reflexartig ihr Blondhaar zurück und versandte schmachtende Blicke, wenn Paul in ihre Nähe kam, und Silke, die mit Katrin um den Titel attraktivstes Mädchen des Jahrgangs konkurrierte, drückte automatisch ihr Kreuz durch und reckte ihre C-Körbchen in die Landschaft. Aber sämtliche Verrenkungen dieser Art waren bisher erfolglos geblieben. »Vielleicht ist er schwul«, hatte Katrin neulich verärgert vermutet. Sie war nicht gewohnt, ignoriert zu werden, und anders konnte man das freundlich distanzierte Verhalten Pauls kaum nennen. Wenn Katrin jetzt an meiner Stelle säße, dachte Franziska, würde sie ihre Chance nutzen: eine Unterhaltung, etwas Small Talk, vielleicht sogar eine Verabredung. Franziska krallte nur die Hände um ihren kleinen Rucksack und heftete den Blick auf den Korb mit Lebensmitteln, den Paul jetzt auf dem Schoß hatte. Die Bahn fuhr los und mit jedem Meter empfand Franziska das Schweigen unerträglicher. Wenn er doch was sagen würde. Schließlich bemerkte sie: »Du warst einkaufen.« Sehr originell, Franziska, wirklich super! »Ich will was kochen«, erklärte Paul. »Du kochst?« Hat er doch gerade gesagt. Franziska, du redest nur wirres Zeug. »Das finde ich toll«, sagte sie. »Mein Vater kocht auch ab und zu am Sonntag. Aber er hinterlässt immer eine Riesensauerei in der Küche.« Paul antwortete nicht und sah aus dem Fenster. Franziska fiel ein, dass jemand erzählt hatte, Pauls Vater sei vor zwei Jahren gestorben. Hätte ich doch nur den Mund gehalten. Die Dicke neben ihr tat einen tiefen Seufzer. Der Junge neben Paul hatte die Hörer seines MP3-Players eingestöpselt und bewegte den

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen