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Patina Was ich liebe und was ich hasse von Reynolds, Jason (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2018
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Patina

Wenn dir Flügel wachsen PATINA rennt wie ein Blitz. Sie rennt fu?r ihre Ma, die aufgrund ihrer Diabetes beide Beine verloren hat, sie rennt fu?r ihre kleine Schwester Maddy, und sie rennt, um endlich all die Verantwortung, die auf ihr lastet, abschu?tteln zu können. In der Schule gehört sie zu den Besten, fu?r Albernheiten und Kindsein bleibt wenig Spielraum. Nur manchmal kommt PATINA u?berhaupt zum Träumen. Dann denkt sie an ihr Idol Florence Griffith Joyner mit den bunten langen Fingernägeln. So wie sie möchte sie später auch rennen und gefeiert werden. Beim Rennen vergisst sie alles. Dann ist sie nur noch Rhythmus und Geschwindigkeit. Und verdammt cool, wie GHOST findet, und jeder andere aus der Mannschaft auch. Jason Reynolds studierte Literaturwissenschaften an der University of Maryland. Seine Bücher wurden von der Presse hochgelobt und vielfach ausgezeichnet. Zuletzt war Jason Reynolds mit seinem Roman 'Ghost' unter den National Book Award Finalists. Der Autor lebt in Washington D.C. In den USA gehört er zu den neuen Stars in der Jugendbuchszene.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 30.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423434461
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
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Patina

1 DRINGEND NOCH ERLEDIGEN:
Alles (unter anderem das Rennen vergessen und meiner Schwester die Haare flechten)

Einen Fehlstart gibt es beim Laufen eigentlich nicht. Weil, irgendwie klingt das so, als hätte man den Start verschlafen, dabei ist doch genau das Gegenteil der Fall. Man hat den Start nicht verpennt, man ist zum falschen Zeitpunkt gestartet. Zu früh nämlich. Deshalb sollte es eigentlich Frühstart heißen, finde ich. Das wäre viel logischer. Weil es bedeutet, dass man gestartet ist, aber im falschen Moment. Also, man springt auf und rennt los, ohne dass die anderen mit einem mitrennen. Keine Konkurrenz außer dem eigenen Gehirn, das steif und fest behauptet, da würden andere Leute hinter einem laufen. Dabei ist da niemand. Nicht in echt. Keine Verfolger weit und breit. Das meinen die Leute damit, wenn sie von einem Fehlstart sprechen. Ein richtiger Start zum falschen Zeitpunkt. Und bei diesem ersten Wettkampf der Saison wusste das keiner besser als Ghost.

Vor dem Rennen stand ich mit den anderen an der Seitenlinie, und wir klatschten und feuerten Ghost und Lu an, die sich an der Startlinie aufstellten. Natürlich erst, nachdem sie sich gegenseitig heißgemacht und miteinander getuschelt hatten, als wäre außer ihnen niemand sonst auf der Laufbahn. Schon lustig, wie sie seit ihrer ersten Begegnung, wo sie sich nur fies angestarrt haben, mittlerweile zu besten Kumpels geworden sind, eine eigene kleine Zwei-Personen-Gang. Richtige Blutsbrüder. Ghost und Lu, alias Yin und Yang. Oder Pech und Schwefel. Pech. Ha! Es gab da einen Moment beim Wettkampf, wo ich diesen Namen besonders passend fand. Nämlich bei Ghosts Hundert-Meter-Lauf.

Wisst ihr, erst dachte ich, er hätte alles perfekt getimt. Ich dachte, er hätte sich in exakt dem Moment von der Startlinie abgestoßen, als der Pistolenschuss erklang, als hätte er gewusst, dass er kommt. Als hätte er ihn in sich drin spüren können oder so. Aber den zweiten Schuss hörte er nicht. Na ja, das stimmt so nicht ganz. Natürlich hat er ihn gehört. Es war ja ein irre lauter Knall. Unmöglich, den nicht zu hören. Aber er wusste eben nicht, dass dieser Schuss bedeutete, dass er zu früh aufgesprungen war und einen Fehlstart hingelegt hatte. Ich meine, es war sein erstes Rennen, deshalb hatte er keine Ahnung, dass der zweite Schuss das Zeichen für ihn war, stehen zu bleiben und zurückzugehen. Also ... tat er es nicht.

Er rannte die gesamten hundert Meter. Und merkte nicht, dass die Leute ihn nicht anfeuerten, sondern ihm zuriefen, endlich anzuhalten und zurück zur Startlinie zu gehen. An der Ziellinie riss er dann die Arme siegessicher hoch und drehte sich mit einem riesenbreiten Grinsen zu uns um, bis er merkte, dass sämtliche anderen Läufer - seine Konkurrenten - immer noch oben auf ihren Bahnen standen. Er schaute zu den Zuschauern hinüber. Alle lachten. Zeigten mit dem Finger auf ihn. Schüttelten die Köpfe, während Ghost seinen hängen ließ. Er starrte auf den schwarzen Teer, seine Brust hob sich, als würde jemand einen Ballon in seinem Innern aufblasen und dann die Luft wieder rauslassen. Und noch mal aufblasen und wieder die Luft rauslassen. Ich fürchtete schon, der Ballon könnte platzen. Dass Ghost ausrasten würde wie damals, als er neu in unser Laufteam gekommen war. Und daran, wie er an seiner Backe kaute, konnte ich erkennen, dass er das auch am liebsten getan hätte. Oder einfach vom Sportplatz wegrennen, aus dem Park und bis nach Hause.

Der Trainer kam zu ihm und flüsterte ihm was ins Ohr. Ich weiß nicht, was er sagte. Aber vermutlich etwas wie: "Schon gut, macht doch nichts, reg dich ab, noch ist nichts verloren. Aber wenn du das noch mal machst, wirst du disqualifiziert." Ach was, wie ich unseren Trainer kannte, war es etwas viel Tiefsinnigeres, zum Beispiel ... keine Ahnung. Mir fällt da im Moment echt nichts ein, aber der Trainer hatte immer irgendwelche tiefsinnigen S

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