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Pferdeflüsterer-Academy, Band 4: Verletztes Vertrauen von Mayer, Gina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.01.2019
  • Verlag: Ravensburger Verlag
eBook (ePUB)
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Pferdeflüsterer-Academy, Band 4: Verletztes Vertrauen

Zoe macht sich Sorgen um ihre Mitschülerin Cathy. Das unnahbare Mädchen rebelliert gegen alles und jeden, und nun droht sie sogar vom Internat zu fliegen! Im Umgang mit Pferden jedoch offenbart sie eine völlig andere - ganz sanfte - Seite. Zoe will ihr helfen und herausfinden, warum Cathy so einfühlsam mit Tieren umgehen kann, aber so wenig Vertrauen zu Menschen hat. Und eines Tages erzählt Cathy ihr ihre dramatische Geschichte ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 27.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783473479375
    Verlag: Ravensburger Verlag
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Pferdeflüsterer-Academy, Band 4: Verletztes Vertrauen

Das Glück war dunkelgrün und sonnengelb. Wie die Tannenzweige, die sich über Zoes Kopf ausbreiteten und durch die golden die Sonnenstrahlen flirrten. Das Glück roch nach Moos und dunkler Walderde und Shamans dampfendem schwarzen Fell.

Ob Isabelle das auch so empfand? Zoe warf einen Blick über die Schulter zu ihrer Freundin, die direkt hinter ihr ritt. Wie schön sie aussah mit ihren goldbraunen seidigen Haaren, die weich auf ihre Schultern fielen. Unter ihr ihre Stute Chenoa, deren schneeweiße Flanken im Dunkel des Waldes zu leuchten schienen.

Isabelles mandelförmige Augen begegneten Zoes Blick, sie lächelte sie an. "Alles klar?"

"Alles bestens." Zoe drehte sich wieder nach vorne, presste die Schenkel zusammen und brachte Shaman vom Trab in einen leichten Galopp. Der Mustang nahm den Impuls sofort auf. Seine Hufe hämmerten dumpf auf dem Waldboden, er hätte gerne noch mehr beschleunigt.

Zoe lehnte sich weit über seinen Hals, schloss die Augen und sog die Waldluft ein. Und erinnerte sich daran, wie sie im letzten Sommer zum ersten Mal hierhergekommen war.

Sie hatte sich sofort verliebt. In die hohen dunklen Tannen und Kiefern, deren Wipfel man von hier unten nur erahnen konnte. In die uralten Laubbäume mit ihren mächtigen Stämmen und die großen Farnstauden, die sich darunter ausbreiteten. Und in das Unterholz, in dem Waschbären, Stachelschweine, Pfeifhasen, Chipmunks und Mäuse lebten.

An keinem anderen Ort der Welt hatte Zoe sich jemals so zu Hause gefühlt. Und sie hatte schon einige Orte gesehen. Noch vor einem Jahr war sie als Profimusikerin von einer Stadt in die andere geflogen, um in den größten Konzerthäusern der Welt aufzutreten. Zoe Deventer, das Wunderkind an der Querflöte.

Wenn sie im Scheinwerferlicht auf einer Konzertbühne in Singapur, Mailand oder New York gestanden und ein paar Tausend Leute ihr begeistert applaudiert und zugejubelt hatten, war sie auch glücklich gewesen. Aber das Gefühl von damals war nichts im Vergleich zu dem, was sie jetzt empfand. Tiefe, pure Freude.

"Ich glaube, wir müssen langsam zurück", hörte sie Isabelle rufen. Wie alles an Isabelle war auch ihre Stimme bezaubernd, sie sprach mit einem sanften frankokanadischen Akzent.

Zoe verlagerte ihr Gewicht nach hinten, nahm die Zügel an und spürte, wie Shaman einen winzigen Moment zögerte, bevor er gehorchte. Der Hengst wäre lieber weitergelaufen. Genau wie sie.

Wieder wandte sie sich zu ihrer Freundin um. "Wie spät ist es?"

"Gleich fünf." Isabelle seufzte. "Am liebsten würde ich hier draußen bleiben."

"Ich auch", sagte Zoe. "Für heute Abend sind allerdings schlimme Gewitter angekündigt. Vielleicht schlafen wir doch lieber im Schloss."

Seit einem Jahr gingen die beiden Mädchen in die Snowfields Academy. In dem Internat im Nordwesten Kanadas wurden Nachwuchsreiter ausgebildet, die später auf internationalen Turnieren für großes Aufsehen sorgten. Die Liste der Snowfields-Absolventen, die bei Wettkämpfen in aller Welt Medaillen und andere Auszeichnungen errungen hatten, war beeindruckend lang.

Zoe und Isabelle planten jedoch keine Profikarriere im Reitsport - sie waren in der Pferdeflüsterer-Klasse, in der man lernte, Pferde zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren.

Noch vor zwei Monaten waren sich die beiden aus dem Weg gegangen und hatten kaum ein Wort miteinander gewechselt. Denn außer der Pferdeflüsterer-Klasse verband sie nichts miteinander. Dachten sie zumindest.

Während Zoe vor ihrer Aufnahme in die Academy nie geritten war, war Isabelle mit Pferden aufgewachsen. Ihrer Familie gehörte das Dufresne Stud & Stallion Breeding in Quebec - das berühmteste Gestüt in ganz Nordamerika. Isabelle hatte mit drei Jahren mit dem Reiten begonnen, mit zehn hatte sie bei den ersten Turnieren mitgemacht und danach alle wichtigen Nachwuchspreise im Dressurreiten gewonnen, bevor sie sich entschieden hatte, ihre

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