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Project Jane 1 Ein Wort verändert die Welt von Noni, Lynette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.07.2019
  • Verlag: Oetinger Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Project Jane 1

Ein Wort ist der Anfang. Oder das Ende. Sie nennen sie Jane Doe, und sie spricht nicht. Egal, was sie mit ihr anstellen, dort in der geheimen Forschungsanstalt Lengard. Denn ein Wort von Jane kann den Lauf der Welt verändern. Und so schweigt sie. Bis der geheimnisvolle Landon Ward ihr Vertrauen gewinnt. Vorsichtig öffnet sich Jane, doch sie muss schnell erkennen, dass ihre Fähigkeiten der Schlüssel zu einem finsteren Plan sind. 'Project Jane' ist Sci-Fi, Romance und Suspense: fesselnd, mystisch und spannend bis zum Schluss. Lynette Noni lebt an der Sunshine Coast Australiens, hat einen Abschluss in Verhaltensforschung und ist seit ihren 'Medoran Chronicles' ein Star in Australien und Neuseeland

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 18.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864180835
    Verlag: Oetinger Taschenbuch
    Originaltitel: Whisper. One word could change the world
    Größe: 1166 kBytes
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Project Jane 1

Kapitel 1

"Subjekt Sechs-Acht-Vier, heben Sie die Hände über den Kopf und drehen Sie sich zur Wand."

Die knackende Stimme kommt aus dem Lautsprecher neben meiner Zellentür. Ich weiß, dass mir nur zehn Sekunden bleiben, um dem Befehl Folge zu leisten, ehe die Wärter hereinstürmen und mich zum Gehorsam zwingen werden. Nach meiner Sitzung mit Vanik heute verkraftet mein Körper nicht noch mehr Misshandlungen, deshalb stehe ich rasch auf und gehorche.

"Wir betreten jetzt den Raum. Keine plötzlichen Bewegungen - andernfalls werden wir nicht zögern, Sie ruhigzustellen."

Ich reagiere nicht auf ihre Worte. Wozu auch? Inzwischen kenne ich den Drill. Mir ist klar: Bereits ein zu lauter Atemzug könnte sie derart in Panik versetzen, dass sie mir mit ihren Tasern einen Elektroschock verpassen. Es wäre nicht das erste Mal.

Die Wärter nehmen ihren Job sehr ernst, hier in Lengard - der geheimen, tief im Untergrund verborgenen Regierungseinrichtung, die ich mein "Zuhause" nenne. Ich bin als "Gefährderin Stufe fünf" klassifiziert worden. Was das bedeutet, wissen die Wärter nicht, und das macht sie nervös. Sie wissen bloß, dass ich gefährlich bin. Sie täuschen sich.

Und haben zugleich recht.

Die Tür gleitet auf, und ein Luftzug trifft meine nackten Waden. Die Vorschriftskleidung, die ich trage, besteht im Grunde lediglich aus einem unförmigen Kissenbezug mit Löchern für Kopf und Arme, der mir bis knapp über die Knie fällt. Er bietet keinerlei Schutz, keinerlei Wärme, keinerlei Komfort. Er ist praktisch und langlebig. Er erinnert mich in einem fort daran, dass Luxus nicht zum Leben gehört. Nicht mehr. Nicht für jemanden wie mich.

"Subjekt Sechs-Acht-Vier, wir nehmen Sie jetzt mit. Rühren Sie sich nicht, bis wir Sie gesichert haben."

Ich stehe noch immer mit dem Gesicht zur Wand, deshalb sehen sie nicht, wie meine Stirn sich verwirrt runzelt.

Das Leben in Lengard folgt einer strikten Routine, die sich niemals ändert. Jeder Tag ist gleich. Morgens werde ich davon geweckt, dass jemand eine Schüssel mit Haferschleim - angereichert mit Proteinen und Ballaststoffen und vollkommen geschmacklos - durch den Bodenschlitz meiner Zellentür schiebt. Ich habe zehn Minuten Zeit zu essen, ehe ich für weitere fünf Minuten ins Badezimmer geführt werde. Von dort aus geht es direkt zu Dr. Manning, für meine tägliche psychologische Begutachtung. Die Prozedur dauert zwei Stunden; anschließend werde ich bei Enzo abgeliefert, der während der nächsten drei Stunden mein Kraft- und Ausdauertraining überwacht. Danach bleiben mir fünfzehn Minuten, um zu duschen und eine frische Kopfkissenuniform anzuziehen, bevor ich für eine Stunde zurück in meine Zelle geschickt werde. In dieser Zeit kommt eine zweite fade, eiweißreiche Mahlzeit bei mir an. Auf das Mittagessen folgt eine zweistündige Hölle - offizielle Bezeichnung: "experimentelle Therapie" - mit Vanik, und wenn ich es bei Bewusstsein aus seinem Labor schaffe, werde ich weiter zwischen Ärzten und Gutachtern herumgereicht, bis sie bestimmen, dass es für einen Tag genug ist. Das kann nach zwei oder auch nach sechs Stunden sein. Zuletzt bekomme ich einen Nutri-Shake - ein zähflüssiges Getränk voller Vitamine und Nährstoffe, das mich bei bester Gesundheit halten soll - und habe nochmals fünf Minuten Zeit im Bad. Dann sperren sie mich für die Nacht zurück in meine Zelle.

An diesem Ablauf hat sich noch nie etwas verändert. Kein einziges Mal.

Bis jetzt.

Mein Tag sollte eigentlich zu Ende sein. Es ist Nacht; ich habe meinen Nutri-Shake getrunken und meinen letzten Ausflug ins Badezimmer hinter mir. Ich sollte bis zum Morgen weggesperrt bleiben, ehe alles von vorn losgeht. Ich habe keine Ahnung, weshalb sie vom Plan abweichen. Trotzdem harre ich reglos aus, während sich die Aufseher von hinten nähern und meine Arme packen. Sie reißen sie nach unten und lassen

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