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Rat der Neun - Gegen das Schicksal von Roth, Veronica (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.01.2019
  • Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
eBook (ePUB)

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Rat der Neun - Gegen das Schicksal

Er würde für sie sterben. Sie würde für ihn töten. Das spektakuläre Finale des Weltbestsellers "Rat der Neun" von Veronica Roth! Das Leben von Cyra und Akos ist vom unausweichlichen Schicksal bestimmt, das die Orakel bei ihrer Geburt geweissagt haben. Demnach wird Akos im Dienst von Cyras Familie sterben. Trotzdem ist seine Liebe zu Cyra ungebrochen. Als deren totgeglaubter Vater Lazmet den Thron wieder für sich beansprucht, scheint Akos' Ende näher denn je. Lazmet beginnt einen brutalen Krieg, und Cyra und Akos sind zu allem bereit, um ihn zu stoppen. Für Cyra könnte das bedeuten, dass sie ihren eigenen Vater töten muss. Für Akos steht das eigene Leben auf dem Spiel. Doch schließlich bestimmt das Schicksal beide Leben auf vollkommen unerwartete Weise ... Band 1: Rat der Neun Veronica Roth ist die Autorin des Nr.-1-New-York-Times- und SPIEGEL-Bestsellers Rat der Neun und der Trilogie Die Bestimmung, von der sich weltweit über 35 Millionen Exemplare verkauft haben und die in drei Teilen mit hochkarätiger Besetzung verfilmt wurde. Auch Rat der Neun, ihr spektakulärer neuer Fantasy-Zweiteiler, hielt sich wochenlang auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Veronica wuchs außerhalb Chicagos auf und studierte an der Northwestern University. Heute lebt sie mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Hund in der Nähe von Chicago.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 28.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641214623
    Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
    Originaltitel: The Fates Divide
    Größe: 6431 kBytes
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Rat der Neun - Gegen das Schicksal

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KAPITEL 1

CYRA

LAZMET NOAVEK, MEIN Vater und einstiger Tyrann von Shotet, galt seit mehr als zehn Zeitläufen als tot. Auf der ersten Planetenreise nach seinem Tod hatten wir eine Trauerfeier für ihn abgehalten und seine alte Rüstung ins All hinausgeschossen, da es keinen Leichnam gab.

Und doch hatte mein Bruder Ryzek, der jetzt im Bauch des Transportschiffs gefangen war, gesagt: Lazmet Noavek l ebt noch .

Meine Mutter hatte meinen Vater manchmal Laz genannt. Niemand außer Ylira Noavek hätte das gewagt. "Laz", hatte sie dann gesagt, "lass gut sein." Er war ihrem Wunsch nachgekommen, solange sie nicht allzu oft darauf bestanden hatte. Lazmet hatte sie respektiert, aber nur sie allein, denn nicht einmal seinen engsten Freunden war er mit Respekt begegnet.

Ihr gegenüber hatte er fast so etwas wie Sanftheit an den Tag gelegt, allen anderen gegenüber war er ... nun ja.

Mein Bruder - der sein Leben als sanfter Mensch begonnen hatte und erst später so hart geworden war, dass er sogar seine eigene Schwester folterte - hatte von Lazmet gelernt, das Auge eines Menschen herauszuschneiden. Er hatte gelernt, es aufzubewahren und zu konservieren, damit es nicht verweste. Als ich klein war und noch nicht verstand, was die aufgereihten Glasbehältnisse in der Waffenhalle enthielten, hatte ich sie immer wieder betrachtet, wie sie hoch über meinem Kopf im schwachen Licht schimmerten. Augäpfel mit grüner oder brauner oder grauer Iris. Sie waren in der Flüssigkeit geschwommen wie Fische, die in einem Aquarium nach Futter schnappten.

Mein Vater hatte nie irgendwen mit eigenen Händen verstümmelt. Er hatte auch nie jemandem den Befehl gegeben, dies zu tun. Stattdessen hatte er sie mit seiner Gabe dazu gebracht, sich selbst zu verstümmeln.

Man musste einen Menschen nicht immer mit dem Tod bestrafen. Man konnte auch seine schlimmsten Albträume wahr werden lassen.

Als Akos Kereseth später am Tag zu mir kam, war ich gerade auf dem Navigationsdeck. Das kleine Transportschiff brachte uns weg von unserem Planeten, der kurz vor einem Krieg zwischen meinem Volk, den Shotet, und Akos' Heimatnation Thuvhe stand. Ich saß auf dem Kommandostuhl und wippte vor und zurück, um mich zu beruhigen. Ich wollte Akos erzählen, was ich von Ryzek erfahren hatte, dass nämlich mein Vater - wenn er denn tatsächlich mein Vater war und Ryzek mein Bruder - noch lebte. Ryzek war überzeugt, dass in unseren Adern in Wirklichkeit nicht das selbe Blut floss und ich gar keine echte Noavek war. Aus diesem Grund hatte ich das Gen-Schloss zu seinen Privaträumen nicht öffnen können und daher war auch mein erstes Attentat auf ihn fehlgeschlagen.

Aber ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte. Mit dem angeblichen Tod meines Vaters? Mit seinem Leichnam, den man nie gefunden hatte? Mit dem nagenden Gefühl, dass Ryzek und ich uns nicht ähnlich genug sahen, um miteinander verwandt zu sein?

Akos war auch gar nicht in der Stimmung für ein Gespräch. Wortlos breitete er eine Decke, die er irgendwo aufgestöbert hatte, zwischen Kommandostuhl und Wand aus. Wir legten uns nebeneinander auf den Boden und starrten Seite an Seite hinaus ins Nichts. Stromschatten - meine unermüdlichen, qualvollen Begleiter - wanden sich um meine Arme wie schwarze Fäden und sandten dunklen Schmerz bis in meine Fingerspitzen.

Ich fürchtete mich nicht vor der Leere. Sie gab mir das Gefühl, klein und unwichtig zu sein. Weder eines ersten noch eines zweiten Blickes wert. Für jemanden wie mich, der stets fürchten musste, großen Schaden anzurichten, war dieser Gedanke seltsam tröstlich. Wenn ich klein und nichtig war und mich von allen Menschen fernhielt, tat ich niemandem etwas zuleide. Ich wollte nur das, was zum Greifen nahe war, mehr nicht.

Akos verhakte seinen Zeigefinger mit meinem kleinen Finger. Die

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