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Remember von Jungbluth, Roland (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2012
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)

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Remember

Sie kommen dich besuchen.
Sie sagen, sie sind deine Eltern.
Sie sagen, sie lieben dich.
Doch du hast diese Leute noch nie zuvor gesehen.
Verängstigt und orientierungslos erwacht Annabel eines Morgens in einer psychiatrischen Anstalt. Sie hat keine Ahnung, wie sie dort hingekommen ist. Und was noch schlimmer ist, sie kann sich nicht mehr an ihre Eltern erinnern. Doch sie ist nicht allein. Michael, Eric und George, drei Jungen aus ihrer Schule, teilen ihr Schicksal. Als sie dem harmlos scheinenden Hinweis einer seltsamen Patientin folgen, zieht es sie immer tiefer hinein in einen Strudel geheimnisvoller Rätsel und verstörender Ereignisse. Plötzlich finden sie sich in einer Welt wieder, die sich gegen sie gewandt hat und in der sie niemanden mehr vertrauen können - nicht einmal sich selbst. Auf der verzweifelten Suche nach Antworten und ihren Erinnerungen wandeln sie bald auf einem schmalen Pfad zwischen Realität und Wahnsinn, zwischen Himmel und Hölle, zwischen Leben und Tod. Und ihre Uhr tickt.

Roland Jungbluth wurde 1970 geboren und absolvierte nach dem Abitur erfolgreich ein Studium der Kunstgeschichte. Nach diversen Tà tigkeiten und ausgestattet mit den rudimentà ren Schreibkenntnissen eines ehemaligen Cartoonisten betritt er mit seinem Debà troman die Welt der Schriftstellerei.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 10.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401801704
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1920 kBytes
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Remember

Der Anfang

1

Mühsam öffnete Annabel die Augen. Der schwache Schein einer flackernden Neonröhre zuckte auf sie herab und mischte sich mit hellem Tageslicht. Sie fühlte sich schwach und schläfrig.

Bald gewöhnten sich ihre Augen an die Helligkeit und sie blickte in einen schmalen Raum mit einer hohen Stuckdecke. Große Teile der Verzierungen waren abgebrochen. Und auch der ausgebleichte hellgrüne Putz hatte überall Risse, die wie feine Adern die Wände überzogen.

Nicht mein Zimmer.

Der Raum war spartanisch eingerichtet - ein kleiner Tisch, ein Stuhl, ein Holzkruzifix an der Wand, ein schmaler Spind und das Metallbett, auf dem sie lag.

Annabel spürte, dass ihr Verstand nicht arbeitete wie gewohnt. Doch als ihr der starke Geruch von Desinfektionsmitteln in die Nase stieg, setzte sich das Puzzle zusammen und ihr Puls beschleunigte sich.

Ich bin in einem Krankenhaus.

Instinktiv versuchte sie, Arme und Beine zu bewegen, tastete Kopf, Brust und Bauch nach möglichen Verletzungen ab. Doch da waren weder Verbände noch Narben, nicht einmal ein Pflaster.

Wie bin ich hierhergekommen? Und warum?

Annabel suchte ihr Bett nach einer Klingel oder einem Alarmknopf ab, mit dem man die Schwestern rufen konnte. Es gab keinen.

Aufstehen... ich muss aufstehen.

Vorsichtig drehte sie ihren Oberkörper zur Seite, setzte sich aufrecht hin und schwang die Beine über den Rand des knarzenden Bettes. Das einsetzende Schwindelgefühl kam so plötzlich und heftig, dass sie fast wieder umgekippt wäre.

Sie blieb schwankend auf dem Bettrand sitzen, krallte die Finger in die Matratze, schloss die Augen, atmete tief ein und aus und wartete, bis der Raum aufgehört hatte, sich auf diese wirklich eklige Weise zu drehen. Langsam kam das Karussell zum Stehen und ihre Finger entkrampften sich. Sie öffnete die Augen, rutschte sachte vom Bett und versuchte, sich auf den wackligen Beinen zu halten. Mit einem Arm stützte sie sich auf die Rückenlehne des Stuhls. Als sie an sich hinuntersah, bemerkte sie die schlichte graue Kleidung und graue Tennisschuhe.

Nicht mein Stil.

Annabel setzte sich in Bewegung, langsam, Schritt für Schritt, während sie immer wieder kleine Pausen einlegte und sich an der Wand abstützte.

... dreizehn, vierzehn.

Sie erreichte die Tür, legte die Hand auf den Knauf und drehte ihn. Die Tür schwang auf und Annabel erschrak, als eine alte Frau dicht an ihr vorbeischlurfte und sie mit leeren, ausdruckslosen Augen ansah. Ein strenger Schweißgeruch umgab sie. Annabel blickte den Gang hinunter. Eine Reihe merkwürdiger Gestalten wanderte ohne erkennbares Ziel und teilweise wie in Zeitlupe auf und ab. Männer und Frauen, Junge und Alte. Und abgesehen von zwei Frauen, die barfuß und nur mit einem grauen Nachthemd bekleidet waren, trugen alle ein Paar graue Tennisschuhe und darüber knopflose Hosen und Hemden in derselben Farbe. So wie Annabel.

Inmitten der Parade grauer Gestalten entdeckte sie eine junge blonde Schwester in einem weißen Kittel. Halbherzig versuchte sie, deren Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, doch die Frau war gerade damit beschäftigt, eine andere Patientin davon abzuhalten, den Kopf gegen die Wand zu schlagen.

Annabel trat auf den Gang hinaus. Und obwohl noch immer ein leichter Nebel über ihrem Verstand lag und ihr Kopf jede ruckartige Bewegung mit einem widerlichen Schwindelgefühl quittierte, wurden ihre Schritte sicherer.

Irgendwo vom Ende des spärlich beleuchteten Ganges tönte die Stimme eines Radiomoderators herüber. Annabel legte eine Pause ein und lauschte den Worten, die zu laut und aufdringlich waren, um sie zu ignorieren.

"Verehrte Zuhörer! Vor wenigen Minuten startete die Saturn-V-Rakete der Apollo-11-Mission von Cape Canaveral aus zu ihrem Flug zum Mond. Heute ist Mittwoch, der sechzehnte Juli 19

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