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Renegade Tiefenrausch von Souders, J. A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2015
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Renegade

Elysium liegt am Grund des Meeres, abgeschirmt vom Rest der Welt. Dort hat Mutter ein Paradies für all jene Menschen geschaffen, die vor den Kriegen der Oberfläche fliehen konnten. Sie organisiert den Alltag der Bewohner, schützt sie vor Gefahren und regelt sogar die Geburten. Doch dieser Friede wird teuer erkauft - Gefühle sind in Elysium verboten, Berührungen unter Liebenden werden mit dem Tod bestraft. Evie vertraut in dieses System - doch als Gavin, ein Oberflächenbewohner, in ihre Welt eindringt, weckt der junge Mann Zweifel in ihr: Warum plagen sie Erinnerungslücken? Weshalb besteht Mutter auf Evies tägliche Therapie-Sitzungen? Und wieso kann sie sich durch Gavin an Dinge erinnern, die absolut unmöglich sind? Evie erkennt, dass sie Teil eines gewaltigen Plans ist, aus dem es für sie ohne Gavin kein Entrinnen gibt. J. A. Souders besaß schon als Kind eine übersprudelnde Phantasie: Um mit den Monstern unter ihrem Bett Freundschaft zu schließen, erzählte sie ihnen vor dem Einschlafen Geschichten. Bereits mit dreizehn Jahren fing sie an zu schreiben und engagiert sich heute als Autorin in zahlreichen Creative Writing Workshops. 'Renegade' ist ihr erster Roman. Jessica Souders lebt in Florida mit ihrem Mann und zwei Kindern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 09.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492982283
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Renegade
    Originaltitel: Renegade
    Größe: 1693 kBytes
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Renegade

Für das Wohl aller müssen Opfer gebracht werden.

Bürgerlicher Verhaltenskodex, Band VI -

Mein Leben ist absolut perfekt.

Jeden Morgen lässt mich Mutter um Punkt zehn Uhr von den Dienstmädchen wecken. Dann nehme ich ein leichtes Frühstück ein, anschließend folgt der obligatorische Besuch bei meinem Therapeuten. Es ist so schön, jemanden zu haben, mit dem man reden kann.

Später erwarten mich dann die Pflichten, die Mutter mir anvertraut hat, doch bis dahin kann ich tun, was immer ich will. An diesem Morgen sitze ich in meinem Garten und widme mich still meiner Näharbeit. Im Garten ist es morgens immer so friedlich, besonders wenn die Meeresbewohner außen an der Glaskuppel vorbeiziehen.

Die Oberfläche könnte da nie und nimmer mithalten. Auch wenn ich die Oberfläche niemals gesehen habe. Das ist sogar mir verboten.

Was auch gut ist. Mein Leben ist absolut perfekt.

Der Duft der Rosen, Gardenien, Lilien und unzähliger anderer Blumen erfüllt die Luft. Im Vergleich zum Rest der Anlage ist es hier dank der Sonnenlampen fast schwül. Durch die Wärme und das unaufhörliche Summen der Bienen, die meine wundervollen Blumen bestäuben, erwische ich mich öfter dabei, dass ich einnicke. Das Windspiel, das mein Freund Timothy für mich gebaut hat, klimpert in dem leichten Luftzug aus der Sauerstoffaufbereitungsanlage.

Timothy stammt aus Sektor Drei. Sein Vater ist Metallarbeiter, und seine Mutter arbeitet in der Kinderbetreuung, doch da er mein bevorzugter Verehrer ist, hat man ihm erlaubt, in Sektor Zwei zu wohnen. Er wurde aufgrund seiner Gene als potenzieller Kandidat für mich ausgewählt. So wird sichergestellt, dass in Elysium nur die Besten geboren werden.

Von den drei Verehrern, die für mich ausgewählt wurden, mag ich ihn am liebsten. Er hat am meisten Verständnis für meine ... Überspanntheit. In meinem Inneren breitet sich ein warmes Kribbeln aus, und ich drücke lächelnd die Hand auf den Bauch. Ja, Timothy ist mein Liebling.

An meinem Gesicht flattert ein Schmetterling vorbei und reißt mich so aus meinen Gedanken. Schließlich landet er in den Heidelbeerbüschen, die mit weißen Blüten bedeckt sind. Endlich ist Sommer, und die Tage werden länger. In meinem Garten wird es nun noch wärmer sein, die Lichter werden noch länger brennen, und ich werde mehr Zeit haben, mich mit meinen Blumen zu beschäftigen.

Im Hintergrund läuft leise Musik, ein sanftes, hypnotisches Lied, das Geist und Seele entspannt. Überall sind Wachen postiert, aber sie stören mich nicht weiter. Sie sind nun einmal Teil des Lebens. Das ist der Preis des Friedens.

Ich entscheide mich für einen kleinen Spaziergang durch meinen Garten. Immer wieder spielen meine Finger an den Bundfalten meines Kleides herum. Ich biege auf einen der gepflasterten Pfade ab, die wie Wagenspeichen vom äußeren Rundweg, der sich direkt an der gläsernen Wand entlang zieht, zwischen den Beeten hindurch bis zum Teich verlaufen, der genau in der Mitte des Gartens liegt.

Mein Leben ist absolut perfekt.

Unwillkürlich wende ich mich den Rosen zu, als würde ihr Duft mich regelrecht anziehen. Neben meiner Violine sind sie mein wertvollster Besitz. Sie erinnern mich an etwas. An einen Duft, der am äußersten Rand meines Bewusstseins verankert ist. Die Erinnerung ist zu vage, um greifbar zu sein, aber gleichzeitig zu stark, um sie zu vergessen. Unbewusst streiche ich über das Amulett an meiner Halskette. Es hat die Form einer Rose.

Das ist das Einzige, was Mutter mir gelassen hat aus der Zeit, bevor sie mich adoptierte und zur Tochter des Volkes machte. Wenn sie allerdings wüsste, dass es für mich bedeutsamer ist als mein sonstiger Schmuck, würde es wahrscheinlich schnell verschwinden.

Noch immer starre ich auf die Rosen. Ich kann nicht widerstehen - nur eine Berührung. Dafür wandere ich schließlich durch diesen Garten.

Vorsichtig weicht meine Hand den Dornen aus, ich pflücke eine Rose und

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