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Room 27 Zur falschen Zeit am falschen Ort: von Mous, Mirjam (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2013
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Room 27

Fin sitzt in einer Zelle der spanischen Polizei, weil man ihm vorwirft, eine Frau ermordet zu haben. Nur Valerie kann ihm helfen, seine Unschuld zu beweisen. Seit ihrer gemeinsamen Reise durch Spanien, denkt Fin nur noch an sie. Aber Valerie ist verschwunden und die Polizei findet immer mehr Beweise für Fins angebliche Tat. Allmählich wird ihm klar, dass Val nicht die ist, für die er sie bisher gehalten hat.

Verena Kiefer studierte Literaturwissenschaft, Romanistik und Betriebswirtschaftslehre. Neben ihrer Arbeit als Verlagsvertreterin übersetzte sie bereits Bücher, was sie schließlich zu ihrem Hauptberuf machte. Sie übersetzt Kinder- und Jugendbücher sowie Sachbücher aus dem Niederländischen ins Deutsche.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 15.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401801421
    Verlag: Arena Verlag
    Originaltitel: Vals Spel
    Größe: 954kBytes
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Room 27

8

Zeit: drei Wochen und einen Tag früher
Ort: der Bahnhof von Serona - Spanien

Meine Fahrkarte ging bis Serona, einem mittelgroßen Bahnhof mit verschiedenen kleinen Geschäften wie einer Blumenhandlung, einem Schokoladengeschäft und einem Bäcker. Ich stieg aus und kaufte im Zeitungs- und Zeitschriftenkiosk einen Sprachführer. Ich nahm auch gleich eine Karte von Spanien mit. Meine Geografiekenntnisse reichten gerade mal bis Barcelona und Madrid und es schien mir sinnvoll, doch eine Art Strecke auszutüfteln. Am liebsten in Gesellschaft einer Cola und eines Brötchens.

Als ich das Bahnhofsrestaurant betrat, musste ich an den Film James und der Riesenpfirsich denken. Nur, dass ich nicht in einem Riesenpfirsich landete, sondern in einer gigantischen Obsttorte. Die Wände waren zuckergussrosa, die Tische rot und die Stühle und Bänke sahneweiß. Ich gab meine Bestellung bei einem pickeligen Jungen auf und setzte mich an den letzten freien Tisch. Für Landkarten war der nicht berechnet. Ich musste sie viermal falten, bevor ich sie benutzen konnte, ohne mein Glas umzuwerfen oder der Frau am Nebentisch ein Auge auszustechen. Ich suchte Serona und dachte über die verschiedenen Möglichkeiten nach.

Laut Martijn war das Landesinnere - nach den Pyrenäen - der spektakulärste Teil von Spanien, aber in den Sommermonaten auch brüllend heiß. Außerdem fragte ich mich, wie es um den öffentlichen Nahverkehr bestellt sein würde. Bescheiden, tippte ich. Dann wäre ich davon abhängig, wie oft ich als Anhalter mitgenommen werden würde.

Nein, ich sollte mich lieber für eine Strecke an der Küste entlang entscheiden. In Badeorten war immer was los und die Chance, dass ich dann andere Backpacker treffen würde, schien mir größer. Auf der anderen Seite... ich hatte natürlich auch keine Lust, die ganze Zeit vielleicht nur zwischen meinen Landsleuten zu hocken. Dann hätte ich genauso gut nach Hause fliegen können.

Ich steckte den letzten Bissen Brot in den Mund und wischte die Krümel von der Karte. Die Frau neben mir lächelte. Ich nutzte die Gelegenheit sofort. "Könnten Sie vielleicht kurz auf meine Tasche achten? Ich muss zur Toilette."

Sie verstand kein Englisch, aber als ich auf meinen Rucksack und das Schild SERVICIOS wies, verstand sie, was ich meinte, und nickte.

Ich kam an der Bar vorbei, an der ein paar Männer ihren Kaffee im Stehen tranken. Ein hübsches Mädchen redete mit dem pickeligen Jungen. Sie trug Shorts und Cowboystiefel. Ich musterte so lange und unauffällig wie möglich ihre braunen Beine, bevor ich im Toilettenraum verschwand.

Ich ging zum WC, wusch mir die Hände und wollte wieder zu meinem Tischchen. Plötzlich war sie da, wie ein Blitz aus heiterem Himmel: das Mädchen mit den Cowboystiefeln. Ich konnte ihr nicht mehr ausweichen und spürte etwas Warmes und Fettiges an meiner Schulter.

"Disculpe!", rief sie.

"Macht nichts", sagte ich auf Englisch. "Kann jedem passieren."

Sie sah mir ins Gesicht. Ihre Augen waren grün, was fantastisch zu ihren halblangen dunklen Haaren passte. Ich spürte etwas kribbeln rund um meinen Nabel.

"Du bist völlig verschmiert mit Ketchup", sagte sie, zu meiner Freude auch auf Englisch. "Entschuldige! Ich war auf der Suche nach einem freien Tisch und habe nicht auf den Weg geachtet."

Ich wusste nicht, woher ich den Mut nahm, aber plötzlich fasste ich sie am Ellenbogen. "Du kannst dich gern zu mir setzen."

"Warte. Erst schnell..." Sie fischte eine Serviette aus dem Halter auf der Bar und versuchte, den blutroten Fleck auf meinem T-Shirt abzutupfen.

Nachdem sie eine Zeit auf mir herumgeklopft hatte, fühlte ich mich allmählich wie ein Jack Russell.

"Entschuldige", sagte ich. "Aber ich glaube nicht, dass das viel hilft." Sie machte hartnäckig weiter. "So kannst du nicht herumlaufen. Nachher denken die noch, ich habe dich erstochen."

"Mit einem Brötchen?" Ic

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